Schule und Erziehung

"Schule ist Ort, um Kirche zu erleben" - Erzbischof Becker zu Besuch an St. Ursula-Schulen in Attendorn

Bei kurzen Unterrichtsbesuchen gewann Erzbischof Hans-Josef Becker vielfältige Eindrücke vom Schulalltag der beiden St. Ursula-Schulen in Attendorn, die vom Erzbistum Paderborn getragen werden. Attendorn / Paderborn , 28.9.2010 (pdp). Das Erzbistum Paderborn engagiere sich intensiv im Bereich der Schulen, sie seien ein wichtiges Feld der Seelsorge, sagte Erzbischof Hans-Josef Becker bei seinem Besuch der St. Ursula-Realschule und des St. Ursula-Gymnasiums in Attendorn. „Wir haben in den vom Erzbistum Paderborn getragenen Schulen ein wichtiges Potential der Begleitung und Seelsorge an Kindern und Jugendlichen“, so der Paderborner Erzbischof, der erstmals im Rahmen seiner Rundreise durch die insgesamt 18 Schulen in Trägerschaft des Erzbistums Paderborn, die St. Ursula-Schulen in Attendorn besuchte.

Das Besuchsprogramm für Erzbischof Becker an den beiden vom Erzbistum Paderborn getragenen Schulen in Attendorn mit über 1.400 Schülern war umfangreich: Ein Gottesdienst mit den Schülerinnen und Schülern der fünften bis siebten Klassen der Realschule und des Gymnasiums im Sauerländer Dom, Unterrichtsbesuche in beiden Schulen, Gespräche mit den Schulleitern, Lehrern und Elternvertretern und ein Gespräch mit den Religionslehrern beider Schulen standen auf dem Programm.

Erzbischof Hans-Josef Becker ergriff freudig die Gelegenheit, die Big-Band der St. Ursula-Schulen zu dirigieren und wurde dabei von vielen Schülern und Lehrern beobachtet. „Ich freue mich, dass das Erzbistum Paderborn als Schulträger durch Ihren Besuch ein Gesicht bekommt und wir diesen Tag mit Ihnen so beginnen können, wie es für uns als katholische Schulen in Attendorn wichtig ist: Im Namen unseres Gottes“, sagte Pastor Markus Ratajski, Schulleiter des St. Ursula-Gymnasiums, zur Begrüßung. Zu Beginn feierten Erzbischof Becker, Pastor Ratajski und Schulseelsorger Michael Lütkevedder in der von Schülern und Lehrern der Klassen fünf bis sieben voll besetzten Pfarrkirche St. Johannes Baptist einen Gottesdienst. „Ich möchte Euch Mut machen, mit Jesus Christus mehr und mehr in Kontakt zu treten. Er ist für uns Menschen da, er unterstützt uns“, sagte Erzbischof Becker in seiner Ansprache. Gott begleite die Menschen, sie könnten mit ihm in Gebet und Gottesdienst in Verbindung treten und seinen Beistand erfahren.

Erzbischof Hans-Josef Becker und Monsignore Joachim Göbel, Leiter der Hauptabteilung Schule und Erziehung im Erzbischöflichen Generalvikariat, lernten auch die für Realschule und Gymnasium eingerichtete Mensa kennen. Bei seinen kurzen Besuchen in den Unterrichtsstunden von Realschule und Gymnasium wurde der Paderborner Erzbischof von den Schülerinnen und Schülern freudig begrüßt, die munter die Gelegenheit nutzen, verschiedene Dinge von ihm direkt zu erfahren. Über seine Biografie, seine Hobbys und seinen Berufswunsche als Jugendlicher hinaus informierte Erzbischof Becker froh gelaunt auch über seine Aufgaben als Paderborner Erzbischof und beantwortete so die vielfältigsten Fragen der Schülerinnen und Schüler. „Ich wünsche Euch, dass Ihr gestärkt durch unseren Glauben Euer Leben gestalten könnt und dabei merkt, dass Euch vieles geschenkt wird. Gottes Segen Euch und Euren Familien“, sagte Erzbischof Becker zu den Schülern.

Die von ihm an den beiden vom Erzbistum getragenen Schulen wahrgenommene Vielfalt und Lebendigkeit schenke ihm Freude und mache ihm Mut, sagte Erzbischof Becker im Gespräch mit Pastor Markus Ratajski, Schulleiter des St. Ursula-Gymnasiums, und Georg Geers, Schulleiter der St. Ursula-Realschule. „Schule ist ein wichtiger Ort, um Kirche zu erleben.“ Dabei sei das soeben in Kraft gesetzte Leitbild für die Schulen in Trägerschaft des Erzbistums ein guter Rahmen für ein lebendiges Schulleben. Das neue Leitbild sei eine Anstiftung zu profiliertem Christsein im Bereich der Schule. Der in Unterricht, Gottesdienst und im Alltag einer Schule verkündete, gefeierte und gelebte Glaube zeichne die katholischen Schulen aus, mache sie attraktiv und lasse sie zu Orten werden, an denen Schüler gerne lernen würden, Lehrer engagiert unterrichteten und Eltern ihre Kinder gut aufgehoben wüssten. Dabei sei ebenso klar, dass das Leitbild von den Schulen, den Schülern, ihren Eltern und den Lehrern in den Schulalltag übersetzt werden müsse, so Erzbischof Becker, der Vorsitzender der Kommission VII „Erziehung und Schule“ der Deutschen Bischofskonferenz ist.

Die Vielfalt der vom Erzbistum Paderborn getragenen St. Ursula Schulen in Attendorn überzeugte Erzbischof Becker. V.l.n.r.: Georg Geers (Schulleiter Realschule), Erzbischof Hans-Josef Becker, Claudius Hildmann und Monsignore Joachim Göbel (Hauptabteilung Schule und Erziehung im Erzbischöflichen Generalvikariat), Pastor Markus Ratajski (Schulleiter Gymnasium) „Wir dürfen den Schülern die uns möglichen Antworten auf ihre Fragen nicht schuldig bleiben. Insbesondere im religiösen Bereich müssen wir Ihnen unsere Antworten präsentieren und vorleben“, sagte Erzbischof Becker im Gespräch mit den Lehrerinnen und Lehrer der beiden Schulen. Der Bereich Schule gewinne mehr und mehr Bedeutung als Ort der Verkündigung, an dem Schüler in Beziehung kommen könnten zu dem, was für Christen das Leben ausmache. „Ich danke Ihnen für Ihren täglichen Dienst an den jungen Menschen. Wir wollen an unseren Schulen ein deutliches Profil zeigen. Wir werden uns auch weiterhin im Bereich der Schule engagieren und präsent sein. Für Ihren Beitrag danke ich Ihnen“, so der Paderborner Erzbischof.

Im Gespräch mit den Religionslehrerinnen und Religionslehrern von Realschule und Gymnasium betonte Erzbischof Becker die Bedeutung von deren Rolle: „Sie sind als Religionslehrer mit ihrer Existenz ‚Bekenner’. Sie sind herausgefordert, deutlich und klar zu benennen, wo Sie stehen.“ Religionsunterricht solle nicht als „Religionskunde“ „neutral“ sein, vielmehr würden Religionslehrer als „Lehrer der Religion“ in Wort und Vorbild bezeugen, was Ihnen wichtig sei.

Stichwort: St. Ursula-Schulen Attendorn

Die Ordensgemeinschaft der Ursulinen lebte und wirkte seit 1907 in Attendorn, sie feierte 2007 ihr 100-jähriges Jubiläum. 1917 erhielten die Ursulinen die Genehmigung für eine „Höhere katholische Mädchenschule“. Um 1950 entstanden Realschule und Gymnasium. 1987 übernahm das Erzbistum Paderborn die Trägerschaft der beiden Schulen.

Das St. Ursula-Gymnasium wird von 833 Schülerinnen und Schülern besucht, 63 Lehrerinnen und Lehrer unterrichten dort. Seit 2010 ist das Gymnasium als „CertiLingua-Schule“ zertifiziert, es bietet einen bilingualen Bildungsgang und den Erwerb weiterer fremdsprachlicher sowie internationaler Kenntnisse an.

Die St. Ursula-Realschule wird von 589 Schülerinnen und Schülern besucht, 35 Lehrerinnen und Lehrer unterrichten dort.

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