Schule und Erziehung

Breden-Schüler reisen nach China

Haben die chinesische Mauer erklommen (von links): Lehrerin Alexa Mönnikes, Pia Meyer, Laura Corves, Luisa Koke, Anne Kieneke, Julia Esser, Julian Bonefeld, Svenia Lück, Alina Albrecht, Frederik Arendt, Natalie Labutin, Anne Koch, Elisa Fuhrmann, Simon Zimmermann, Ricarda Lüttig, Josefa Welling, Lehrerin Stefanie Kathmann, Mara Wiedemeier, Annika Heiser, Annika Rieks, Schulleiter Matthias Koch Brakel, 13.5.2014 Nudelsuppe oder Reis zum Frühstück anstatt Brötchen und Kaffee? Holzbrett anstatt Matratze? Smog anstatt blauer Himmel? 18 Schüler der Bredenschulen haben in den Osterferien eine Schülerreise nach China unternommen. »Wir haben eine vollkommen andere Kultur kennen gelernt«, sagt Schulleiter Matthias Koch.

»Anders, aber überwältigend und beeindruckend«, so beschreibt Schülerin Annika Heiser das Land an der anderen Seite der Welt. »Chinesen suchen ständig nach dem Glück und haben einen Traum. Ich glaube, dass es in keinem Land der Welt so tüchtige Menschen wie in China gibt, jedoch hätten sie ein wenig mehr Freiheit und Zeit verdient«, meint Schülerin Alina Albrecht nach der Reise.

»Für chinesische Kinder gibt es nichts Wichtigeres als die Schule«, erklärt Lehrerin Stefanie Kathmann, die die Breden-Schüler gemeinsam mit Schulleiter Matthias Koch und Lehrerin Alexa Mönnikes begleitete. Bis 18 Uhr dauert ein Schultag, abends sind noch Hausaufgaben zu erledigen. »Die Mädchen und Jungen, zumeist Einzelkinder, lernen von klein auf, dass sie gut in der Schule sein müssen, da es zu viele Chinesen im Land gibt«, erklärt Lehrerin Alexa Mönnikes die chinesische Mentalität. »Ich schätze jetzt viel mehr, dass bei uns Schule und Noten nicht an erster Stelle stehen und wir genug Freizeit für andere wichtige Dinge im Leben haben«, sagt Austauschschülerin Annika Rieks.

Die Partnerschule der Brakeler Breden-Schulen liegt in der Vier-Millionen-Einwohnerstadt Kunming im Süden Chinas. Für sieben Tage lebten die 16 Gymnasiasten, zwei Berufskolleg-Schüler sowie die drei Lehrer in Gastfamilien. »Die Familien waren sehr gastfreundlich«, erzählt Schülerin Natalie Labutin. Einige hätten sogar ihre eigenen Räume für ihren Besuch aus Deutschland geräumt.

Nachdem im Sommer 2013 eine chinesische Schülergruppe an der Brede zu Gast war, besuchten jetzt erstmals Breden-Schüler China. An der Partnerschule in Kunming wird in einigen Kursen Deutschunterricht erteilt. »Deswegen ist die Schule so interessant für einen solchen Austausch«, sagt Schulleiter Matthias Koch.

Als ein beeindruckendes Schauspiel haben die Breden-Schüler den Pausensport in Kunming erlebt. An bestimmten Tagen in der Woche führt jeweils eine bestimmte Jahrgangsstufe eine vorher einstudierte Choreographie zur Musik vor. Die Schüler und Lehrer bekamen einen Einblick, wie an chinesischen Schulen gelernt wird. Bis zu 65 Schüler können in einer Klasse sein. »Und obwohl es in der Schule viel strenger zugeht als bei uns, gehen die Schüler nach Schulschluss nicht sofort nach Hause«, berichtet Lehrerin Stefanie Kathmann. Sie würden auf dem Schulhof bleiben, Sport treiben oder sich unterhalten. »Danach erwarten sie zu Hause noch drei Stunden Hausaufgaben«, so Kathmann weiter. Die Schüler aus Brakel besuchten jedoch nicht nur die Schule, sondern auch die Innenstadt von Kunming oder eine buddhistischen Tempelanlage.

Nach dem einwöchigen Aufenthalt in Kunming reiste die Gruppe weiter nach Peking. Vier Tage erlebten die Besucher aus Brakel die Metropole. »Hier haben wir uns eher wie eine Touristengruppe bewegt und alle Sehenswürdigkeiten besucht«, so Schulleiter Koch. Besonders wird den Deutschen wohl der Smog in Peking in Erinnerung bleiben. »Ich kann die saubere Luft und die grüne Landschaft hier jetzt mehr genießen«, sagt Austauschschülerin Anne Kieneke lachend.

Seit dem Jahr 2012 gibt es Initiativen zu einem China-Austausch an den Schulen der Brede. Als einzige Schule im Kreis Höxter sind die Schulen der Brede an dem Gemeinschaftsprojekt der Lippe eG und der Bezirksregierung Detmold beteiligt. Ziel dieses Projektes ist es, auf möglichst vielen Ebenen Kooperationen zwischen deutschen und chinesischen Institutionen anzuregen. »Im nächsten Jahr« so Matthias Koch, »wollen wir wieder Gäste aus China bei uns begrüßen.«

© Text: Silvia Schonheim; Westfalen-Blatt-Redaktion Brakel

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