Schule und Erziehung

Ursulinengymnasium Werl bietet neuen Weg zum bilingualen Abitur an

Im Differenzierungskurs 8/9 Geschichte gibt es bereits zweisprachigen Unterricht in Deutsch und Englisch. Nun wird das ausgeweitet in einer „bilingualen Klasse“ jeweils ab Jahrgangsstufe 7.Werl, 26.11.2015 Der zweisprachige Unterricht in Deutsch und Englisch wird deutlich ausgebaut. Die Konsequenz: Künftig werden die Klassen am UG nach dem Ende des 6. Schuljahres stets neu gemischt. Denn mit Beginn des kommenden Schuljahres bietet das UG ab der 7. Jahrgangsstufe eine „bilinguale Klasse“ an. Zum Ende des 6. Jahrgangs müssen Eltern und Kinder sich entscheiden, ob sie den zweisprachigen Weg gehen wollen. In der bilingualen Klasse werden Geschichte und Erdkunde auf Englisch erteilt, Fachbegriffe aber auch auf Deutsch erläutert. Das Angebot richte sich an Schüler, „die ein besonderes Interesse an diesen beiden Sachfächern, vor allem aber auch Freude am Umgang mit Menschen und ihrer Sprache haben“, sagt Schulleiterin Anne-Kristin Brunn.

Fremdsprachliches Profil wird geschärft

Der jetzt nach einem halben Jahr Vorbereitung angebotene bilinguale Zweig setze die neusprachliche Ausrichtung am UG fort und schärfe das fremdsprachliche Profil neben dem naturwissenschaftlichen Bereich (MINT-Schule). Dabei verweist die Schule auf internationale Kontakte und Austausche mit Le Mans und Camaret (Frankreich), Barcelona und Madrid (Spanien) sowie die Zusammenarbeit mit Schulen in Kalety (Polen) und Peebles (Schottland).

Dabei handele man nach der Devise „Bewährtes fortsetzen und ausbauen“, sagt Brunn. Bereits seit einigen Jahren gibt es am UG englischsprachigen Unterricht im Differenzierungskurs 8/9 Geschichte. Das weite man nun aus, um den Weg zum bilingualen Abitur zu ebnen. Dafür brauchen Abiturienten den Leistungskurs Englisch als Abi-Prüfungsfach; im dritten oder vierten Abiturfach wird die Prüfung ebenfalls auf Englisch abgelegt. Die Abiturienten erhalten ein gesondertes Zertifikat.

Vorsprachliche Konzepte werden besser vernetzt

Von dem Weg des neuen sprachlichen Schwerpunktes ist die Schulleiterin überzeugt – auch aus eigener Erfahrung. „Bei bilingualem Unterricht geht es um weit mehr als um Spracherwerb.“ Mit bilingualen Angeboten würden auch vorsprachliche Konzepte bei jungen Menschen besser vernetzt und erweitert, so dass diese sich flexibler auch in den übrigen Lernprozessen erweisen. Ihre eigenen Kinder besuchen ein Gymnasium mit bilingualem Angebot – und als ehemalige Koordinatorin der Europaschule Brede in Brakel (Kreis Höxter) könne sie Erfahrung in die Planung und Umsetzung des bilingualen Zweigs einbringen.

Demnach profitieren alle Schüler in den Klassen 5 und 6 von einer zusätzlichen Englischstunde pro Woche zur Vorbereitung bilingualen Unterrichts – und zwar unabhängig davon, ob sie sich später für diesen Zweig entscheiden oder nicht. Ab der 7. Klasse werde dann das Fach Erdkunde auf Englisch unterrichtet; in Klasse 8 komme englischsprachiger Geschichtsunterricht hinzu.

Es mache aber keinen Sinn, dass Eltern und Schüler sich schon bei der UG-Anmeldung entscheiden, ob die später zweisprachig lernen wollen, nur um später den Klassenverband zu erhalten. „Sie sollen erstmal ankommen; später fällt es leichter, sich zu entscheiden“, sagt Brunn. Mit der Neumischung von Klassen als Konsequenz des neuen Wegs würden Schüler sich oft gar nicht so schwer tun.

Schüler erhalten bessere Möglichkeiten für ihre Karriere

Lehrer Rüdiger Bönnemann (Englisch und Geschichte) hat mit dem bilingualen Angebot im Differenzierungsbereich gute Erfahrungen gemacht. Die Schüler seien „hoch motiviert“. Er begrüße die Perspektive, in der Oberstufe einen englischsprachigen Geschichte-Grundkurs anbieten zu können auf dem Weg zum bilingualen Abitur. Auch eröffne man Schülern neue Wahlmöglichkeiten bei ihrer Laufbahnplanung. Anne-Kristin Brunn ist sicher: „In Zeiten eines immer enger verbundenen Europas und eines sich zunehmend internationalisierenden Arbeitsmarktes sehe ich in unserem Angebot ein gute Chance, unsere Absolventen für die Zukunft fit zu machen.“ Nicht zuletzt profitiere die eigene Muttersprache von erweiterten Sprachkompetenzen.

Auch bei den Schülern finde der bisherige bilinguale Unterricht Zuspruch. „Es macht viel Spaß, man lernt schnell neue Vokabeln und behält die erlernten Sachen lange“, schildert eine Schülerin.

 

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