Schule und Erziehung

Vom täglichen Überleben im Müll

Äußerst lebendig wusste Pater Luciano vom Schicksal der Müllsucher in Kairo den Schülern der Jahrgangsstufe 11 zu berichten.Bad Driburg, 22.10.2013 Im Rahmen des Monats der Weltmission des katholischen Hilfswerks missio besuchte Pater Luciano Verdoscia aus Ägypten am Freitag, den 18. Oktober 2013, das Gymnasium St. Xaver. In einem äußerst anschaulichen und lebendigen Vortrag berichtete der gebürtige Italiener vom Leben der Müllsammler in der ägyptischen Hauptstadt Kairo. Dabei hinterließ er einen tiefen Eindruck bei den anwesenden Schülern und Lehrern.  

Es herrschte Stille in der Aula des Gymnasiums St. Xaver, als Pater Luciano Verdoscia seinen Vortrag über das Leben der „Zabbalin“, den Müllsammlern in der ägyptischen Hauptstadt Kairo, beendete. Als Ärmste der Armen leben sie davon, den Müll nach verwertbaren Gegenständen zu durchsuchen: Papier, Glas, Plastik- und Metallteile sammeln und verkaufen sie; organische Abfälle verfüttern sie dagegen an ihre Schweine, denn die Mehrzahl der Müllsammler sind Schweinezüchter. Damit leben die „Zabbalin“, zumeist koptische Christen, nicht nur am Rande der Gesellschaft, sondern gelten darüber hinaus im muslimisch geprägten Ägypten als unrein. 

Welche Folgen solch ein Leben für die betroffenen Menschen hat, führte Pater Luciano den anwesenden Schülern und Lehrern anschaulich vor Augen. Er berichtete vom Schicksal einzelner „Zabbalin“-Familien, den gesundheitlichen Gefahren, denen sie aufgrund der schlechten hygienischen Bedingungen tagtäglich ausgesetzt seien, aber auch von ihren Hoffnungen, die sie nach wie vor in sich trügen. Insbesondere die Kinder seien von einem großen Lebensmut erfüllt. 

Christoph Paetzold, Schulleiter Dr. Peter Kleine, Magdalena Birkle, missio-Referentin für die Erzdiözese Paderborn und Albert Hellekes freuten sich über den Besuch von Pater Luciano (v.l.n.r.).Dementsprechend gründete der Comboni-Pater, der ursprünglich aus Italien stammt und Islamwissenschaft an einem päpstlichen Institut lehrte, vor sieben Jahren eine Schule mitten in einem „Zabbalin“-Viertel. Hier unterrichtet er mit einigen Mitstreitern rund 600 Kinder und junge Erwachsene. Ihnen möchte er eine Perspektive geben.

Damit zeichnete Pater Luciano ein Bild davon, was es bedeutet, dem Motto der diesjährigen Missio-Aktion entsprechend Zukunft und Hoffnung zu geben. Den bei seinem Vortrag anwesenden Schülern und Lehrern dürfte dabei sein Zeugnis in lebendiger Erinnerung bleiben.

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