Schule und Erziehung

Erster Lehrertag der Erzbischöflichen Schulen zeigt und festigt Verbundenheit

Rund 800 Lehrerinnen und Lehrer der katholischen Schulen in Trägerschaft des Erzbistums Paderborn nahmen am erstmals durchgeführten „Lehrertag der Erzbischöflichen Schulen“ teil. V.l.n.r.: Dr. Christoph Jost (Sprecher der Direktorenkonferenz), Erzbischof Hans-Josef Becker, Professor DDr. Manfred Spitzer, Msgr. Joachim Göbel (Leiter der Hauptabteilung Schule und Erziehung im Erzbischöflichen Generalvikariat) Paderborn, 4.10.2012 (pdp). Rund 800 Lehrerinnen und Lehrer der katholischen Schulen in Trägerschaft des Erzbistums Paderborn nahmen am Dienstag am erstmals durchgeführten „Lehrertag der Erzbischöflichen Schulen" teil. Erzbischof Hans-Josef Becker hatte die Pädagogen der insgesamt 18 vom Erzbistum Paderborn getragenen Schulen in die Bischofsstadt eingeladen. Er feierte mit ihnen im Hohen Dom zu Paderborn die Eucharistie. Anschließend trafen sich die Lehrer zu einem Vortrag von Professor DDr. Manfred Spitzer zum Thema „Wie kommen die Werte in die Köpfe? – Zur Neurobiologie der Werteerziehung und Wertebildung".

„Ich freue mich, heute so vielen Lehrerinnen und Lehrer zu begegnen, so vielen Pädagogen, die in den vom Erzbistum Paderborn getragenen Schulen ihren wertvollen Dienst tun", sagte Erzbischof Hans-Josef Becker bei der Eröffnung des Gottesdienstes im Hohen Dom. Rund 800 Lehrerinnen und Lehrer von Erzbischöflichen Schulen aus dem ganzen Erzbistum, aus Arnsberg, Attendorn, Bad Driburg, Brakel, Brilon, Dortmund, Hagen, Hamm, Meschede, Paderborn hatten sich auf den Weg gemacht und füllten nun das Gotteshaus. Dem von ihm vor zwei Jahren in Kraft gesetzten „Leitbild der Katholischen Schulen in Trägerschaft des Erzbistums Paderborn" entsprechend, sei es sein festes Interesse, die „Verbindung zwischen dem Erzbischof und den Schulen zu fördern und zu festigen", sagte Erzbischof Becker weiter. Neben der jährlichen Wallfahrt aller sechsten Klassen, dem jährlich ausgelobten „Synergeia-Preis", seinen Besuchen in den Schulen, sei der nun erstmals durchgeführte Lehrertag ein weiterer Beitrag dazu.

Der erste „Lehrertag der Erzbischöflichen Schulen“ wurde eröffnet mit einem feierlichen Gottesdienst im Hohen Dom zu Paderborn, dem Erzbischof Hans-Josef Becker vorstand und bei dem Schulseelsorger konzelebrierten. V.l.n.r.: Msgr. Hans Dieter Michel, Pastor Michael Müller, Pastor Tobias Ebert, Msgr. Joachim Göbel, Erzbischof Hans-Josef Becker, Pastor Christoph Bittern, Pastor Markus Ratajski, Pater Georg Becher, Msgr. Franz Josef Hövelborg. Die Betrachtung des Lebens und Sterbens Jesu Christi zeige, dass Gott auch in der Erfahrung von Leid einen Menschen nicht zerbrechen lasse, sagte Erzbischof Becker in seiner Predigt. Jesus sei durch seinen Tod am Kreuz in den tiefsten Abgrund des menschlichen Lebens hinab gestiegen und habe im Dunkel des Todes die Erfahrung machen dürfen, dass Gott ihn halte. Diese „realistische und tröstende Botschaft" sei es wert, weitergegeben zu werden und insbesondere Religionslehrerinnen und Religionslehrer hätten einen entscheidenden Anteil daran, so Erzbischof Becker. Er danke den Lehrerinnen und Lehrern für den nicht immer einfachen Dienst der - impliziten oder expliziten - Glaubensweitergabe. Er bitte die Lehrer, sich stetig um eine Vertiefung der eigenen Gottesbeziehung und des eigenen Gottvertrauens zu bemühen, um authentisch zu sein und zu bleiben, sagte Erzbischof Becker zum Abschluss seiner Predigt. „Ich wünsche Ihnen, dass Ihr Leben stets von dieser Erfahrung des Wachsens im Gottvertrauen geprägt ist."

Das Erzbistum Paderborn werde weiterhin die Arbeit der Schulen in Trägerschaft des Erzbistums unterstützen und fördern, so Erzbischof Hans-Josef Becker bei der Begrüßung der Pädagogen in der Paderhalle. Priester würden weiterhin als Schulseelsorger eingesetzt, auch unterstütze das Erzbistum weiter die Sozialarbeit an den Schulen. „Was wir in baulicher Hinsicht an Umbau- und Erweiterungsarbeiten eingeleitet und zugesagt haben, wird auch umgesetzt. Und wir stehen auch zu unserer Verantwortung für das Personal", so Erzbischof Becker zu den rund 800 Teilnehmern des ersten Lehrertages im Erzbistum Paderborn.

Professor DDr. Manfred Spitzer hielt beim ersten Lehrertag im Erzbistum Paderborn den Vortrag „Wie kommen die Werte in die Köpfe? Zur Neurobiologie von Werteerziehung und Wertebildung“. Im anschließenden Vortrag von Professor DDr. Manfred Spitzer von der Universität Ulm zum Thema „Wie kommen die Werte in die Köpfe? – Zur Neurobiologie der Werteerziehung und Wertebildung" wurde die große Bedeutung von „gelebten und praktizierten Werten" deutlich. Das Gehirn sei extrem lernfähig, es sei eine sich stetig verändernde Großbaustelle, so der Professor und Autor zahlreicher Bücher. „Sie sind Ihr Gehirn, Sie haben nicht nur eines." Man werde zwar mit einem Gehirn geboren, doch müsse sich dieses erst einmal „bilden", das Gehirn lerne ständig, es „bilde" sich immerwährend durch Erfahrungen, die in ihm Gedächtnisspuren hinterlassen würden. „Werte kommen nicht in den Kopf eines Menschen durch das Auswendiglernen der Zehn Gebote oder des Grundgesetztes, vielmehr durch die Teilnahme am Leben anderer. Wir lernen durch das Beispiel anderer, indem sie Werte leben." Werte würden nicht dadurch vermittelt, indem über sie geredet werde, vielmehr indem Werte vorgelebt würden, Menschen wertorientiert handelten. Werte müssten vorgelebt werden, so dass sich das Gehirn „bilden" könne. „Wer sozial kompetent handeln will, der darf sich nicht in ‚sozialen Netzwerken’ tummeln … Weil man nur da lernt, wie man miteinander umgeht, wenn man tatsächlich miteinander umgeht und miteinander agiert."

Dr. Christoph Jost, Schulleiter der Hildegardis-Schule in Hagen und Sprecher der Direktorenkonferenz der vom Erzbistum Paderborn getragenen Schulen, bedankte sich zum Abschluss der Veranstaltung im Namen der Lehrerinnen und Lehrer bei Erzbischof Becker für die Einladung und das gelungene Angebot: „Danke für dieses Zeichen der Wertschätzung, das Sie Ihren Schulen hiermit zum Ausdruck bringen."

Im Gottesdienst konzelebrierten Domkapitular Msgr. Joachim Göbel, Leiter der Hauptabteilung Schule und Erziehung im Erzbischöflichen Generalvikariat, Pater Georg Becher, Leiter der Abteilung Schulpastoral, Pastor Tobias Ebert, Schulseelsorger in Dortmund, Msgr. Franz Josef Hövelborg, Schulseelsorger in Brakel, Pastor Michael Müller, Schulseelsorger in Werl, Pastor Markus Ratajski, Schulleiter in Attendorn, Msgr. Hans Dieter Michel, Schulseelsorger in Bad Driburg, Pastor Christoph Bittern, Schulseelsorger in Arnsberg-Neheim.

Der Lehrertag ist ein Baustein des Leitbilds der katholischen Schulen in Trägerschaft des Erzbistums Paderborn und steht in einer Reihe mit Veranstaltungen wie der alljährlichen Domwallfahrt der Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 6 aller vom Erzbistum Paderborn getragenen Schulen.

 (pdp-n-02.10.2012)

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