Schule und Erziehung

Ursulinenschulen Werl erinnern an 500 Jahre Reformation

Schülerinnen und Schüler der Ursulinenschulen in Werl präsentieren eigene Unterrichtsarbeiten zum Reformationsjubiläum.Werl, 26.1.2017 Die Ursulinenschulen beteiligen sich mit vielfältigen Aktionen an den Feierlichkeiten zum 500. Jahrestag der Reformation. Eine ständig erweiterte Plakatausstellung „Here I Stand“ im Forum der Ursulinenschulen zeigt Hintergründe, Abläufe und Folgen der Reformation in schülergerechter Weise auf.

„Wir werden diese Ausstellung durch Schülerarbeiten zum Thema Reformation ergänzen, die in besonderen Unterrichtsreihen in den Fächern Religion, Geschichte und Kunst im Laufe des Schuljahres erstellt werden bzw. bereits erstellt worden sind“, erläutert Ulrike Dannenberg, Leiterin eines gemischt-konfessionellen Arbeitskreises aus Religions- und Geschichtslehrern am Ursulinengymnasium. „Auf diese Weise gelingt uns eine intensive und kreative Auseinandersetzung mit der Reformation. Wir möchten Schüler, Eltern und Kollegen ansprechen und mit der Bedeutung der Reformation vertraut machen.“

Deshalb richtet sich eine Vortragsreihe mit namhaften Referenten wie Professor Dr. Harald Schroeter-Wittke (Universität Paderborn), Präses i.R. Dr. h.c. Alfred Buß sowie PD. Dr. Burkhard Neumann (Johann-Adam-Möhler-Institut Paderborn an interessierte Erwachsene in Werl und Umgebung. Schulleiterin Anne-Kristin Brunn weist darauf hin, dass Adressaten der Aktivitäten der Ursulinenschulen im Jubiläumsjahr also nicht nur Lehrer und Schülereltern sind, sondern auch interessierte Mitglieder der christlichen Gemeinden unserer Stadt. „Wir hoffen, dass das breite Spektrum der Themen aus den Bereichen „Musik und Reformation „ (27.03.2017), „Reformation und Bildung“ (Mai 2017) sowie „Reformation und Ökumene“ (September 2017) für jeden Laien etwas bereithält und selbst auch für Theologen von Interesse sein könnte“, so Anne-Kristin Bunn.

In diesem Zusammenhang verweist Julia Heihoff, Geschichts- und Religionslehrerin am Ursulinengymnasium, darauf, dass gerade hier in der Börde evangelische und katholische Gemeinden bunt gemischt nebeneinander liegen. „Das ist im Vergleich zum nahen Münster- und Sauerland oder zu weiten Bereichen Norddeutschlands etwas Ungewöhnliches. Der Dreißigjährige Krieg als eine der Folgen der Reformation hat diese Gemengelage hervorgebracht. Der barocke Schriftsteller und Zeitzeuge Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen (1622-1676) beschreibt in seinem Schelmenroman „Das abenteuerliche Leben des Simplizissimus“ diese Situation sehr farbenprächtig und hat darin den damaligen Nonnen des Klosters Paradiese ebenso ein literarisches Denkmal gesetzt wie dem noch heute bekannten „Jägerken von Soest“. Jochen Grade, Geschichtslehrer und Mitglied des Geschichtsvereins Soest wird den Schülern der Ursulinenschulen am letzten Schultag des ersten Halbjahres deshalb erläutern, wie die Reformation nach Soest kam, aber warum nicht nach Werl.

Im Rahmen des Jubiläumsjahres bietet die Arbeitsgruppe der Ursulinenschulen Werl außerdem im Zusammenarbeit mit dem „Neuen Heimat- und Geschichtsverein Werl“ für Interessenten aus der Schulgemeinschaft eine Fahrt zur Luther-Ausstellung im Kloster Dalheim bei Paderborn an. Eine sachkundige Führung wird dort die Besucher mit dem Lutherbild der letzten 100 Jahre vertraut machen. Luther – ein Held oder missbrauchter Wegbereiter des Nationalsozialismus? Im November endet das Jubiläumsjahr an den Ursulinenschulen mit einem ökumenischen Gottesdienst, den Pastor Michael Müller zusammen mit der ehemaligen Schülerin und heutigen Pfarrerin Dr. Kerstin Schiffner halten wird.

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