Schule und Erziehung

„Helfen Sie jungen Menschen, einen reflektierten und denkenden Glauben zu erwerben!“

Erzbischof mit Gruppe Paderborn, 06.03.2015 | Erzbischof Hans-Josef Becker hat die kirchliche Unterrichtserlaubnis, die „Missio canonica“, an 45 junge Religionslehrerinnen und Religionslehrer verliehen. In der gut gefüllten Krypta des Hohen Doms überreichte er ihnen im Rahmen einer Hl. Messe die Urkunde und segnete sie anschließend für ihren herausfordernden Dienst in der Schule. 

In seiner Predigt stellte er den jungen Religionspädagoginnen und Religionspädagogen ihre besondere Aufgabe und Verantwortung dar. Wissen vermitteln, einen Standpunkt anbieten und im besten Fall diese eigene Überzeugung auch vorleben können – all diese Aspekte des Religionsunterrichts dürfen Schülerinnen und Schüler von ihren Religionslehrkräften erwarten. Dort – so der Erzbischof – schaffe die Reich Gottes-Botschaft Raum und Hilfe einerseits zur Orientierung im Leben, andererseits zur Immunisierung gegen jegliche Form von Radikalisierung und Pervertierung der Religion. Auch wenn diese „Arbeit im und am Weinberg“ große Kraftanstrengungen erfordere, so solle man doch das Genießen nicht verlernen! So könne ein Glas Wein als Fruchtergebnis der Weinbergarbeit sehr geeignet sein, um dem Leben einen „kostbaren und köstlichen Geschmack zu entlocken“! 

Den Missio-Tag hatte der Leiter der Hauptabteilung Schule und Erziehung, Dompropst Msgr. Joachim Göbel, mit einem herzlichen Dank an die neuen Religionslehrkräfte für ihren unverzichtbaren Dienst in der Schule eröffnet. Alsdann erarbeiteten die Teilnehmer gemeinsam die Bedeutung des zentralen Symbols des „Zukunftsbildes für das Erzbistum Paderborn“: Die sichtbare Vielgestalt der Formen und Farben bringen die zum Kreuz geordneten schlichten weißen Linien zum Leuchten: Jesus Christus wird sichtbar in der Welt, wenn Menschen ihre Farbe, ihre Charismen ins Spiel bringen und sich zu ihm bekennen. In diesem Prozess spielen Religionslehrerinnen und Religionslehrer mit ihren unterschiedlichen Begabungen und Fähigkeiten für junge Menschen eine oft entscheidende Rolle.

 Missio-Tag Eine gute und offene Gesprächs­atmosphäre kennzeichnet den Missio-Tag. In verschiedenen Teilgruppen wurde der Berufsalltag der Religionslehrerin und des Religionslehrers reflektiert. Erfahrungen und Einschätzungen zur Persönlichkeit und Rolle von Religionslehrerinnen und –lehrern wie auch die notwendigen Quellen, aus denen die Spiritualität des Einzelnen sich speist, wurden in einem lebendigen Austausch bedacht. Drei religionspädagogische Referentinnen stellten ein spirituelles Angebot den Teilnehmenden zur Auswahl. Während Brigitte Zein-Schumacher über einen besonderen Kurzspielfilm aus Norwegen zur existentiellen Auseinandersetzung einlud, lies sich die Gruppe von Lioba Kolbe durch ein Gebet be-wegen. Barbara Bierbaum-Borgmeier lud ein, mit einer Geh-Meditation spirituelle Energien neu aufzutanken.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen konnten die Teilnehmer durch Direktor Gerhard Krombusch und Prälat Theodor Ahrens den Hohen Dom zu Paderborn auf besondere Weise kennenlernen. An ausgewählten Beispielen erfuhren die Teilnehmer, wie frühere Generationen ihren Glauben in Steinen, Baukonzeptionen und liturgischen Gegenständen zum Ausdruck gebracht haben. Am Ende geht es in allen Ausdrucksformen um Glaube, Hoffnung und Liebe – so Prälat Ahrens. Alle drei Phänomene sind nicht mach- oder produzierbar. Vielmehr erzählen diese drei etwas von der Sehnsucht des Menschen durch alle Jahrhunderte hindurch und haben Geschenkcharakter. Und der Auftrag von Religionslehrerinnen und Religionslehrern sei es, mit Schülerinnen und Schülern dieser Sehnsucht auf der Spur zu bleiben.

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Erzbistum Paderborn