Schule und Erziehung

Gut zu hören: Störche im Orient

Das Ensemble beeindruckte mit eindrucksvollen Chorszenen.P a d e r b o r n (WV). Mit Begeisterung hat das Publikum die mitreißende Inszenierung des Singspiels Das Zauberwort « von Josef Gabriel Rheinberger nach dem Märchen »Kalif Storch« von Wilhelm Hauff aufgenommen. Es gab am Wochenende viel Applaus für die Akteurinnen der Mädchenkantorei am Dom und der St.-Michael-Schulen.

Zum Inhalt des Stücks: Die Herrschaft des Kalifen Chasid (Chiara Süpke) und seines Großwesirs Mansor (Laetitia Wendt) in Bagdad wird auf die Probe gestellt. Mit dem Zauberspruch »Mutabor«, den sie von einem zwielichtigen Händler (Charlotte Losemann) erhalten, verwandeln sich die beiden in Störche – unglücklicherweise vergessen sie den Rückzauber. Mizra (Laurina Sander), der intrigante Sohn eines bösen Zauberers, wird nach dem Verschwinden von Chasid und Mansor zum Kalifen ernannt. Doch er behandelt sein Volk schlecht. Irgendwie müssen die Verwandelten zurückkehren. Da kommt ihnen die in eine Eule verzauberte Prinzessin Lusa zur Hilfe und gemeinsam finden die Drei einen Weg zurück in ihren menschlichen Körper und können das Volk von der Herrschaft Mizras befeien.

Erleuchtet werden die Wände der abgedunkelten Aula an der Michaelstraße von orangefarbenen Bodenstrahlern, die ein orientalisches Flair verbreiten. Mit Klaviermusik, gespielt von Katharina Deinhard- Messerschmid, beginnt das Stück, das die freischaffende Regisseurin und Schauspielerin An Kuohn inszeniert hat. Aus allen Richtungen strömen die mit Haremshose und Turban bekleideten Mädchen in den Raum und lassen sich auf der großen Bühne um ihren Kalifen Chasid nieder. Ohne Worte, nur vom Klavier begleitet wird die erste Szene des Stücks aufgeführt. Später werden Texte gesprochen, doch es ist hauptsächlich Gesang, der die Zuschauer durch das Stück führt. Die Mädchen singen im Chor oder solistisch, manchmal erklingen Kanons. Dabei achten die Akteurinnen auf eine klare Artikulation, um die Geschichte rund um den Kalifen Chasid und seinen Großwesir Mansor verständlich rüberzubringen.

In Eigenproduktion haben Schülerinnen der St. Michael-Schulen in Arbeitsgemeinschaften, aber auch Mütter der Sängerinnen der Mädchenkantorei das Bühnenbild als auch die Kostüme hergestellt. Eine Idee des Ensembles ist auch der Trickfilm »Flug der Störche«, der ins Stück eingebunden wurde. Insgesamt überzeugen schauspielerisches und musikalisches Können der Mädchen. Dazu bereiten die liebevoll gestalteten Kostüme, die Klavierbegleitung und die professionelle Licht- und Tontechnik dem Publikum Freude. Es belohnte alle Beteiligten mit minutenlangem Applaus. Immerhin waren etwa 160 Mitwirkende auf der Bühne und im Hintergrund beteiligt. Seit Dezember haben sie sich überwiegend in ihrer Freizeit intensiv auf das Singspiel vorbereitet. »Eine Herausforderung war die Synchronisierung der Proben mit dem alltäglichen Schulablauf«, erzählt Domkantorin Gabriele Sichler-Karle, die die Mädchenkantorei leitet. Doch eindeutig: alle Mühen haben sich gelohnt.

Quelle: Bianca Oldekamp - Westfalen-Blatt Nr. 122 - PADERBORNER KULTUR-
Dienstag, 27. Mai 2014

 

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