Schule und Erziehung

Ökumenische Verbundenheit: Gedenken an die Opfer des Naziterrors

In ökumenischer Verbundenheit gedachten Präses Annette Kurschus und Erzbischof Hans-Josef Becker gemeinsam mit Schülern der Opfer des Naziterrors.Bernhard Wiethüchter, Hans-Ehrenberg-SchulePaderborn / Bielefeld / Auschwitz 28.5.2015 (pdp). 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs haben die leitenden Theologen der Evangelischen Kirche von Westfalen und des Erzbistums Paderborn gemeinsam mit katholischen und evangelischen Jugendlichen in Auschwitz (Polen) der Opfer des Naziterrors gedacht. Präses Annette Kurschus und Erzbischof Hans-Josef Becker legten am Donnerstag (28.5.) an der Gedenkstätte im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz einen Kranz nieder.

„Die Shoah war nicht nur ein millionenfacher Verrat an der Humanität. Christen sind mitschuldig geworden am Verrat an ihrem auferstandenen Herrn, dem Juden Jesus von Nazareth", erklärte Präses Kurschus: „Das verpflichtet uns als Kirchen, jetzt und in Zukunft jedem Antijudaismus und Antisemitismus entschieden entgegen zu treten. Das tun wir hier und heute in ökumenischer Verbundenheit."

Erzbischof Becker sagte: „Wir können der Erinnerung an dieses unvergleichliche Verbrechen nicht ausweichen." Zu dieser Erinnerung gehöre auch das Fragen: „Wie konnte das von einem Land ausgehen, das seit Jahrhunderten vom Christentum geprägt wurde? Was können wir heute gegen offenen oder verdeckten Rassismus tun? Wo sind wir gefordert gegen jede Form von menschenverachtender Ausgrenzung, gegen fremdenfeindliches Denken und Handeln?" Solche Fragen beträfen auch und gerade die nachwachsenden Generationen. „Deshalb bin ich froh, dass Schülerinnen und Schüler katholischer und evangelischer Schulen heute mit uns hier sind", so Erzbischof Becker.

Insgesamt 48 Schülerinnen und Schüler des St. Ursula-Gymnasiums Arnsberg, der Hans-Ehrenberg-Schule (Bielefeld) und des Evangelischen Gymnasiums Lippstadt sind gemeinsam mit der Präses und dem Erzbischof in Polen unterwegs. Es gehöre zum Profil evangelischer und katholischer Schulen, die Verantwortung gegenüber der Geschichte und für andere nicht nur theoretisch zu vermitteln, sondern auch praktisch einzuüben und zu leben, ergänzte Annette Kurschus. „Unser gemeinsamer Besuch mit den Schülerinnen und Schülern an diesem Erinnerungsort ist dafür ein starkes Zeichen." Die beiden Schulen in Bielefeld und Lippstadt werden von der westfälischen Landeskirche getragen, das Gymnasium in Arnsberg vom Erzbistum Paderborn.

„Die Stiftung. Erinnern ermöglichen" (Düsseldorf), die die Reise maßgeblich organisiert, fördert die Auseinandersetzung mit dem Holocaust, besonders in der Gedenkstätte Auschwitz. In das größte deutsche Konzentrations- und Vernichtungslager verschleppten die Nationalsozialisten mindestens 1,3 Millionen Menschen aus ganz Europa, darunter mehr als eine Million Juden. Die Zahl der Ermordeten lag bei 1,1 Millionen. Das Stammlager befand sich nahe der Stadt Oswiecim im deutsch besetzten Polen. (pdp-n-28.05.2015)

 

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