Schule und Erziehung

Feierliche Verabschiedung der Abiturienten des Jahres 2012 am Gymnasium St. Xaver

Das traditionelle Gruppenfoto der Abiturientia des St. Xaver auf den Treppen vor der Schule. Bad Driburg, 24.6.2012 Zur Eröffnung des Festaktes feierten traditionsgemäß die Abiturientinnen und Abiturienten gemeinsam mit dem Schulseelsorger Prälat Michel einen festlichen Gottesdienst in der Kirche des Gymnasiums St. Xaver.

Anschließend begrüßte Hermann-Josef Stenau, stellvertretender Schulleiter, die Festversammlung in der Aula des Gymnasiums. Er hob hervor, dass die beteiligten Lehrer und Schüler in diesem Jahr ganz entspannt das Abitur angehen konnten, denn schon vor den letzten Prüfungen habe festgestanden, dass alle 88 Abiturientinnen und Abiturienten bestehen würden. Claudius Hildmann von der Hauptabteilung Schule und Erziehung des Erzbistums Paderborn gratulierte den Abiturienten als Vertreter des Schulträgers und setzte sich humorvoll und feinsinnig mit dem Motto der Abiturientia („Ehrenabi – unser großer Zapfenstreich: Wo ist unser Sold?“) auseinander.

Elitegymnasium oder Volksgymnasium

Schulleiter Dr. Peter Kleine stellte ins Zentrum seiner Ansprache die Frage, ob die große Bedeutung, die die Gesellschaft heute dem Abitur zumesse, wirklich berechtigt sei, denn oftmals verbinde man damit auch den potentiellen Zugang zu einer sozialen Elite. In diesem Sinne werde Elite vielfach mit Oberschicht gleichgesetzt. „Damit verbindet sich die Vorstellung, elitär sei mit anmaßend, hochmütig und arrogant gleichzusetzen. In diesem Sinne erfahren auch Bildungseinrichtungen eine entsprechende Wertung und werden als Eliteschule bezeichnet. Das Gymnasium steht dabei im Zentrum der Diskussion und muss sich in diesem Rahmen immer wieder kritische Fragen gefallen lassen,“ führte Dr. Kleine aus und schloss konkret die Frage an: „Sind wir eine Schule für Privilegierte oder für Jedermann. Elitegymnasium oder Volksgymnasium?“ Beantworten lasse sie sich nur, wenn man eine andere Fragestellung hinzuziehe: Wozu soll die Schule erziehen, welches Ziel in ihrer pädagogischen Arbeit verfolgen? Da jede Gesellschaft eine Funktions- oder Leistungselite benötige, sei selbstverständlich das Streben nach Leistung und Qualität auch in der Schule zu verankern, Mittelmaß könne da nicht das Ziel sein. In der Erziehung gehe es aber gleichermaßen auch um
soziale Kompetenzen wie Kooperationsbereitschaft, Höflichkeit, Ausdauer, Belastbarkeit, Zuverlässigkeit, Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit. „Und wenn Schule sagt: Das fordern wir ein, darauf legen wir wert, ist das nicht elitär – sondern einfach vernünftig.“

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