Schule und Erziehung

Ursulinenschulen in Werl: Verabschiedung von Schulsekretärin Resi Wiesing

Die Schulleitungen der Ursulinenschulen und Schwestern des Konvents verabschiedeten Resi Wiesing in den Ruhestand.Simone BremenWerl, 29.1.2021 Mit Blumen, Geschenken, Reden und einem ganzen Korb voller Briefe und Karten wurde Resi Wiesing zum Ende des Schulhalbjahres in den Ruhestand verabschiedet. Seitdem sie am 1. Mai 1978, eingestellt von Sr. Margareta als Oberin des Ursulinenstiftes, ihre Arbeit im Sekretariat des Ursulinengymnasiums begann, sind fast 43 Jahre vergangen, in denen Resi Wiesing das Leben der Ursulinenschulen merklich mitgeprägt hat.

Und während ihr 40-jähriges Dienstjubiläum vor gut zwei Jahren noch mit Girlanden im Sekretariat und einer großen Feier im Foyer der Ursulinenschulen gemeinsam mit allen Lehrkräften und der Schulleitung, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus Sekretariaten und Hausmeisterlogen, ehemaligen Lehrern und Schülern, früheren Schulleitern, Schwestern aus dem Konvent, Vertretern aus der Elternschaft und weiteren Gästen begangen werden konnte, mussten zur Verabschiedung strenge Hygienemaßnahmen eingehalten werden und die meisten der Gratulanten waren per Video aus dem Homeoffice zugeschaltet. Aber Schulleiterin Anne-Kristin Brunn dankte in ihrer Rede ihrer Sekretärin nicht nur für ihr großes Engagement für Schule und Schulgemeinschaft, sondern verabschiedete Resi Wiesing mit dem Versprechen, dass ein großes gemeinsames Fest nachgeholt wird.

Anstelle einer Abschiedsfeier mit vielen Gästen vor Ort waren Gratulanten online per Videobotschaft zugeschaltet.Simone BremenMit Festivitäten kennt Resi Wiesing sich nämlich aus. So viele Male war sie bei der Vorbereitung von Schulfesten und Ehemaligentreffen dabei, hat Ordensjubiläen organisiert und Abiturfeiern begleitet, ganz zu schweigen von unzähligen Lehrerkonferenzen, Kollegiumsfortbildungen, Tagen der offenen Tür, Weihnachts- und Geburtstagsfeiern, Verabschiedungen und anderen Anlässen, die in einer Schule im Laufe eines jeden Schuljahres anfallen. Ihr Organisationstalent und ihre Einsatzbereitschaft sind legendär. Wie oft war sie diejenige, die vom Schreiben der Einladungen, über das Organisieren der Verpflegung, bis hin zum Kaffeekochen, Eindecken und Dekorieren, Spülen und Aufräumen, Lichtausmachen und Abschließen alle Hände voll zu tun hatte. Und so manche Abiturjahrgänge werden sich noch erinnern, wieviel Freude sie beim Mitfeiern hatte – gerade wenn der Großteil der Lehrkräfte längst den Heimweg angetreten hatte. Ihr Heimweg war kurz, da brauchte sie nicht so zeitig zu gehen. Und eine musste ja kontrollieren, dass alle Lichter im Schulgebäude gelöscht und alle Türen abgeschlossen waren. In ihrer Abschiedsrede wurde dieser Aspekt auch deutlich, wenn sie betonte: „Das Schulgebäude war mein Zuhause“, sie kannte alles, von der hintersten Ecke im Keller bis zum letzten Winkel unter dem Dach.

Auch die Schwestern des Ursulinenkonvents ließen es sich nicht nehmen, sich coronagemäß von Resi Wiesing zu verabschieden.Simone BremenMit Resi Wiesing beendet eine Frau ihren aktiven Dienst an den Ursulinenschulen, die länger als alle anderen dort Tätigen mit der Schule verbunden ist; alle heute hier Lehrenden, Lernenden und Arbeitenden sind während ihrer langen Tätigkeit für die Ursulinen eingestellt bzw. aufgenommen worden. Mehr als sieben Schulleiterinnen und Schulleiter hat sie von ihrem Sekretariatsschreibtisch aus begleitet und in ihrer Arbeit unterstützt, mehrere hundert Lehrer und Lehrerinnen kamen in den über 42 Jahren mit Fragen, Aufgaben, Bitten, Geschichten zu ihr ins Sekretariatsbüro, tausende Schulkinder hat sie im Laufe der Zeit mit ihren kleinen und großen Freuden und Sorgen erlebt und manche auch getröstet und vielleicht ebenso viele Eltern am Telefon oder in Präsenz informiert oder beruhigt.

In den ersten Jahren hat Frau Wiesing noch jedes Zeugnis mit der Hand geschrieben und war gar nicht erfreut, als später auch die Abiturzeugnisse am Computer erstellt und nicht mehr von ihr in kalligraphisch-künstlerischer Form handschriftlich ausgestellt wurden. Neben der Computertechnik, die in den späten 80er Jahren Einzug ins Sekretariat hielt, gab es viele weitere Veränderungen in ihrem Tätigkeitsbereich. Stets versuchte sie, Bewährtes zu bewahren und Neues zu nutzen – ein nicht immer leichtes Unterfangen.

Anekdotisch in den Erinnerungen des Kollegiums werden die Stempel in allen Lehrerbüchern und auf sonstigem Lehrmaterial bleiben, denn ohne gestempelt zu sein, durfte nichts ihr Sekretariat verlassen. Diese äußerste Sorgfalt Resi Wiesings kostete oft Zeit und manchmal Nerven, für sie war ihr Dienst stets Pflicht und Verpflichtung. So sagte Sr. Margareta schon 1992: es sei gar „nicht möglich, ihr angemessen zu danken für das Engagement und die Arbeit“. Resi Wiesing hat sich während ihrer Tätigkeit stets auch über den Bereich des Schulsekretariats hinaus engagiert, sie war viele Jahre Geschäftsführerin des Vereins der Freunde und Förderer des Ursulinengymnasiums und unterstützte den Ursulinenkonvent. Und hier wird sie sich gewiss weiterhin engagieren.

„Die Schule war meine Familie, ich war gern für die Schule und die Schüler da“, resümierte die nun in die Rente Verabschiedete in ihren Schlussworten und dankte mit einem herzlichen „Schiff ahoi!“ allen Weggefährten auf dem Ursula-Schiff für das Vergangene. Während diese das Sekretariat C002 in den letzten Jahrzehnten meist nur dann leer vorfanden, wenn Resi Wiesing auf Wallfahrt war, werden wir uns nun daran gewöhnen müssen, unsere ehemalige Sekretärin außerhalb der Schule im privaten Rahmen zu treffen.

Die Schulgemeinde wünscht alles Gute und Gottes Segen für die Zukunft, Resi Wiesing!

Ina Fischer

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