Schule und Erziehung

DFB-Stützpunktschule ein Volltreffer: St.-Ursula-Gymnasium (Attendorn) bietet talentiertem Fußballnachwuchs zusätzliches Training

Die Zertifizierung des St.-Ursula-Gymnasiums als DFB-Partnerschule wurde begeistert gefeiert (v.l.n.r.): Ulrich Keine, Klaus Germann, Wolfgang Hilleke, Claudius Hildmann, Markus Ratajski, Herbert Hrubesch, Manfred Deister, Marco König, Thomas Schomaker ©KennemannAttendorn, 29.1.2012 Die Aula des St.-Ursula-Gymnasiums gleicht einem Fahnenmeer in schwarz-rot-gold. Ohrenbetäubende Vuvuzela-Klänge erfüllen den Raum, die nur noch übertönt werden durch die von circa 250 Kindern lautstark intonierten Fußballhymnen. Doch plötzlich wird es so still, dass nur das Kratzen der Federn auf dem Papier zu hören ist, mit denen die so begeistert erwarteten Unterschriften geleistet werden. Im Beisein von Vertretern des DFB und des St.-Ursula-Gymnasiums sowie von Bürgermeister Wolfgang Hilleke und Kreisjugendobmann Ulrich Keine wird der Partnerschaftsvertrag zwischen dem Deutschen Fußballbund und dem St.-Ursula-Gymnasium unterzeichnet.

Motiviert durch die großen Erfolge der Fußballmannschaften des St.-Ursula-Gymnasiums hat sich die Schule unter der Federführung von Sportlehrer und Trainer Marco König um diese Partnerschaft beworben, von der alle nur profitieren können. „Zukünftig wird zunächst talentierten Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 5 und 6 einmal pro Woche ein zweistündiges, leistungsorientiertes Training angeboten, das sich an den Grundsätzen des DFB-Stützpunktrainings und Bestimmungen des Schulsports orientiert“, erläutert Marco König die konkrete Bedeutung der Partnerschaft für die Schule. Dadurch werde den Jungen und Mädchen ergänzend zum Vereinssport ein effizientes Training in ihrer Umgebung geboten, so dass zeitaufwändige Fahrten zu einem höherklassigen Verein reduziert werden können.

„Schulintern oder –übergreifend durchgeführte Turniere bieten auch den Vertretern des DFB Gelegenheit, frühzeitig Potential zu kennen und zu fördern“, ergänzt Klaus Germann, der DFB-Stützpunkttrainer Olpe. Dass die Partnerschaft für die Stützpunktschulen selbst weiterreichende Vorteile mit sich bringt, heben Manfred Deister, Jugendkoordinator des DFB, und Herbert Hrubesch, DFB-Stützpunktkoordinator Westfalen-West, hervor: „Fußball ist die populärste Sportart, so dass von den DFB-Partnerschulen eine hohe Anziehungskraft für die Jungen und Mädchen ausgeht. Gerade talentierte Mädchen, die erfahrungsgemäß erst später als Jungen in die Vereine eintreten, können so gefördert werden.“ Außerdem bietet der DFB den Schülerinnen und Schülern an den Partnerschulen zertifizierte Ausbildungen zum Sporthelfer im Bereich Fußball sowie Schiedsrichterausbildungen und den verantwortlichen Lehrern jährliche Fortbildungen an.

„Von den 19 Schulen in Trägerschaft des Erzbistums Paderborn ist das St.-Ursula-Gymnasium Attendorn die erste DFB-Stützpunktschule. Doch das Modell wird wohl auch bei den übrigen Schulen auf großes Interesse stoßen“, ist sich Claudius Hildmann, Vertreter der Hauptabteilung Schule und Erziehung des Erzbistums, sicher. Schulleiter Markus Ratajski erläutert die vom DFB bescheinigten optimalen Voraussetzungen des St.-Ursula-Gymnasiums: „Mit der großen Außensportanlage und der Dreifachsporthalle ist ganzjährig eine Trainingsmöglichkeit gewährt. Die Kooperation mit der St.-Ursula-Realschule bietet zudem den Vorteil, den Fußball in weiten Bereichen zu fördern.“ Wichtiger jedoch als nur Zeit und Raum zur Verfügung zu stellen, so Ratajski, sei jedoch auch die Bereitschaft der Schulleitung und des Kollegiums, talentierte Schüler so weit wie möglich bei ihrem Werdegang zu unterstützen und individuell zu fördern. Dass diese Bereitschaft in höchstem Maß gegeben ist, zeigt das Beispiel von Jonas Ermes, Abiturient des Jahres 2011. Trotz Qualifikationsphase zum Abitur erhielt er die Freistellung vom Schulunterricht, um als Torwart der U 17-Nationalmannschaft an der Weltmeisterschaft in Nigeria teilzunehmen. Dieses Entgegenkommen wusste Jonas Ermes durchaus zu schätzen, da er ein Angebot des DFB zum Wechsel an ein Internat ausschlug und unbedingt am St.-Ursula-Gymnasium bleiben wollte. Ausgeschlossen ist also nicht, dass einmal ein zukünftiger Nationalspieler am St.-Ursula-Gymnasium Abitur macht.

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