Schule und Erziehung

Sich am Evangelium Jesu aus- und aufrichten: Erzbischof Hans-Josef Becker verleiht die Missio canonica

Auf den Stufen vor dem Paradiesportal begrüßte Erzbischof Hans-Josef Becker die Kandidatinnen und Kandidaten der Missio-Verleihung.Paderborn, 28.2.2014 In der Krypta des Hohen Domes hat Erzbischof Hans-Josef Becker die Missio canonica an 43 junge Religionslehrerinnen und –lehrer verliehen. Im Rahmen einer Heiligen Messe überreichte er ihnen die Urkunde und segnete sie anschließend persönlich für ihren Dienst in der Schule.

In seiner Predigt nahm Erzbischof Becker das Tagesevangelium von der Rede Jesu über die Unauflösbarkeit der Ehe zum Anlass, das Richtungsweisende dieser Texte in den Blick zu nehmen. Ein Grundzug des Menschen, der auch für jeden, der sich ganz als Lehrer begreift, prägend sein müsse, sei die Wahrhaftigkeit, so Erzbischof Becker. Dieses "authentisch sein, authentisch leben" berührt andere Menschen, sie fühlen sich angesprochen. Denn diese Menschen wollen und können sich nicht verstellen, innen und außen sind bei ihnen identisch. Diese Prinzipientreue dürfe aber nicht verwechselt mit Stolz, denn neben diesen scheinbar Perfekten und Fehlerlosen könne niemand bestehen, so Erzbischof Becker und wörtlich führt er aus: "Ich meine die, die bei aller Gradlinigkeit und Wahrhaftigkeit behutsam und achtsam umgehen mit dem Leben und den Lebensweisen und Lebenswegen der anderen. Kurzum: Menschen deren „Ja“ ein „Ja“ ist und deren „Nein“ ein „Nein“. Die nicht über andere klagen und sie geduldig ertragen können, wenn es sein muss. Deren Herz nicht hart ist und auf die man sich verlassen kann. Menschen, für die Treue kein leeres Wort ist, die nicht vorschnell das Weite suchen, wenn Schwierigkeiten auftreten."

Im Anschluss an die Übergabe der Missio-Urkunden stellten sich die Teilnehmer um den Altar in der Krypta und erhielten ein Segensbändchen.Der Pädagoge hat Tag für Tag zu tun mit Menschen, die dabei sind zu wachsen, die ihren Platz in dieser Welt suchen.  Es ist eine große Kunst, sie neben sich stark werden zu lassen, ohne sie zu verbiegen. Die Botschaft von Erzbischof Hans-Josef Becker an die jungen Religionsleherinnen und -lehrer ist klar: "Bemühen Sie sich, Ihre Schülerinnen und Schüler zu graden, klaren Menschen zu erziehen. Zu Menschen, die sich an Ihnen und über Sie am Evangelium, an Jesus Christus aus- und aufrichten können. Die wachsen können im Glauben durch Ihr Zeugnis und mehr noch: durch das Vorbild Ihres Lebens. Seien Sie stets wahrhaftig. Teilen Sie Ihren Glauben, Ihre Zweifel, Ihre Fragen mit den Menschen. Die warten darauf, die brauchen Sie zum Wachsen."

Gerhard Krombusch, Direktor des IRUM, erläuterte den Teilnehmern die Spiritualität der Bartholomäus-Kapelle an der Nordseite des Domes.Bereits am Morgen hatten sich die Teilnehmer aus dem gesamten Erzbistum in Paderborn im Liborianum zu einem gemeinsamen Tagesprogramm getroffen. Hier widmeten sie sich am Vormittag der Suche nach der „spirituellen Dimension des (Religions-) Lehrerin- und Lehrerseins“ und schöpften spirituelle Impulse aus unterschiedlichen Quellen. Vor dem Gottesdienst besichtigen sie - teilweise mit ihren Familienangehörigen - den Paderborner Dom als Zeugnis eines steingewordenen Glaubens.

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Erzbistum Paderborn