Schule und Erziehung

„Ich war fremd und ihr habt mit aufgenommen“

An der Hildegardis-Schule in Hagen gibt es eine Auffangklasse für Flüchtlings- und Asylantenkinder mit dem Ziel, dass sie am Regelunterricht teilnehmen können.Foto: Hildegardisschule Paderborn/Hagen, 12.6.2015 (pdp). Die Hildegardis-Schule in Hagen will ein Ort sein, an dem Menschen Heimat und Obdach finden können. Deshalb hat das vom Erzbistum Paderborn getragene Gymnasium eine Auffangklasse für Flüchtlings- und Asylantenkinder eingerichtet, für Kinder also, die in Deutschland schulpflichtig sind, jedoch aufgrund nicht ausreichender Deutschkenntnisse noch nicht am Unterricht einer Regelklasse teilnehmen können. „Zahlreiche Menschen fliehen aus ihrer Heimat und suchen Zuflucht in Europa. Unsere Pflicht als Christen ist es, uns in vielerlei Hinsicht um diese Menschen zu kümmern, und dazu gehört auch die Bildung", so der Schulleiter der Hildegardis-Schule, Dr. Christoph Jost, und Schulseelsorger Christian Haase.

Beide, Schulleiter und Schulseelsorger, freuen sich über die Unterstützung für ihre Initiative aus dem Erzbistum Paderborn, insbesondere aus der Hauptabteilung Schule und Erziehung im Erzbischöflichen Generalvikariat Paderborn. Sie dankten Erzbischof Hans-Josef Becker, der an den biblischen Auftrag Jesu erinnere, Menschen Obdach zu geben, denn auch im Fremden begegne Jesus Christus: „Ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen" (Mt 25,35).

Das Erzbistum Paderborn stellte für die Hildegardis-Schule Lehrerin Laura Schreiber ein, die mit ihrer Qualifikation „Deutsch als Zweitsprache" die Schülerinnen und Schüler der Auffangklasse in Deutsch unterrichtet. Seit zwei Monaten gibt es nun an der vom Erzbistum Paderborn getragenen Schule eine klassenübergreifende Vorbereitungsklasse für Kinder ohne Deutschkenntnisse. Derzeit besuchen diese siebzehn Kindern im Alter zwischen zehn und fünfzehn Jahren aus sechs verschiedenen Nationen.

Die Kinder kommen mit den unterschiedlichsten Voraussetzungen und Vorkenntnissen in diese Klasse und haben dennoch ein gemeinsames Ziel: schnell Deutsch zu lernen, um eine Regelklasse besuchen zu können. Die Schüler seien überwiegend sehr motiviert und unterstützten sich gegenseitig, so Lehrerin Laura Schreiber. „Es ist schön zu beobachten, dass die gegenseitige Unterstützung unter den Schülern nach und nach auch auf Deutsch geschieht und somit nicht nur die Kinder, die durch die gleiche Sprache verbunden sind, miteinander sprechen und sich helfen können."

Im Unterricht selbst geht es zunächst um die Vermittlung von alltagssprachlichen Kompetenzen. Angelehnt an die Lebenswelt der Schüler wird der Wortschatz themenbezogen erweitert, damit sie immer besser am alltäglichen Leben in Deutschland teilnehmen können. Die enorme Heterogenität der Klasse stellt alle Beteiligten dabei vor große Herausforderungen, schließlich gilt es, den individuellen Kompetenzen jedes Schülers gerecht zu werden.

Auch die weiteren Schülerinnen und Schüler der Hildegardis-Schule engagieren sich, indem sie die Klasse in großer Anzahl als Paten unterstützen und sich so für die Integration und den Lernprozess einsetzen. Mit Hilfe so zahlreicher Beteiligten wird die Hildegardis-Schule auch in Zukunft ein Ort sein, an dem Menschen Obdach und Heimat finden können. (pdp-n-12.06.15)

Sie sind hier: Katholische Schulen
Erzbistum Paderborn