Schule und Erziehung

„Lasst euch anstiften zur Freude!“

Gespräch bei Kaffee und Plätzchen:(sitzend von links) Pater Johannes Cornides (Schulseelsorger an der Brede), Dr. Martina Aufenanger, Uta Dittrich (Lehrerinnen an der Brede), Weihbischof Matthias König, Schulleiter Matthias Koch; (stehend von links) Christoph zu Bentheim (Praktikant), Nicole Schröder (Sozialarbeiterin), Annette Lücht, Schwester Maria Theresia (Lehrerinnen an der Brede)Brakel, 28.3.2014 Nach der gemeinsamen Feier der Eucharistie mit den Schülerinnen und Schülern des Jahrgangs 8 war der Bischof zunächst zu Gast bei den evangelischen Schülerinnen und Schülern des Jahrgangs 6. Diese stellten seine Treue zum katholischen Glauben auf den Prüfstand, indem sie sich nach Königs Verhältnis zu Martin Luther und seinen Ansichten zum Fegefeuer erkundigten. Darüber hinaus wollten sie wissen, welche Religion - nach der katholischen - die „Lieblingsreligion“ des Bischofs sei. Weihbischof König beantwortete alle Fragen der Schülerinnen und Schüler mit großer Aufgeschlossenheit – passen musste er nur bei der Frage, wie er zur Religion der „Pastafari“ stehe. Vom „Fliegenden Spaghetti-Monster“ hatte er, so gab er zu, noch nie etwas gehört.

Eine anspruchsvolle Gesprächsrunde ergab sich für den Bischof dann in der dritten Unterrichtsstunde, als er dem versammelten Jahrgang Q 1 auf dessen Fragen Rede und Antwort stehen musste. Sehr kritisch erkundigten sich die Schülerinnen und Schüler nach seiner Bewertung der Missbrauchsskandale in der katholischen Kirche, nach dem Umgang mit den Kirchensteuern, dem „Fall Limburg“ und dem Zölibat. Weihbischof König nahm die Kritik der Schülerinnen und Schüler sehr ernst, ging auf die Hintergründe der jeweiligen Problematik ein, rief aber auch dazu auf, die Meldungen der Sensationspresse stets kritisch zu hinterfragen und sich ein eigenes, differenziertes Urteil zu bilden.

In vielfältiger Weise schilderte der Bischof darüber hinaus seine Erfahrungen mit dem gelebten katholischen Glauben in anderen Ländern und Kontinenten. Wer die Freude miterlebt habe, mit der beispielsweise afrikanische Christen durch Gesänge und Tänze ihre Gottesdienste feierten, der könne sich dem negativen Meinungsbild hinsichtlich der katholischen Kirche nicht anschließen.

In diesem Sinne wünschte König auch den Schülerinnen und Schülern, dass sie den Glauben als Freude und nicht als langweilige Pflicht erleben könnten. Neben der Freude sei auch der Mut wichtig für den Glauben, denn in Zeiten, in denen es „uncool“ sei den Gottesdienst zu besuchen, müsse man auch die Courage haben, für seine Überzeugungen einzustehen. Respekt zollte der Weihbischof in diesem Zusammenhang besonders auch den mennonitischen und baptistischen Christen, die ihren Glauben konsequent und auch nach außen hin sichtbar lebten.

Den Abschluss seines Besuches bildete ein Gespräch des Bischofs mit dem Seelsorgeteam der Schulen der Brede im Haus „RuT“ (Rat und Tat). Hier zeigte sich König sehr interessiert an der Arbeit der Schulseelsorger und der Schulsozialarbeiterin Frau Schröder. Er wollte wissen, mit welchen Problemen Kinder und Jugendliche heute zu kämpfen haben, und diskutierte über Möglichkeiten, familiären Problemen, Cybermobbing und steigendem Leistungsdruck zu begegnen.

Die Freude bestimmte aber auch diesen letzten Programmpunkt: die Freude der Schulseelsorger an einem ehrlichen und offenen Gespräch mit einem sensiblen Gesprächspartner - und die Freude der Bischofs über unsere engagierten Schülerinnen und Schüler, motivierte Lehrkräfte und ein sehr schönes und gut ausgestattetes Schulgebäude, der er zum Abschied noch einmal Ausdruck verlieh.

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Erzbistum Paderborn