Schule und Erziehung

Zurück zu den Wurzeln

Der Einkehrtag begann mit einem gemeinsamen Gottesdienst. Steyl/ Bad Driburg, 23.3.2016 Das Gymnasium St. Xaver feiert in diesem Jahr sein hundertjähriges Bestehen: Am 7. Dezember 1915 wurde das Schulgebäude als Missionshaus der Steyler Missionare eingeweiht und im Jahr 1916 der Schulbetrieb aufgenommen. Angesichts dieses Jubiläums liegt es nahe, den Blick zurück auf die eigene Geschichte zu werfen, − so u. a. bei einer Fahrt, die von Mitarbeitern und Lehrern ins niederländische Dorf Steyl, dem Zentrum der Steyler Ordensfamilie, unternommen wurde, um auf diese Weise den Wurzeln des Gymnasiums St. Xaver näher auf die Spur zu kommen.

Immer größer und stärker muss er im Leben des 1837 in Goch am Niederrhein geborenen und im Jahr 2003 heilig gesprochenen Priesters Arnold Janssen geworden sein: der Wunsch, sich aktiv für die Mission in Übersee und ihre Bedürfnisse einzusetzen. Doch zunächst wird Arnold Janssen nach dem erfolgreich abgelegten Abitur, dem Studium und der Priesterweihe zum Lehrer am St. Georg-Gymnasium in Bocholt bestimmt. Mit dem Einsetzen des sogenannten „Kulturkampfes“ wechselt er als Hausgeistlicher an das Ursulinenkloster in Kempen und gibt zugleich die Zeitschrift „Der kleine Herz-Jesu-Bote“ heraus, in der er Nachrichten aus der Mission veröffentlicht. Auf diese Weise möchte er seinen Beitrag dazu leisten, das Bewusstsein für die Mission in der Bevölkerung zu stärken. Zugleich hofft er, dass sich jemand der Herausforderung annehmen und ein Haus zur Vorbereitung von Missionaren für einen Einsatz in Übersee gründen wird. Da dies jedoch nicht geschieht, ergreift er schließlich selbst die Initiative: Er sammelt Geld und kauft − unter Berücksichtigung der politischen Situation gleich hinter der Grenze im niederländischen Dorf Steyl − ein altes Gasthaus, das zur Keimzelle einer Ordensgemeinschaft wird: 1885 wird die „Gesellschaft des Göttlichen Wortes“ (Societas Verbi Divini, SVD) ins Leben gerufen, deren Mitglieder unter dem Namen „Steyler Missionare“ bekannt sind. 1889 folgt die Gründung der Kongregation der „Dienerinnen des heiligen Geistes“ (Servae Spiritus Sancti, SspS), der sogenannten „Steyler Missionsschwestern“. 1896 wählt Arnold Janssen einige dieser Schwestern aus, um einen kontemplativen Zweig zu gründen: die „Dienerinnen des heiligen Geistes von der ewigen Anbetung“ (Servae Spiritus Sancti de Adoratione perpetua, SspSAP), die aufgrund der Farbe ihrer Tracht im Volksmund auch „rosa Schwestern“ genannt werden.

Viele faszinierte die kunstvolle Ausgestaltung der Grotten im Klostergarten in Steyl. Alle diese drei Gemeinschaften haben ihr Mutterhaus in Steyl. Sie bilden zusammen ein Klosterdorf, das das Zentrum der Steyler Ordensfamilie darstellt. Insofern war es den Mitarbeitern und Lehrern des Gymnasiums St. Xaver ein Anliegen, diesen Ort im Jubiläumsjahr zu besuchen, ging doch von hier aus ein besonderer Geist aus, der auch zur Gründung des Missionshauses in Bad Driburg führte und die Schule bis zum heutigen Tag prägt. Im Rahmen eines Einkehrtages waren sie bei den Steyler Missionsschwestern zu Gast, die sie nicht nur freundlich aufnahmen, sondern auch den Tag durch Vorträge und Führungen gestalteten. Auf diese Weise konnte noch einmal die Biographie Arnold Janssens und die Geschichte der drei Ordensgemeinschaften näher in den Blick genommen werden. So wurden die Teilnehmer u. a. mit einer Powerpoint und durch den Besuch einer Ausstellung über das Wirken der Steyler Missionsschwestern informiert. Vor allem aber bestand die Möglichkeit, Rundgänge über das Gelände des Klosterdorfes zu unternehmen. Der weitläufige Garten mit seinen Grotten, insbesondere aber auch das Grab Arnold Janssens übten eine tiefe Faszination aus. Ein gemeinsamer morgendlicher Gottesdienst und der abschließende Reisesegen vor der Abfahrt rahmten diesen Tag, der allen Teilnehmern noch lange in Erinnerung bleiben dürfte und ihnen auf eindrucksvolle Weise vor Augen führte, wo die Wurzeln des Gymnasiums St. Xaver liegen.

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