Schule und Erziehung

„Alles nur Show!?“

Eine gefährliche Gruppendynamik ergibt sich in „Alles nur Show“, die für Spannung sorgt. Bad Driburg, 15.5.2019 Was passiert, wenn sieben Jugendliche in einem Container eingeschlossen und rund um die Uhr gefilmt werden? Und wie verhält sich jeder einzelne in der Gruppe, wenn zusätzlich noch bizarr anmutende Aufgaben an sie gestellt werden, die darauf abzielen, sich aneinander gegenüber ablehnend zu verhalten? Entsprechend spannungsgeladen stellte sich die Ausgangssituation in dem von Jenny Wölk verfassten Drama „Alles nur Show“ dar. Daraus entwickelte sich eine packende Handlung, in der die Schauspieler des Projektkurses Theater unter der Leitung von Deutschlehrerin Nicole Schernus in den einzelnen Rollen der jugendlichen Showteilnehmer zu überzeugen wussten.

Da ist zum Beispiel die querschnittsgelähmte Jule (Ramona Thiele), die den TV-Zuschauern der Show beweisen möchte, dass man etwas erreichen kann, auch wenn man nicht seine Beine bewegen kann. Sie freundet sich mit der Migrantin Alja (Yasmin Süzen) an, die den Geldgewinn aus der Show dringend benötigt, um ihrer Mutter und ihrem Bruder ein Leben in Deutschland zu ermöglichen. Beide leiden unter den rechten Parolen von Andreas (Jan Ens), dessen Abneigung gegenüber Ausländern im Verlauf der Handlung mehr und mehr zutage tritt. Der intelligente Amadeus (Joshua Schonlau), der viele Gelehrte zitieren kann, es aber ganz besonders auf das Preisgeld abgesehen hat, weiß diesen Äußerungen ebenso wenig entgegenzutreten wie die zurückhaltende Linn (Sophie Ostermann), die ein dunkles Geheimnis mit sich herumträgt. Mary (Lara Kim Tölle) und Maddy (Franziska Koch) verfolgen dagegen einzig und allein das Ziel, durch ihre Teilnahme an der Show ihre Kariere als Sängerin bzw. Schauspielerin voranzubringen.

Angesichts dieser gegensätzlichen Charaktere ergibt sich eine gefährliche Gruppendynamik, die zusätzlich noch durch die von der Showmasterin (Evelyn Klassen) gestellten Aufgaben verschärft wird, bis den einzelnen Protagonisten schließlich bewusst wird, dass sie nur als Team gewinnen können – eine wichtige Erkenntnis mit gesellschaftspolitischer Signalwirkung!

Weitere Aufführung

Allein deshalb lohnt sich ein Besuch dieses Theaterstücks, das nach der Premiere am vergangenen Montagabend ein weiteres Mal am kommenden Sonntag, den 19. Mai 2019, um 17 Uhr in der Aula des Gymnasiums St. Xaver aufgeführt wird. Der Eintrittspreis beträgt 5 Euro, für Schüler 3 Euro.

 

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