Schule und Erziehung

Fußball nicht nur zur WM

Die Fußballmannschaft des Collegium Bernardinum umfasst Schüler unterschiedlicher Altersstufen.Attendorn, 18.6.2014 Das abendliche Fußballspiel bietet nicht nur den willkommenen Ausgleich zum Schulalltag, sondern stärkt auch die Gemeinschaft. Heinz Kunisch, Sozialpädagoge im Collegium Bernardinum, freut es besonders, dass sich die Jungs immer wieder auf dem eigenen kleinen Sportplatz zum Kicken treffen.

Der Ascheplatz vom „Kasten“, wie das Konvikt in Attendorn gern genannt wird, ist nicht nur für die Internatsschüler ein erstklassiger Bolzplatz, mancher Hobbykicker durfte hier nach Absprache auch schon spielen. Aber immer wieder treffen sich am Abend die Internatsschüler dort. Auch während der laufenden Fußball-Weltmeisterschaft – Ausnahme: wenn die deutsche Mannschaft spielt.

Heinz Kunisch steht dann gern am Rand und beobachtet seine Jungs, gibt aber auch gerne Tipps. Eigentlich juckt es ihn auch in den Füßen, denn früher hat er jahrelang aktiv Fußball gespielt. Sein Hauptverein war der SV Lichtringhausen. Seit 35 Jahren arbeitet er mittlerweile im Collegium Bernardinum und konnte schon manches hoffnungsvolles Talent sehen. „Wenn sie sich erstmal trauen mitzuspielen, merkt man, wie sie nach und nach besser werden“, so der Fußballkenner.

Auf dem Sportplatz wurde früher regelmäßig ein Messdiener-Turnier ausgerichtet, und die hauseigene Mannschaft nahm an Veranstaltungen der Internate in Loburg (Ostbevern) oder Gaesdonck (Goch) teil. Wenngleich die Turniere weniger geworden sind, haben die Internatsschüler in Attendorn ein abwechslungsreiches Sportleben. Denn neben Fußball können sie Badminton oder Volleyball spielen, haben ein eigenes Trampolin oder gehen oft im Attendorner Hallenbad oder im Aquamagis in Plettenberg schwimmen. Manche Schüler haben sich auch den Handballern angeschlossen oder gehen ins Fitness-Studio.

Zweikampfstärke und Mannschaftsspiel sind auch auf dem Ascheplatz gefragt.„Wir haben hier schon ganz viel Abwechslung“, betont Kunisch, dem die Begeisterung selbst noch im Gesicht steht: „Am letzten Samstag waren wir bei der hervorragenden Premiere der Karl-May-Festspiele.“

Während bei seinen Jungs die „Schwarztrikots“ gerade ihr sechstes Tor gegen die „Weißen“ schießen, interessiert Heinz Kunisch der Zwischenstand vom WM-Spiel Belgien gegen Algerien. „Die Belgier sind mein Geheimfavorit, aber in erster Linie Deutschland und Brasilien.“

Damit findet er auch Einklang bei den Schülern. „Deutschland ist für mich der Favorit“, bestätigt Simon Bischoff, der begeisterter Fußballer ist, „aber nur hier, nicht im Verein.“ Auf die WM in Brasilien schaut er mit besonderem Interesse: „Mit meinem Vater bin ich im letzten Herbst selbst dort gewesen und konnte mich vor der WM selbst mal umsehen.“

Die Armut hat ihn tief bewegt und den Schüler des erzbischöflichen Internats nachdenklich gemacht. „Wie die Leute da so in den Slums leben. Und auf der anderen Seite wird das Geld in die WM gesteckt“, die Eindrücke allein von Rio de Janeiro waren für Simon Bischoff nachhaltig. Dennoch hat er sich für den 13-stündigen Rückflug auch schöne Erinnerungen mitgenommen: „Die Stadt mit ihren Sehenswürdigkeiten.“

Ronald Pfaff, Attendorn

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