Schule und Erziehung

Thérèse Mema berichtet im Erzbistum Paderborn über Situation im Kongo

Thérèse Mema (Bildmitte) bittet Schülerinnen und Schüler der St. Ursula Realschule in Attendorn um ihr Engagement für „saubere Handys“.Magdalena BirklePaderborn, 24.6.2013. Auf ihrer bundesweiten Bildungstournee war die missio-Projektpartnerin Thérèse Mema aus dem Kongo vom 17. bis 20. Juni im Erzbistum Paderborn zu Gast und berichtete an verschiedenen Orten im Erzbistum über ihre Arbeit im Kongo für „Justitia et Pax". Die engagierte Katholikin sprach bei verschiedenen Veranstaltungen in Schulen und Bildungseinrichtungen des Erzbistums auch über eine der Ursachen des blutigen Konflikts im Kongo: „Eure Handys in Deutschland haben etwas mit unserem Krieg im Kongo zu tun", so Mema. Im afrikanischen Land sind reiche Vorkommen des wertvollen Erzes Coltan vorhanden, das für die Herstellung von Mobiltelefonen benötigt wird. „Die Rebellen erobern gezielt jene Regionen, wo die Coltan-Minen zu finden sind", so Thérèse Mema. Die Dorfbewohner werden ausgeraubt, vertrieben, vergewaltigt und getötet.

„Wir müssen etwas gegen diese Situation tun, in meinem Land aber auch hier in Deutschland", appelliert Thérèse Mema. „Im August 2009 haben wir in Pfarreien im Kongo mit Hilfe von missio die ersten Trauma-Zentren aufgebaut", erläutert Thérèse Mema, die für das katholische Büro „Justice & Peace" (Gerechtigkeit und Frieden) arbeitet. Wenn sich die Mutter von drei Kindern auf den Weg zu den entlegenen Trauma-Zentren macht, um den Opfern zu helfen, riskiert sie ihr Leben. Denn niemand weiß, wann die Rebellen wieder zuschlagen. Thérèse Mema lässt sich davon nicht einschüchtern. Sie weiß, wie wertvoll ihre Arbeit für die Zivilbevölkerung ist. „Alleine in den vergangenen 12 Monaten konnten wir über 600 Frauen, Männern und Kindern helfen. Möglich war dies durch Spenden, die wir von missio aus Deutschland erhalten haben." Neben der medizinischen Hilfe hat die seelsorgliche Betreuung eine große Bedeutung. „Wenn ich zum ersten Mal wieder ein Lächeln in den Augen einer Frau sehe, dann weiß ich, dass ich bald am Ziel bin", so die in Psychologie und Trauma-Arbeit geschulte Thérèse Mema.

Missio in Deutschland und Justitia et Pax im Kongo haben eine Kampagne für „Saubere Handys und gegen Blutmineralien" gestartet. Die Schülerinnen und Schüler des Mallinckrodt-Gymnasiums in Dortmund, die Realschulen St. Ursula in Attendorn und St. Michael in Paderborn waren spontan bereit, die Kampagne für saubere Handys zu unterstützen und unterzeichneten die Forderungen von missio an führende Handy-Unternehmen: Die Industrie soll nachweisen, dass sie kein Coltan verwendet, von dessen Handel Milizen profitieren. Im Rahmen der Lehrer-Ausbildung informierte Thérèse Mema auch zukünftige Lehrerinnen und Lehrer aus dem Raum Dortmund. Im Fachgespräch mit Dozenten und Studierenden der Katholischen Hochschule NRW in Paderborn erhielt Thérèse Mema die Zusage einer Kooperation für weitere Initiativen.

Text: Magdalena Birkle, missio-Diözesanreferentin

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