Schule und Erziehung

Ministerpräsident a. D. Dr. Bernhard Vogel zu Gast am Gymnasium St. Xaver (Bad Driburg)

Dr. Bernhard Vogel, der über fünfzig Jahre lang deutsche Politik in führenden Positionen mitgestaltet hat, besucht am Donnerstag, den 20. März 2014, das Gymnasium St. Xaver in Bad Driburg.Bad Driburg, 24.2.2014 Sie waren schon da: Bundespräsident Joachim Gauck und Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert folgten im Januar bzw. Oktober 2012 der Einladung des Gymnasiums St. Xaver und regten die Anwesenden mit ihren Vorträgen zur Diskussion und zum Nachdenken an. Nun wird ein weiterer bekannter deutscher Politiker die traditionsreiche Bad Driburger Schule besuchen: Dr. Bernhard Vogel, langjähriger Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und Thüringen, wird am Donnerstag, den 20. März 2014, um 19.30 Uhr in der Aula des Gymnasiums St. Xaver sein Buch „Mutige Bürger braucht das Land! – Chancen der Politik in unübersichtlichen Zeiten“ vorstellen. Der Eintritt für diese Veranstaltung beträgt 6 Euro (ermäßigt 3 Euro). Karten sind sowohl an der Abendkasse als auch ab dem 6. März in der Buchhandlung Saabel in Bad Driburg und dem Sekretariat des Gymnasiums St. Xaver erhältlich.

„Mutige Bürger bracht das Land!“ Das ist zugleich Titel und Appell eines Buches, das aus einem lebhaften Gespräch zwischen dem einflussreichen Journalisten und Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Dr. Günther Nonnenmacher und dem ehemaligen Ministerpräsidenten Dr. Bernhard Vogel hervorgegangen ist. Sie diskutieren engagiert und aufschlussreich über aktuelle innen- und europapolitische Probleme und versuchen, Perspektiven und Wege aufzuzeigen, wie diese gelöst werden könnten. Dabei scheinen immer wieder persönliche Erlebnisse und Erfahrungen durch, die Bernhard Vogel in seiner mehr als fünfzig Jahre andauernden politischen Laufbahn geprägt haben.

Geboren 1932 in Göttingen wächst er zunächst in Gießen, dann in München auf. Dort legt er 1953 das Abitur am Maximilians-Gymnasium ab und studiert anschließend Politikwissenschaft, Geschichte, Soziologie und Volkswirtschaft in München und Heidelberg.

Darüber hinaus engagiert er sich im „Heinrich-Pesch-Haus“ in Mannheim und bietet Seminare zur politischen Bildung von Jugendlichen an. Durch diese Tätigkeit sammelt er nicht nur vielfältige Erfahrungen in der katholisch-sozialen Jugend- und Erwachsenenbildung, sondern setzt sich auch intensiv mit der Katholischen Soziallehre auseinander. Insbesondere die Arbeiten des zu dieser Zeit führenden katholischen Sozialphilosophen Oswald von Nell-Breuning und dessen in der Sozialenzyklika „Quadragesimo anno“ entwickelte Prinzip der Subsidiarität beeindrucken Vogel tief und beeinflussen sein späteres politisches Handeln.

1960 tritt Bernhard Vogel der CDU bei. Obwohl er eine wissenschaftliche Karriere anstrebt und nach einer erfolgreicher Promotion Assistent bei Prof. Dr. Dolf Sternberger am Institut für Politische Wissenschaft in Heidelberg wird, folgt eine steile politische Karriere: 1963 wird er in den Heidelberger Stadtrat gewählt und gewinnt 1965 bei der damaligen Bundestagswahl ein Direktmandat im Wahlkreis Neustadt-Speyer in Rheinland-Pfalz. Sein parteipolitischer Einfluss wächst, als er 1967 auf Drängen seines ehemaligen Heidelberger Kommilitonen und Parteifreundes Helmut Kohl zum Kultusminister von Rheinland-Pfalz ernannt wird: Im selben Jahr wird er Bezirksvorsitzender der CDU-Pfalz, 1974 CDU-Landesvorsitzender und 1976 schließlich Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz.

Trotz dieser aufreibenden Ämter engagiert sich Bernhard Vogel weiterhin in der katholischen Kirche: 1967 wird er Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) und in der Zeit von 1972 bis 1976 dessen Präsident. In dieser Funktion begleitet er u. a. die Würzburger Synode, deren Aufgabe darin bestand, die Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils in Deutschland zu verwirklichen.

Nach mehreren erfolgreichen Landtagswahlen tritt Bernhard Vogel 1988 vom Amt des Ministerpräsidenten in Rheinland-Pfalz zurück und wird Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung. Dieses Amt nutzt er, um während der großen politischen Veränderungen in den Jahren 1989/1990 die sich in der DDR neu formierenden Kräfte beim Aufbau demokratischer Strukturen zu unterstützen. Dabei erweisen sich seine bereits zuvor geknüpften Kontakte zu den Menschen in der DDR als segensreich. Bereits während seiner Amtszeit als Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz hat er etliche Reisen dorthin unternommen, um sich ein persönliches Bild von diesem Land zu machen.

Vor diesem Hintergrund erscheint es wenig überraschend, dass Bernhard Vogel Anfang 1992 Ministerpräsident von Thüringen wird. In dieser Funktion leistet er tiefgreifende Aufbauarbeit: Die Verwaltung und Wirtschaft wird unter seiner Führung entscheidend modernisiert. Zugleich gelingt es ihm, den Menschen in einer Zeit enormer gesellschaftlicher Umbrüche und damit einhergehender Verunsicherungen Selbstwertgefühl zu vermitteln. Entsprechend genießt er in Thüringen auch nach seinem Rückzug aus der Landespolitik im Jahr 2003 großes Ansehen.

„Tue, was du tust, klug und bedenke das Ende.“ Dieser von Bernard Vogel während einer Sitzung der thüringischen CDU-Landtagsfraktion geäußerte Ratschlag ist charakteristisch für sein politisches Handeln. Weggefährten und politische Gegner bestätigen dies: Sie schätzen Bernhard Vogel gleichermaßen als einen verlässlichen Gesprächspartner, der vor einer politischen Entscheidung nicht leichtfertig Lösungen nennt, sondern gewissenhaft und auf Grundlage seiner christlichen Werteorientierung alle möglichen Optionen ernsthaft prüft. Entsprechend hat sein Wort Gewicht. Umso erfreulicher ist es, Dr. Bernhard Vogel für einen Vortrag am Gymnasium St. Xaver gewonnen zu haben.

Sie sind hier: Katholische Schulen
Erzbistum Paderborn