Schule und Erziehung

Austausch an St. Michael - internationale Begegnungen auf digitalem Terrain

In Corona-Zeiten ist der digitale Austausch eine gute Möglichkeit, über Landesgrenzen und Kontinente hinaus in Kontakt zu bleiben. Paderborn, 15.2.2021 Social distancing - Abstandhalten, so lautet bedingt durch die Corona-Pandemie das Gebot der Stunde. Bereits im letzten Schuljahr mussten so schon sehnsüchtig herbeigesehnte Klassen- und Studienfahrten, gemeinsame Ausflüge und Austauschprogramme abgesagt, bzw. auf unbestimmte Zeit verschoben werden.

Sehr zur Enttäuschung aller Beteiligten und doch mit einem Funken Hoffnung auf bessere Zeiten, in denen auch internationale Begegnungen wieder möglich sein würden.

Um die Zeit des Abstandhaltens sicher zu überbrücken und dennoch Begegnungen möglich zu machen, gibt es glücklicherweise die komfortable Möglichkeit einander in Videokonferenzen zu treffen und sich auszutauschen.

Eine Praxis, die bedingt durch den Distanzunterricht auch an St. Michael nun schon fast zur Normalität gehört, ermöglicht es so allen Beteiligten auch digital ans andere Ende der Welt, nämlich zum Beispiel nach Australien, zu reisen.

Einmal im Monat treffen sich bereits seit letztem Oktober Schülerinnen und Schüler aus dem Jahrgang EF mit ihren australischen Austauschpartnerinnen und -partnern und den Lehrkräften Nahed Samuel (Donvale Christian College, Australien), Julian Leimann und Valerie Renken (beide Gymnasium St. Michael, Paderborn) im geschützten digitalen Raum. Sie tauschen sich über die jeweils aktuelle Corona-Lage in Deutschland und Australien, landestypische Bräuche und Gepflogenheiten sowie den Schul"alltag" aus.

Um Weihnachten herum erfuhren die Australier so etwas über "weiße Weihnachten" und die Tradition der Weihnachtsmärkte, als sie sich bereits in die langen "Sommerferien", die bis Ende Januar dauerten, verabschiedeten. Während wir derzeit noch immer die weiße Pracht mit Temperaturen von -21 Grad mehr oder weniger genießen, schwitzen die Australier in Melbourne im Hochsommer bei +31 Grad. 

Während sich das Infektionsgeschehen in Melbourne weitestgehend normalisiert hat und die australischen Schülerinnen und Schüler wieder in den Genuss des Präsenzunterrichts kommen, wie sie anschaulich in einem selbstgedrehten Schulvideo zeigten, wünschen sich die deutschen Schülerinnen und Schüler einen Schulalltag, wie sie ihn vor einem Jahr noch für selbstverständlich gehalten haben.

Auch wenn diese Form des Austauschs in der Pandemie nur auf digitalem Weg stattfinden kann, lernen sich Australier und Deutsche auf diesem Weg dennoch gut kennen, vertiefen und erweitern ihre Fremdsprachenkenntnisse und ihre interkulturelle Kompetenz. Sie erkennen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede und träumen gemeinsam von einer Zukunft, in der auch wieder reale Begegnungen möglich sein werden. Eine entsprechende Adresse, ein bekanntes Gesicht, eine vertraute Stimme - auch vom anderen Ende der Welt ist dann der erste Schritt zu einer REISE ans andere Ende der Welt. Auch diese Zeit wird wieder kommen, wenn Träume wahr werden und nicht auf unbestimmte Zeit verschoben werden müssen.

Interessierte Schülerinnen und Schüler aus dem jetzigen Jahrgang 9 können sich ab sofort ebenfalls für diese Form des Austauschs bewerben.

Erfreulicherweise konnten und können auch die europäischen Kontakte auf digitalem Wege gepflegt und intensiviert werden.

Der feierliche Abschluss des letzten Erasmus+ Projekts "Social Inclusion and Gender Equality" fand auf Einladung der irischen Schule über eine Videoschalte statt, in der deutsche und irische Teilnehmer/innen zugeschaltet wurden und so "live" den Feierlichkeiten interaktiv beiwohnen konnten.

Auch bei dem aktuellen Erasmus+ Projekt "Art 4 All"( 2020-22), das durch Fördergelder der europäischen Union unterstützt wird, treffen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zunächst in Videokonferenzen und kommunzierien über eTwinning im sogenannten "twin space".

In länderübergreifenden Gruppen werden sie sich unter anderem gemeinsam die kulturellen Besonderheiten ihrer jeweiligen Länder in den Bereichen bildende Künste, Musik, Kino und Theater vorstellen und so besonders in der aktuellen Situation des Lockdowns auch auf die Bedeutung der Kulturschaffenden aufmerksam machen.

Da das Projekt bis ins Jahr 2022 terminiert ist, werden im weiteren Verlauf dann auch hoffentlich reale Begegnungen und Projektarbeit in Italien, Polen und Deutschland möglich sein.

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