Schule und Erziehung

Latein – mehr als eine tote Kirchensprache. Louisa Klein (St.-Ursula-Gymnasium, Attendorn) nahm an Lateinakademie bei Rom teil

Louisa Klein (15) kam mit Prof. Jörg Splett bei der Lateinakademie über philosophische Fragen ins Gespräch.©privat Attendorn, 20.4.2013 Was meinen wir mit „Gott“? Heiligt der Zweck die Mittel? Was ist Logik, was ist Wahrheit? Mit diesen und anderen philosophischen Fragen unter dem Leitgedanken „Freiheit und Gewissen“ setzte sich die 15-jährige Louisa Klein während der Osterferien auseinander. Auf Einladung der young leaders GmbH nahm sie an einer einwöchigen Lateinakademie in Rocca di Papa bei Rom teil, bei der Auszüge aus der Schrift „Summe der Theologie“ des mittelalterlichen Kirchenlehrers Thomas von Aquin unter Anleitung von Professoren aus Amerika, Italien und Deutschland übersetzt, interpretiert und auch kontrovers diskutiert wurden.

Louisa Klein, die die zehnte Klasse des St.-Ursula-Gymnasiums in Attendorn besucht, hatte sich aufgrund ihrer guten Leistungen in Latein, aber auch in Englisch und anderen Fächern sowie ihres sozialen Engagements erfolgreich für die Akademie beworben und war die jüngste Teilnehmerin. Trotzdem oder gerade deshalb erhielt sie von den Seminarleitern viel Lob und Respekt für ihre wertvollen und kritischen Beiträge zu den Diskussionsrunden, die ein vertieftes Verständnis der Fragestellungen erkennen ließen. Und das alles natürlich auf Englisch.

Nach einer Einführung in das Werk des Thomas von Aquin durch Prof. Philippe-André Holzer von der vatikanischen Universität ging es gemeinsam mit Prof. John O’Callaghan aus den USA um den Unterschied zwischen „gut“ und „schlecht“. An zwei Tagen stand Prof. Jörg Splett aus München nach seinen Vorlesungen den Jugendlichen zum Gespräch zur Verfügung, wobei jeder neue Gedanke für Gesprächsstoff sorgte. Prof. Roberto Presilla von der gregorianischen Universität führte die Jugendlichen in das Gebiet der Logik und Wahrheit ein.

Neben der theoretischen Arbeit standen Exkursionen zu Ausgrabungsstätten in der antiken römischen Hafenstadt Ostia und in Rom selbst auf dem Programm, die von Prof. Edmund Ditton von der vatikanischen Universität höchst fachkundig begleitet wurden. Zu den besichtigten Sehenswürdigkeiten gehörten der Circus Maximus, das Forum Romanum, das Kolosseum, das Pantheon, der Trevi-Brunnen. Ein leider fehlender Besuch im Vatikan wurde durch einen deutschsprachigen Gottesdienst in einer schönen Kirche im Herzen von Rom wettgemacht.

Auch die Benediktiner-Abtei in Montecassino und Aquino, der Geburtsort von Thomas von Aquin, durften bei dem Programm natürlich nicht fehlen. Eine spontane Fahrt nach Castel Gandolfo, der Sommerresidenz des Papstes, rundete schließlich die anspruchsvolle aber auch abwechslungsreiche und interessante Woche ab.

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