Schule und Erziehung

„Lernen, damit andere auch lernen können“

Stolz präsentieren (v.l.) Francesco Monfoletto, Mara Breß, Till Pompe und Alexander Fiebig stellvertetend für die Jgst. 6 des St.-Ursula-Gymnasiums das Ergebnis des „Vokabelmarathons“ für PLAN.Doris KennemannAttendorn, 12.2.2016 „Wir lernen, damit andere Kinder auch lernen können“. Unter dieses Motto stellten kurz vor Weihnachten die Schülerinnen und Schüler der Jgst. 6 des St.-Ursula-Gymnasiums eine eher ungewöhnliche Spendenaktion zugunsten des Kinderhilfswerks PLAN. Durchgeführt wurde diese nämlich als „Vokabelmarathon“ in den jeweiligen Latein- und Französischkursen. Nun konnte das stolze Ergebnis von insgesamt 1.685 Euro den fleißigen Schülerinnen und Schülern und allen Spendern bekannt gegeben werden.

Lateinlehrerin Doris Kennemann, selbst PLAN-Patin und Initiatorin des Projekts, erläutert die Hintergründe: „Das Einsetzen der zweiten Fremdsprache in der Jgst. 6 stellt die Schülerinnen und Schüler vor die Herausforderung, Vokabeln in zwei Fremdsprachen lernen zu müssen. Sollten dabei bereits frühzeitig Lücken entstehen, fällt es später oft schwer, diese wieder zu füllen. Die Aktion kann die Schülerinnen und Schüler dazu motivieren, die neuen Vokabeln kontinuierlich zu wiederholen und sich dauerhaft einzuprägen. Auf diese Weise können sie nicht nur für andere Gutes tun, sondern gleichzeitig auch ihre eigene Leistung steigern. Dieses Erfolgserlebnis trägt hoffentlich dazu bei, auch über die Aktion hinaus an der Lerngewohnheit festzuhalten.“ Mit dieser Intention fiel es Doris Kennemann nicht schwer, ihren Fachkollegen Thomas Schomaker und die Französischlehrerinnen Evelyn Kampf, Miriam Remke und Christina Tillmann von der Aktion zu überzeugen. Denn sie stellt zusätzlich auch noch eine sinnvolle Ergänzung zu dem in der Jgst. 6 durchgeführten Methodentag zum Wortschatzerwerb dar.

Zur Vorbereitung des „Vokabelmarathons“ wiederholten die Sechstklässler rund 200 Vokabeln, von denen 30 in einem Test abgefragt wurden. Potentielle Sponsoren wurden um einen Betrag von mindestens 0,10 Euro pro richtige Vokabel gebeten, im optimalen Fall also um 3 Euro. Doch viele der teilnehmenden Eltern, Großeltern, Geschwister, Nachbarn oder Bekannten erhöhten gern freiwillig diesen Betrag um das Doppelte bis sogar Fünffache. Der Erlös war von Beginn an für Projekte des Kinderhilfswerks PLAN im Bildungsbereich bestimmt. Aufgrund der erfreulich hohen Summe konnten fünf Eselsbibliotheken für Äthiopien finanziert werden, die auf festgelegten Routen Vorschulen und Gemeinden besuchen und den Kindern so Zugang zu Wissen und Geschichten ermöglichen. Weiterhin wurden zehn Schulen in Guatemala bei der Anschaffung von Möbeln und technischer Ausstattung unterstützt, damit besonders auch Mädchen in ländlichen Regionen durch Tele-Unterricht einen Schulabschluss erlangen können. Außerdem können sich 25 Kinder der abgeschieden lebenden Volksgruppe der Mangyan auf den Philippinen über ein Schulset bestehend aus einer Schultasche, Schreibmaterial und einen Taschenrechner freuen. Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler erhielten zum Dank ein persönliches Geschenkzertifikat von PLAN zur Erinnerung an ihre tolle Leistung.

Ein verbleibender Restbetrag wurde von den Lehrkräften aufgerundet und an die Partnerschule des St.-Ursula-Gymnasiums in Vitorino Freire / Brasilien gespendet. „Das sollten wir eigentlich öfter machen“, lautet das Fazit einer Schülerin und damit spricht sie wohl aus, was die meisten ihrer Mitschüler und die Fachlehrerinnen und –lehrer denken. Allen Sponsoren sei an dieser Stelle ganz herzlich gedankt.

 

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