Schule und Erziehung

Austausch mit Uganda

Mit Interesse und Freude lesen Father Dr. Rogers und Godfrey Kusiima (Mitte) im Forum des Mariengymnasiums die Informationen über die St. Andrea Kaawa Schools, begleitet von Jens Kirschner (r.), dem Koordinator des Uganda-Projekts am Mariengymnasium.Arnsberg, 27.5.2019 Bereits zum neunten Mal besuchte Father Dr. Rogers das Mariengymnasium Arnsberg. Der Direktor der Partnerschule wurde diesmal von seinem Bruder Godfrey Kusiima begleitet, der als Schulleiter die pädagogische Leitung der St. Andrea Kaahwa Schools in Uganda ausübt. Zurzeit befinden sich die Schüler an unserer Partnerschule in den Schulferien.

In Uganda gibt es keine Schulhalbjahre, sondern Trimester, das heißt, dass das Schuljahr in drei Blöcke unterteilt ist, an deren Ende die 1800 Schülerinnen und Schüler unserer Partnerschule Abschlussexamen schreiben müssen, bevor es in die Ferien geht. Die Ferien in Uganda unterscheiden sich von Ferien in Deutschland deutlich, da sie nicht durch Urlaubsreisen, sondern durch Arbeit auf den elterlichen Feldern geprägt sind. Daher ist die Freude auf Ferien bei den Schülern in Uganda nicht so groß, wie bei uns in Deutschland. Allerdings können die Schülerinnen und Schüler der St. Andrea Kaahwa Schools endlich ihre Eltern wiedersehen, denn fast alle Schüler sind dauerhaft im Internatsbetrieb an der Schule.

Der Besuch wurde am Mariengymnasium durch den Musikkurs der Q1 mit heimischen Klängen empfangen. Musiklehrer Clemens Keller hatte mit seinen Schülern unter anderem das Lied „Singa Jesu“ in Runyoro, dem ugandischen Dialekt, der in der Gegend unserer Partnerschule gesprochen wird, einstudiert.

Dem Kollegium stellte sich der ugandische Schulleiter im Anschluss vor und machte dabei deutlich, dass es zwischen der deutschen und der ugandischen Schule in bischöflicher Trägerschaft viele Gemeinsamkeiten gibt. So ist die St. Andrea Kaahwa Schule ebenfalls im ländlichen Gebiet gegründet worden und strebt die Bildung der in Uganda benachteiligten Mädchen an. In ugandischen Familien werden meist nur die Jungen von den Eltern zur Schule geschickt, während die Mädchen früh durch lukrative Heiraten zur Erweiterung des Familienvermögens beitragen und ihre Bildung von daher vernachlässigt wird.

Die Führung durch die Schule und insbesondere der Fachräume machte dann wieder große Unterschiede im pädagogischen Alltag der beiden Schulen deutlich: gut ausgestatte Physik-, Chemie- oder Computerräume gibt es an unserer Partnerschule ebenso wenig wie Whitebords oder Beamer. Chemieunterricht findet in den regulären Klassenräumen statt, die Reagenzgläser u.ä. werden nach dem Unterricht im Hof gespült. Das deutsche Sicherheitskonzept beeindruckte Godfrey Kusiima hierbei deutlich.

Beim Erdkundeunterricht wird z. B. eine Karte mit Kreide von dem Lehrer an die schwarz gestrichene Wand gemalt und von den Schülern in die Hefte übertragen. Das grüne Klassenzimmer, die Kapelle sowie die Ausstattung der Turnhallen hinterließen ebenfalls großen Eindruck, zumal Sportlehrer Udo Jakobi eine kurze Einführung in das in Uganda vollkommen unbekannte Rhönrad gab.

Nach einer kurzen Stärkung folgte ein intensiver Austausch über Erziehung auf Schulleiterebene. Da in Uganda Erziehung kulturell bedingt oft noch körperliche Strafen beinhaltet, war es Frau Ostermann–Fette, der Schulleiterin des Mariengymnasiums, eine Herzensangelegenheit sich mit ihrem ugandischen Schulleiterkollegen über alternative, gewaltfreie Erziehungsmethoden auszutauschen. Bei einem konstruktiven Gespräch wurde deutlich, dass unsere Partnerschule sich auf einem guten Weg befindet und modernste Erziehungskonzepte auch im fernen Uganda nicht unbekannt sind.

Daraufhin wurden weitere, notwendige und sinnvolle Unterstützungsmöglichkeiten durch das Mariengymnasium für die ugandische Partnerschule erörtert, die in nächster Zeit angegangen werden sollen. Der Aufbau einer Homepage an unserer Partnerschule soll in nächster Zeit in Angriff genommen werden, damit es in Deutschland möglich ist, die Fortschritte an der Partnerschule zu verfolgen.

Ein gemeinsames Mittagessen stellte den Abschluss eines informativen, herzlichen und konstruktiven Besuchs des Schulleiters und des Direktors der St. Andrea Kaawa Schools aus Uganda dar.

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