Schule und Erziehung

Mallinckrodt-Schüler informieren sich über Flüchtlingshilfe

Großes Podium zur Flüchtlingssituation (v.l.): Claudia Middendorf, Daniela Schneckenburger, Diane Jägers, Laura Weber, David Obermeier, Christoph Gehrmann, Elisabeth Michel, Karola Jaschewski und Alena Mörtl wurden von Schulleiter Christoph Weishaupt begrüßt.pdpDortmund, 17.9.2015 (pdp). Die Situation der Flüchtlinge in Dortmund beschäftigt auch die Schülerinnen und Schüler des katholischen Mallinckrodt-Gymnasiums. Am Mittwochabend hatte die Schülervertretung (SV) zu einer Podiumsdiskussion eingeladen. Eine zentrale Frage dabei: „Wie können wir als Schülerinnen und Schüler des Mallinckrodt-Gymnasiums helfen?"

Im voll besetzen Forum der Schule moderierten SV-Lehrerin Laura Weber und Schülersprecher David Obermeier das Gespräch mit Rechtsdezernentin Diane Jägers, Jugenddezernentin Daniela Schneckenburger, der Landtagsabgeordneten Claudia Middendorf (CDU), Christoph Gehrmann von der sozialen Fachberatung der Caritas, Alena Mörtl vom Projekt „Ankommen" und Karola Jaschewski von der FeiwilligenAgentur Dortmund.

Einig waren sich alle darin, dass die Herausforderungen immens, aber auch die Hilfsbereitschaft der Dortmunderinnen und Dortmunder überaus groß ist. Das stellt die helfenden Organisationen aktuell vor das Problem, nicht alle Hilfsangebote zeitnah koordinieren zu können. Allein für die von der Caritas Dortmund betreute Übergangseinrichtung in der ehemaligen Hauptschule am Ostpark hätten in den letzten Tagen 300 Menschen ihre Hilfe angeboten. „Das ist ein sehr schönes Problem und wir werden all diese Hilfe noch brauchen", meinte Christoph Gehrmann. Nur aktuell sei es kaum möglich, auf jedes Hilfsangebot einzugehen. Das bestätigte Karola Jaschewski von der FeiwilligenAgentur. Dort haben sich innerhalb von drei Tagen 1.000 Menschen gemeldet, die helfen möchten. „Auf lange Sicht brauchen wir all diese Hilfe, aber wir müssen erst noch die entsprechenden Strukturen aufbauen", erklärte sie. Eine solche Struktur kann etwa eine Differenzierung nach Aufgaben sein, wie sie das Projekt „Ankommen" vornimmt. Dort melden sich Helfer für Aufgabenteams, die Deutschunterricht, Umzugshilfen, Veranstaltungen oder Patenschaften organisieren.

Wie groß die Dimensionen sind, für die vor allem längerfristig auch die Unterstützung durch Ehrenamtliche gefragt ist, verdeutlichte Diane Jägers: „Wir erleben die größte Fluchtbewegung seit dem Zweiten Weltkrieg." Neben den großen Zahlen der Flüchtlinge, die für die Erstaufnahme oder eine vorübergehende Notunterkunft nur eine kürzere Zeit in Dortmund bleiben, hat die Stadt derzeit 4.100 Asylbewerber aufgenommen. Besonders für diese länger in Dortmund bleibenden Flüchtlinge sei die Unterstützung durch Ehrenamtliche bei der Integration wichtig.

Daniela Schneckenburger beschrieb die Situation der vielen unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge: „Sie flüchten vor Krieg, Hunger und Misshandlung, vor Zwangsheirat, Genitalverstümmelung oder Missbrauch als Kindersoldat." Teilweise hätten sie ihre Eltern verloren, teilweise würden sie aber auch von den Eltern geschickt, in der Hoffnung auf ein besseres und sicheres Leben in Europa.

Bei den Schülerinnen und Schülern gab es eine große Bereitschaft, besonders mit dieser Gruppe der etwa gleichalterigen Flüchtlinge in Kontakt zu kommen. Schulleiter Christoph Weishaupt konnte sich auch vorstellen, dass sich die Schule beim Angebot von Deutschunterricht engagiert. „Helfen ist eine gute Tradition dieser Schule", sagte Weishaupt am Ende der Podiumsdiskussion. Und so hingen im Foyer bereits Listen, in die sich die Schülerinnen und Schüler mit Hilfsangeboten eintrugen.

 

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