Schule und Erziehung

20 Jahre Schulpartnerschaft zwischen dem Berufskolleg Brede (Brakel) und der Obchodni Akademie (Prag)

Brakel, 15.11.2011 Gleich zwei bedeutende Hauptstädte Europas, Berlin und Prag, standen im Mittelpunkt des zwanzigsten Austausches zwischen tschechischen und deutschen Jugendlichen des Berufskollegs Brede.

Im Garten der Deutschen Botschaft in Prag erinnerte das Trabbi-Denkmal die Jugendlichen aus Prag und Brakel sowie ihre Begleitpersonen an die denkwürdigen Tage 1989.In Berlin, wo sich täglich vor laufenden Kameras bedeutende Politiker die Hände schütteln, reichten sich auch die Gäste aus Prag und die Gastgeber aus Brakel zum ersten Mal als junge Botschafter ihres jeweiligen Landes die Hände. 

Gemeinsam besuchten sie in den drei Tagen im Mai 2011 bedeutsame Ort in Berlin, die von den Schrecken der NS-Zeit, aber auch von der vierzigjährigen Geschichte des geteilten Deutschlands erzählten. Unterstützt wurden sie hier zum Teil von Zeitzeugen. Tiefe Eindrücke hinterließen der Besuch des Reichstages, des Mauermuseums am Checkpoint-Charly und natürlich die Reste der Mauer.

Zurück in Brakel wurden die tschechischen Gäste freundlich in den deutschen Familien aufgenommen. Ein gemeinsamer Abend in der Schenkenküche in Ovenhausen, an dem auch die Gastgeberfamilien teilnahmen, rundete das gegenseitige Kennenlernen ab. Erste Sprechversuche mithilfe eines zu erstellenden deutsch-tschechischen Wörterbuches hoben die Stimmung und erleichterte Schritte aufeinander zu. Im Mittelpunkt des Geschichts-Projektes, das gemeinsam im Sonderunterricht des Berufskollegs erarbeitet wurde, stand ein Vortrag einer Zeitzeugin aus dem Kreis Höxter. Anna Maria Freifrau von Haxthausen, die Schwester des tschechischen Außenminsters Karl von Schwarzenberg, erzählte in der gefüllten Aula der Schulen der Brede anhand ihrer Familiengeschichte die Geschichte des deutschen und tschechischen Volkes in den letzten Jahrzehnten.

Im Oktober wurde der Schauplatz der Begegnung gewechselt, denn die deutschen Schüler reisten unter der Leitung von Herrn Emmerich und Frau Niebecker nach Prag. Dort wurde Geschichte hautnah lebendig durch einen Besuch des Deportationslagers in Theresienstadt und der Gedenkstätte in Lidice, der Ort, der 1942 von den deutschen Nationalsozialisten als Teil der Racheaktionen nach dem Attentat auf Reinhard Heydrich zerstört wurde. Die goldene Stadt an der Moldau bot den jungen Gästen aus Brakel viele interessante Erlebnisse und persönliche Begegnungen in den Familien. Gern bummelten die Brakeler Schüler über die Karlsbrücke und durch die Prager Altstadt. Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch der Deutschen Botschaft in Prag, die 1989 vielen ehemaligen DDR-Flüchtlingen Zuflucht gewährt hatte.

„Der Austausch war eine tolle Erfahrung, die uns sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben wird. Wir haben viele neue Leute kennen gelernt, mit denen wir den Kontakt aufrecht erhalten werden", meinten Anna und Elisa Vogedes, die diesen zwanzigsten Austausch miterlebt haben.

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