Schule und Erziehung

Klimaschutz-Teilkonzept für die Hildegardis-Schule in Hagen erstellt

Die Hildegardis-Schule besteht aus verschiedenen Gebäudeteilen mit unterschiedlichen Baujahren. Hagen/ Paderborn 18.5.2010 Die Hildegardis-Schule in Hagen ist die erste der Schulen in Trägerschaft des Erzbistum Paderborn, für die ein Klimaschutz-Teilkonzept im Bereich der Energienutzung erstellt worden ist.

Für die umfangreiche Untersuchung war die Firma Hubert Niewels Technische Dienstleistungen GmbH in Bad Lippspringe zuständig. Die Aufgabenstellung bestand darin, im Bereich der Energienutzung bei Wärme-, Strom- und Wasserverbrauch Einsparpotentiale zu identifizieren. Daraus werden Möglichkeiten der Emissionsminderung abgeleitet. Konkrete Maßnahmen werden durch technische und betriebswirtschaftliche Berechnungen bewertet. Dabei wird jede Maßnahme mit Ihren Einspareffekten für den Basisenergieverbrauch der Liegenschaft betrachtet. Eine eventuell anschließende integrierte Planung mit entsprechenden Simulationsrechnungen wäre dann im nächsten Schritt im Rahmen einer ingenieurmäßigen Planung der Haustechnik zu leisten.

Benchmarking und Potentialbetrachtung

Die Verbrauchswerte für Heizenergieverbrauch und Stromverbrauch der Liegenschaft werden mit der Systematik des verbrauchsorientierten Energieausweises gebenchmarkt. Zusätzlich wurden zu Vergleichszwecken die AGES-Studie herangezogen. Diese untersucht die Energieverbräuche verschiedener Gebäudeklassen. Für den Wasserverbrauch wird, da im Energieausweis nicht vorhanden, nur ein Vergleich über die AGES-Studie vorgenommen.Die erhobenen Verbrauchsdaten werden einem Benchmarking unterzogen. Aus den Vergleichswerten ergibt sich das Potential: Welche Verbrauchswerte können durch Optimierung im vorhandenen Gebäudekomplex erreicht werden?

Heizung, Strom und Wasser

So ergab sich im Bereich Heizenergie ein Kennwert von 139 kWh/m2. Im Jahr 2008 betrugen die Heizkosten 98.781 €. Mit 139 kWh/m² liegt der Verbrauch oberhalb des durchschnittlichen Verbrauchs von 125 kWh/m². Auch wenn diese Abweichung nicht sehr hoch erscheint, zeigt die Bewertung über die AGES-Studie aber, dass es bei einem unteren Quartilsmittel von 102 kWh/m² noch erhebliches Einsparpotential gibt.

Für die Liegenschaft errechnete sich ein Stromverbrauchskennwert in Höhe von 18,1 kWh/m² bzw. 158.914 kWh/a. Für die Stromversorgung entstanden im Jahr 2008 Kosten in Höhe von 28.151 €. Der Stromverbrauch liegt mit 18 kWh/m² rund 21 % oberhalb des durchschnittlichen Verbrauchs von 15 kWh/m². Die AGES-Studie zeigt wiederum, dass es viele Gymnasien gibt, die einen erheblich niedrigeren Verbrauch (13 kWh/m2) aufweisen. Auch im Stromverbrauch stecken hier erhebliche Einsparreserven.

Die Liegenschaft hat im Durchschnitt der Jahre 2006 bis 2008 rund 3.020 l Frischwasser verbraucht. Dies bedeutet einen flächenspezifischen Verbrauch von 344 l/m². Der Wasserverbrauch liegt somit doppelt so hoch wie der Durchschnittswert von 176 l/m².

Gebäudekomplex Hildegardis-Schule

Die Hildegardis-Schule wurde in verschiedenen Bauabschnitten errichtet. Kloster und Schule wurden im Jahr 1931 gebaut. Im Jahr 1950 erfolgte eine Erweiterung um einen Schulanbau. Weitere Anbauten erfolgten 1960 und 1975. Fassaden, Fenster und Türen entsprechen energetisch den Standards dieser Jahre und sind komplett sanierungsbedürftig Durch eine Sanierung der Gebäudehülle mit entsprechendem Wärmedämmputz und Wärmeschutzverglasung ist eine Reduzierung des Wärmeverbrauchs von 30 % bis 40 % zur erreichen. Die hierfür aufzuwendenden Sanierungskosten sind im Rahmen der notwendigen Gesamtsanierung durch einen Architekten zu ermitteln. Die erzielbare Verbrauchsreduzierung wird auf Basis von Erfahrungswerten auf 35 % geschätzt.

Kosteneinsparungen und Reduzierung klimaschädlicher Gase

Neben der Kosteneinsparung durch geringere Verbrauchswerte bei Heizung, Strom und Wasser entsteht auch ein Nutzen für die Umwelt durch die Reduzierung klimaschädlicher Gase. So ergeben die Optimierungen beim Stromverbrauch eine Reduzierung der Emission klimaschädlicher Gase um 52 t/a, beim Heizverbrauch um 108 t/a. Die Gesamtemission liegt derzeit bei 435 t/a. Bei den Stromkosten können sich Einsparungen ergeben von rund 11.000 € pro Jahr, bei den Heizkosten um rund 18.000 € pro Jahr.

 

 

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