Schule und Erziehung

Der Geist der Patres wird noch lange nachwirken

Domkapitular Dr. Thomas Witt – hier mit Rektor Pater Johannes Nies MSF - verabschiedete im Auftrag von Erzbischof Hans-Josef Becker die Missionare der heiligen Familie.pdpPaderborn, 24. August 2015 (pdp). Wehmut stand allen Beteiligten bei der Verabschiedung in den Gesichtern geschrieben. Nach 95 Jahren werden die Missionare der Heiligen Familie das Kloster „Maria Königin“ in Altenhundem zum 1. Oktober 2015 verlassen. Am vergangenen Samstag fand die offizielle Festveranstaltung statt, die mit einem feierlichen Gottesdient begann.

„Das Motiv des Dankes ist der rote Faden der heutigen Veranstaltung“, begrüßte Pater Johannes Nies (Rektor des Missionshauses) die zahlreichen Gäste in der Klosterkirche. Dabei stellte er voran, dass die Patres vor allem mit Dankbarkeit auf die Zeit in Altenhundem zurückblicken würden. Pater Johannes Nies erinnerte an das DFB-Pokalfinale vom 30. Mai dieses Jahres und zitierte den Trainer von Borussia Dortmund, Jürgen Klopp: Es sei nicht so wichtig, was über einen Menschen gedacht werde, wenn er komme, sondern was über einen Menschen gedacht werde, wenn er gehe.

Aus dieser Sicht werde der Geist der Missionare der Heiligen Familie noch lange nachwirken, die im besten Sinne Spuren hinterlassen hätten. „Was uns bleibt, ist große Dankbarkeit und Wertschätzung für all das, was Sie im Bereich von Seelsorge und Schule hier in den letzten Jahrzehnten geleistet und bewirkt haben“, überbrachte Domkapitular Dr. Thomas Witt die Grußworte von Erzbischof Hans-Josef Becker. Das Ziel der Schule einer ganzheitlichen Entfaltung der anvertrauten jungen Menschen auf der Grundlage des Glaubens sei konsequent und erfolgreich verfolgt worden. „Dabei waren Sie stets progressiv konservativ“, betonte Dr. Thomas Witt im Auftrag des Erzbischofs.

Das Gymnasium „Maria Königin“ habe den Anspruch einer qualifizierten Bildungsstätte mit dem Anliegen der Weltmission stets verknüpft. Die Tradition der Jugendgottesdienste, eine rege Kirchengemeinde um die Klosterkirche und die seelsorgerische Tätigkeit bezeugten das Engagement der Missionare der Heiligen Familie, in deren Geiste die Schule auf ein gutes Fundament für die Zukunft gestellt sei.

Dieser Wertschätzung schlossen sich auch Pater Dieter Knoche MSF (Provinzial der deutschen Ordensprovinz der Missionare) und Pater Agostinos Purinama MSF (Vertreter des Generaloberen aus Rom) an. Pater Knoche: „Sie haben jungen Menschen das Rüstzeug für das Leben auf einer katholischen Grundlage gegeben.“ Zuversicht strahlte Pater Agostinos Purinama aus: „Hier schließen wir eine Niederlassung, können jedoch an anderen Orten in der Welt auch neue eröffnen.“

Die Patres der Deutschen Ordensprovinz der Missionare von der Heiligen Familie verlassen Altenhundem zum 1. Oktober. Pater Johannes Nies, Pater Heinrich Büdenbender, Pater Franz-Josef Holstein, Pater Adolf Reiners, Pater Hubert Tillmann und Pater Josef Vodde nahmen bis zuletzt ihre Aufgaben in der Pfarrseelsorge, Krankenhausseelsorge und in der Schule wahr. Hintergrund dieser Entscheidung ist die Altersstruktur der Gemeinschaft, die nunmehr seit 95 Jahren im Sauerland tätig war. Der Orden wurde 1895 gegründet, weilte zuerst seit 1919 in der Adolfsburg in Oberhundem, um dann 1958 auf den Klosterberg nach Altenhundem zu ziehen.

Die Zukunft des Gymnasiums Maria Königin ist durch den Trägerverein langfristig gesichert und will in Zusammenarbeit mit dem Erzbistum Paderborn und den umliegenden Gemeinden die Grundgedanken einer katholischen Schule und den Intentionen der Ordensgemeinschaft weiterhin umsetzen. „Die Entwicklung war seit Jahren absehbar. Schule und Orden waren darauf vorbereitet und haben gemeinsam die Zukunft eingeleitet. Der gute Ruf wird über den Ort hinaus erhalten bleiben“, fasste Landrat Frank Beckehoff zusammen und erinnerte an das Lied von Trude Herr, „Niemals geht man so ganz“.

In der Messfeier sorgten Musiklehrer Harald Jüngst (Organist), Juliane Beckmann (Gesang) und Frederik Linn (Trompete) ebenso wie das Orchester des Gymnasiums für die musikalische Gestaltung. Beim Festakt in der Sporthalle spielte die Big Band des Gymnasiums.

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