Schule und Erziehung

Wo ist unser spezieller katholischer Anspruch?

„Katholische Schule – Profilbildung stärken“: Das Forschungsprojekt wurde jetzt in Paderborn mit einem Treffen von Vertretern der beteiligten Schulen mit dem Forschungsteam gestartet.Foto: pdp/Maria Aßhauer Paderborn, 29. März 2019. (pdp) Was heißt an unserer Schule heute „katholisch sein“? Diese Frage bringt das jetzt startende Forschungsprojekt „Katholische Schule – Profilbildung stärken“ auf den Punkt: Professor Dr. Oliver Reis vom Institut für Katholische Theologie der Universität Paderborn und sein Team wollen das an einzelnen katholischen Schulen im Erzbistum Paderborn herausfinden. Dadurch sollen Schulen dabei unterstützt werden, ihr Profil für eine Katholische Schule heute zu entwickeln. Auftraggeber der Studie ist die Hauptabteilung Schule und Erziehung im Erzbischöflichen Generalvikariat Paderborn. Die Hildegardisschule in Hagen und die Laurentius-Schule in Warburg steigen direkt ins Projekt ein. Als Resonanzgeber machen außerdem das St.-Ursula-Gymnasium Arnsberg, das Berufskolleg Bergkloster in Bestwig und die Schule Marianhill in Arnsberg mit. Die Verantwortlichen der beteiligten Schulen haben sich jetzt mit dem Forschungsteam im Erzbischöflichen Generalvikariat getroffen und damit den Startschuss für das Projekt gegeben.       

Das Forschungsprojekt wird über drei Jahre gehen und ist in seiner Form einzigartig. Alle Schulen, die an dem Forschungsprojekt teilnehmen, werden von kirchlichen Einrichtungen getragen: Die Hildegardischule in Hagen und das Gymnasium St. Ursula in Arnsberg-Neheim vom Erzbistum Paderborn, die Laurentius-Schule Warburg sowie die Schule Marianhill Arnsberg von der Caritas, das Berufskolleg Bergkloster Bestwig von der Ordensgemeinschaft der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel.  

Professor Dr. Oliver Reis, der an der Uni Paderborn den Lehrstuhl für Religionspädagogik unter besonderer Berücksichtigung von Inklusion innehat, erklärt das Ziel des Forschungsprojektes: „Es geht darum, die spezielle Kultur zu erforschen, über die sich katholische Schulen in ihrem Selbstverständnis definieren. Unser Ansatz geht dabei über das Leitbild katholischer Schulen und seine Umsetzung von oben nach unten hinaus. Wir wollen konkrete Aktionsforschung betreiben, die mit den Schulen zusammen das katholische Profil stärken soll.“ Was drückt unsere Raumgestaltung aus? Wie sind die schulpastoralen Angebote integriert? Wie offen ist unsere Unterrichtskultur für religiöse Fragen? All diesen Fragen wird das Forschungsprojekt in den nächsten drei Jahren nachgehen.  

pdp Drei Fragen an ...
Dompropst Monsignore Joachim Göbel
Leiter der Hauptabteilung Schule und Erziehung im Erzbischöflichen Generalvikariat      

Wie ist die Idee zu diesem Forschungsprojekt entstanden?  
Msgr. Göbel: Im Leitungsteam unserer Abteilung haben wir über die Neufassung unseres Leitbildes für die Schulen in Trägerschaft des Erzbistums Paderborn nachgedacht. Im Laufe dieses Prozesses entstand die Idee, das Thema „Profil unserer Schulen“ breiter und mit wissenschaftlicher Begleitung anzugehen.      

Worin liegt die Einzigartigkeit des Projekts?  
Msgr. Göbel: Die in unseren Schulen stattfindende Qualitätsanalyse erfasst nur einzelne Aspekte: Ausstattung, Räume, curriculare Eigenprägung, Gottesdienste usw. Dieses Projekt nimmt sozusagen „das Ganze“ in den Blick, die Kultur, die in einer Schule herrscht: Wie gehen die Akteure miteinander um? Wie spricht man miteinander? Und vieles mehr.      

Welchen Nutzen versprechen Sie sich auch für die anderen katholischen Schulen in Trägerschaft des Erzbistums Paderborn?  
Msgr. Göbel: Am Ende erwarte ich klare und konstruktive Hilfen und Hinweise für alle Schulen, die sie in Lage versetzen, das eigene Profil zu überprüfen und eine Kultur zu entwickeln, die unsere Schulen tatsächlich zu „anderen Orten“ macht. 

Sie sind hier: Katholische Schulen
Erzbistum Paderborn