Schule und Erziehung

"Lassen Sie Gott und sein Evangelium eine Herzenssache für Sie sein!" Dompropst Joachim Göbel verleiht die Missio canonica

Auf der Freitreppe vor dem Liborianum präsentieren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Kreis der Referenten mit Dompropst Joachim Göbel (Mitte). Paderborn, 9.11.2015 In der Krypta des Hohen Domes hat Dompropst Joachim Göbel, Leiter der Hauptabteilung Schule und Erziehung, die Missio canonica an 50 junge Religionslehrerinnen und –lehrer verliehen. Im Rahmen einer Heiligen Messe überreichte er ihnen die Urkunde.

In seiner Predigt stellte Dompropst Göbel das Thema „Herz“ in den Mittelpunkt seiner Predigt: „Glaube ist keine Kopfgeburt, Glaube ist eine Herzenssache! Das macht seine Vermittlung auch so schwer oder zeigt uns vielmehr, dass man den Glauben gar nicht vermitteln, weitergeben oder „lehren“ kann. Wir können nur Wege aufzeigen, Hinweise geben, Grundsätze und Leitsätze erklären, Geschichte darstellen.“ Es reiche nicht Bibel und Katechismus zu studieren, um ein gläubiger Mensch zu werden. Rein äußerlich erhalten die Missio-Kandidatinnen und -Kandidaten die Erlaubnis, im Auftrag der Kirche das Fach „Katholische Religionslehre“ zu unterrichten. „Aber da Sie alle – so hoffen wir! – gläubige Menschen sind, werden Sie auch den Anspruch haben, Ihren Schülerinnen und Schülern einen Weg zum persönlichen Glauben aufzuzeigen. Das geht nur, wenn Sie liebende Menschen sind, wenn Gott und sein Evangelium für Sie eine Herzenssache sind“, fasst Dompropst Joachim Göbel den Charakter und Anspruch der Missio zusammen.

Bereits am Morgen hatten sich die Teilnehmer aus dem gesamten Erzbistum in Paderborn im Liborianum zu einem gemeinsamen Tagesprogramm getroffen. Hier widmeten sie sich am Vormittag vor allem dem neuen Zukunftsbild des Erzbistums Paderborn.

Erstmalig stand nun der Einstieg in den Festtag für die Missio-Bewerberinnen und Bewerber ganz im Zeichen des „Zukunftsbildes“ für das Erzbistum Paderborn. Nach einem meditativen „Eintauchen“ in das zentrale Kreuzsymbol des Zukunftsbildes intensivierten die 50 zukünftigen Religionslehrerinnen und -lehrer in Kleingruppen ihre Eindrücke und formulierten, welche bedeutsame Botschaft des Zukunftsbildes sie erreicht hat, von welchen Aussagen sie sich persönlich berührt fühlen und welche Herausforderungen sie als Religionslehrkräfte im Raum der öffentlichen Schule sehen. Ihre Überlegungen vernetzten sie mit drei Thesen aus dem Zukunftsbild:

  • Den Berufungen und Charismen folgen Tu was du kannst – und nicht was du musst!
  • Gottes Ruf wahrnehmen – Bist du ein Christ? Wenn ja, warum nicht?
  • Vielfalt ermöglichen - Einander ergänzen und den Anderen gelten lassen

Die letzte These fand bei allen einen besonders großen Zuspruch, sowohl in Bezug auf ihr Bild und ihr Engagement in Kirche als auch für ihr Handeln in Schule und Unterricht.

In der sich anschließenden Kreativphase gestalteten die Teilnehmenden ihr eigenes persönliches Zukunftskreuz. Eine „ ausdrucksstarke“ und „eindrucksvolle“ Phase, die bei gleichem Arbeitsauftrag und Material 50 unterschiedlich gestaltete Kreuze hervorbrachte. Mehr oder weniger ausgesprochen begleitete das „Zukunftskreuz“ und seiner Botschaft die jungen Religionslehrkräfte bei den sich anschließenden Arbeitseinheiten des Tages bevor es am Nachmittag durch Dompropst Msgr. Göbel zusammen mit den Missio-Urkunden zeichenhaft den einzelnen neuen Religionslehrerinnen und –lehren übergeben wurde.

Taufberufung leben, die Charismen schätzen, in Vielfalt Kirche (und Unterricht) mitgestalten – nach Meinung aller: ein ermutigender Einstieg in den Dienst als Zeuge des Glaubens im Religionsunterricht.

 

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