Schule und Erziehung

Fremdsprachenkorrespondenz am Mariengymnasium Arnsberg

Vor der IHK Arnsberg haben die Schülerinnen und Schüler des Mariengymnasiums ihre Prüfung abgelegt.Attendorn/ Paderborn 27.9.2010 Die Weiterbildung von Schülern der gymnasialen Oberstufe zu Fremdsprachenkorrespondenten an einer allgemein bildenden Schule in der Trägerschaft des Erzbistums Paderborn oder anders ausgedrückt Doppelqualifikation Abitur und Fremdsprachenkorrespondenz – handelt es sich hierbei um eine utopische Wunschvorstellung oder um ein an gesellschaftlichen Veränderungen orientiertes Angebot?

Das Mariengymnasium hat sich für die zweite Variante entschieden und mit dem Beginn des Schuljahres 2010/11 erstmalig 25 Schüler/innen der Jahrgänge 10 und 11 auf den Weg der Weiterbildung zum Fremdsprachenkorrespondenten geschickt. Dass dieses Projekt ein Erfolg werden könnte, liegt darin begründet, dass die allgemein bildenden Schulen, Fachhochschulen, Universitäten auf der einen Seite und die Wirtschaft auf der anderen Seite in den letzten Jahren ihr wechselseitiges Interesse aneinander entdeckt haben. Die Wirtschaft sucht qualifizierte junge Menschen, die neben der soliden Allgemeinbildung praxisorientiert denken und handeln können, und die Schule hat erkannt, dass ihr Bildungsauftrag im Zuge der Globalisierung weit über eine wissenschaftspropädeutische Ausbildung hinausgeht. Berufsorientierte Fremdsprachenkenntnisse und interkulturelle Kompetenz werden bereits vor dem Eintreten in das Berufsleben immer wichtiger.

Das Mariengymnasium Arnsberg bietet Schülern der Sekundarstufe I und II seit Januar 2008 in Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer Arnsberg an, die  Zusatzqualifikation berufsorientierte Fremdsprache Englisch für Schüler allgemein bildender Schulen zu erwerben. Die große Nachfrage nach dieser Qualifikation seitens der Schüler und Eltern und die überdurchschnittlichen Prüfungsergebnisse der Schüler in den an der IHK abgelegten schriftlichen und mündlichen Prüfungen – der Common European Framework of Reference for Language Learning and Teaching (CEF) ordnet die erworbenen Sprachkompetenzen auf den Niveaus B1 und B2 (independent user) ein – haben das Mariengymnasium bewogen, den Schülern  der gymnasialen Oberstufe die Weiterbildung zum Fremdsprachenkorrespondenten (Kompetenzstufe B2/C1 competent user im Europäischen Referenzrahmen) zu ermöglichen.

Dominik Böhmer (16 Jahre, Jahrgangsstufe 11) beurteilt die Fremdsprachenkorrespondenz nach den Unterrichtserfahrungen der ersten Wochen des Schuljahres 2010/11 folgendermaßen: „ Ich denke, der Kurs bietet die Chance, vorhandene Englischkenntnisse zu erweitern und zu verfeinern, was in der modernen Geschäftswelt enorm wichtig ist, da fast jede Firma heute gute Englischkenntnisse verlangt und man mit diesen Kenntnissen generell bessere Einstellungschancen hat.“

Saskia Szinglober (15 Jahre, Jahrgangsstufe 10) ist ebenfalls vom Nutzen der Fremdsprachenkorrespondenausbildung überzeugt. Sie gibt zu bedenken, dass man, auch „wenn man sich zurzeit noch nicht sicher ist, welchen Beruf man später ergreifen möchte, eine Absicherung in eine bestimmte Richtung der Berufswahl  hat.“

Saskia Kürzel (15 Jahre, Jahrgangsstufe 10) äußert sich dahingehend, „dass die Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin nicht einfach wird, aber trotzdem zu schaffen ist.“ Saskia „findet es interessant zu lernen, wie man Geschäftsbriefe schreibt oder Gespräche über die Wirtschaft führt.“

Saskias Feststellung gibt einen Einblick in die Inhalte des Fremdsprachenkorrespondentenlehrgangs  am Mariengymnasium. Dieser umfasst die Absolvierung eines Grundkurses Wirtschaftsenglisch, in dem das Übersetzen wirtschaftsbezogener Texte, englischsprachige Korrespondenz und mündliche Kommunikationssituationen einstudiert werden, ferner die Wahl des Leistungskurses Englisch in der Qualifikationsphase, die Absolvierung des Grundkurses Sozialwissenschaften und den Erwerb schreibtechnischer Fähigkeiten. Zusätzlich absolvieren die Teilnehmer des Kurses ein Berufspraktikum im Bereich Handel, Banken und Wirtschaft sowie ein weiteres freiwilliges Auslandspraktikum. Zu dem Programm für angehende Fremdsprachenkorrespondenten gehören auch Betriebsbesichtigungen und Kurse zur finanziellen Allgemeinbildung.

Wird dieser Kurs erfolgreich beschritten, so hoffen wir, dass eine katholische Schule Impulse für ein ethisches Korrektiv in der Wirtschaft setzen kann.

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