Schule und Erziehung

„Sie wohnen im Nichts, sie dürfen starten- also guten Flug!“

Morgens um 6 Uhr starteten die Schülerinnen und Schüler ihren Wetterballon auf dem Schulgelände der Brede.Brakel, 10.7.2017 Nach gut sechs Monaten Planung war es am Ende Juni endlich so weit, dass die MINT-AG der Schulen der Brede aus Brakel ihr Projekt, einen Wetterballon in die Erdatmosphäre zu schicken, starten konnte.

Die AG traf sich seit Januar regelmäßig einmal pro Woche in der Schule und auch an zwei Terminen mit Prof. Wolf vom HexLab der Hochschule OWL in Höxter, um die Planung Stück für Stück und detailgenau zu strukturieren. Koordiniert wurde das Projekt mit den MINT-AG-Schülern als Schwerpunktthema von Ruben Fritsche, der als Bundesfreiwilligendienstleistender an den Schulen der Brede tätig ist.

Die Planung für einen solchen Wetterballon bezog sich neben der Sponsorensuche auf die Materialauswahl, die Gasberechnung, technische Tüfteleien, das Einholen von Genehmigungen der Flugsicherung sowie das Abschließen einer Haftpflichtversicherung für Freiluftballone – alles Neuland für unsere Schüler!

Die Zeit der Planung, des Beschaffens und natürlich auch des Wartens war dannschließlich vorbei, die Vorfreude und Spannung auf das besondere Erlebnis maximal: 20 Schülerinnen und Schüler der MINT-AG trafen sich abends, um letzte Vorbereitungen durchführen zu können.
Außerdem hatten sie entschieden, in der Schule zu übernachten, da der Start des Ballons um 6 Uhr in der Frühe einen gewissen Vorlauf brauchen würde. Daher hieß es für die Schüler, den BufDi Ruben Fritsche und die Lehrerin Birgit Niemann: „Aufstehen um 4 Uhr!“

Die exakte Zeitplanung sollte sich als besonders sinnvoll erweisen, der Wetterballon mit Sonde konnte pünktlich um 6 Uhr bei besten Wetterbedingungen in den fast windstillen blauen Himmel über Brakel starten. Der Jubel über den gelungenen Start war groß!

Direkt im Anschluss stiegen alle zusammen in einen Bus, um den Ballon hinterherzufahren. Durch eine Internetseite, die die Flugroute simulierte, war es möglich, den ungefähren Landepunkt vorauszusagen. Anvisiertes Ziel war demnach Witzenhausen in Hessen. Dort angekommen hatte noch keiner der mitgeschickten GPS-Tracker seine Position gesendet, langsam wurden nicht nur die Schüler, sondern auch Prof. Wolf etwas nervös. Als dann aber - nach einem ausgiebigen Picknick – die erste SMS mit den Koordinaten der Sonde ankam, lag das tatsächliche Ziel bei Weißenborn (Hessen).

Weiter ging es im Bus durch Felder und Wälder – alle hielten Ausschau nach dem roten Fallschirm. Am Ort der GPS-Koordinaten wurde die Sonde samt Inhalt schnell gefunden, die Freude war riesengroß. Die Sonde war am Fallschirm sanft im Kornfeld gelandet und unerwarteter Weise völlig intakt. Sofort wurden Kamera und Datenträger entnommen und die Daten begutachtet. Darunter „großartige Aufnahmen“ der Atmosphäre, wie Birgit Niemann als betreuende Lehrerin der MINT-AG mit großer Freude feststellte.


Prof. Wolf sichtete gleichzeitig mit den Schülerinnen und Schülern die ersten Daten, die auf tolle Ergebnisse zu Veränderungen von Temperatur und Luftdruck bis in 36 000 m Höhe schließen lassen. Das Fazit aller: Es war viel Arbeit und Vorbereitung, ein tolles Event beim Start und die sicherlich spannendste Art, MINT-Messwerte zu ermitteln und wiederzufinden. Alles hat so unglaublich gut geklappt, dass uns die Auswertung noch lange beschäftigen wird. Bei technischen Fragen war Prof. Wolf von der Hochschule OWL eine große Hilfe.

Unterstützt wurden wir des Weiteren von folgenden Sponsoren: dSpace; Benteler AG; Sparkasse Höxter; zdi Natur und Technik. Ihnen allen ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle dafür!

Ruben Fritsche, Birgit Niemann

 

 

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