Schule und Erziehung

Privatschulen werden bei der Finanzierung systematisch benachteiligt: NRW spart durch Schulen in freier Trägerschaft jährlich rund 440 Millionen Euro

Düsseldorf, 8.7.2011 In dieser Woche hat das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) eine Studie veröffentlicht, die belegt, dass Schulen in freier Trägerschaft durch die öffentliche Hand systematisch unterfinanziert und deswegen in ihren Wettbewerbsmöglichkeiten beschränkt werden. So ist es in einer Pressemeldung des Verbands Deutscher Privatschulen NRW e. V. zu lesen.

In Nordrhein-Westfalen sieht die formale Refinanzierung auf den ersten Blick gut aus – demnach werden bis zu maximal 94 Prozent eines Teils der Schülerkosten durch das Land finanziert. Die tatsächlichen Bildungsausgaben liegen bei staatlichen und privaten Schulen deutlich höher, da – so die Studie - systematisch ein erheblicher Teil der Kosten nicht erfasst wird (Betriebs- und Investitionskosten, Beihilfe- und Versorgungsleistungen, Verwaltungsgemeinkosten und Personalverwaltungskosten, Sach- und Dienstleistungskosten sowie Immobilien- und Nebenkosten). Würden diese Kosten in die Berechnung einbezogen, so würde deutlich, dass in NRW gerade einmal 63 Prozent der betriebswirtschaftlich entstehenden Kosten pro Schüler durch das Land echt gedeckt werden. Zusätzlich beobachtet der VDP, Verband Deutscher Privatschulen NRW e.V., immer wieder Versuche, die Finanzierung der Ersatzschulen zusätzlich zu beschneiden.

Tatsächlich spart Nordrhein-Westfalen pro Jahr durch jeden Schüler, der eine allgemeinbildende Privatschule besucht, 2675 Euro gegenüber einem Schüler an einer staatlichen Schule. Das sind im Schuljahr 2010/11 bei 164.571 Schülerinnen und Schülern an Ersatzschulen mehr als 440 Millionen Euro. Und selbst nach der herkömmlichen eingeschränkt-betriebswirtschaftlichen (kameralistischen) Berechnungsmethode des Landes spart der Staat durch Privatschulen 499 € pro Schüler, insgesamt mehr als 82 Millionen Euro jährlich.

In der öffentlichen Wahrnehmung herrscht dagegen in weiten Teilen das Vorurteil, private Ersatzschulen seien nur etwas für Besserverdienende. Dem widerspricht Petra Witt, Vorsitzende der Verband Deutscher Privatschulen NRW, entschieden: „Unsere Schulen stehen Kindern aus allen Bevölkerungsgruppen offen – die Eltern entscheiden sich für eine Schule in freier Trägerschaft wegen ihres jeweiligen besonderen Profils und der Nähe zum einzelnen Kind.“

Für die freien Schulträger bleibt die beachtliche Finanzierungslücke. Deswegen macht sich Petra Witt für ein Modell von Bildungsgutscheinen stark, die die Eltern bei der Schule ihrer Wahl einlösen können sollen. „Damit wären Elternbeiträge für Schulen in privater Trägerschaft vom Tisch. Und wenn bisher schon mehr als 30 Prozent der Eltern den Wunsch äußern, ihre Kinder auf eine freie Schule zu schicken, wären es dann sogar noch mehr“, ist sich Petra Witt sicher.

Der VDP Verband Deutscher Privatschulen NRW e.V. vertritt freie nordrhein-westfälische Bildungseinrichtungen im allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulbereich sowie in der Erwachsenenbildung und im tertiären Bereich (Hoch- und Fachhochschulen). Der 1901 gegründete Bundesverband und der Landesverband binden ihre Mitglieder weder weltanschaulich noch konfessionell oder parteilich. Zusammen mit den beiden konfessionellen Privatschulverbänden, der Landesarbeitsgemeinschaft der freien Waldorfschulen NRW bildet der VDP NRW e.V. die Arbeitsgemeinschaft Freier Schulen auf Landesebene.

Hier steht die Studie des IW Köln zum Download zur Verfügung.

 

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