Schule und Erziehung

„Stillen Sie den Hunger nach Wissen und Orientierung.“ Erzbischof Hans-Josef Becker verleiht die Missio canonica

Auf den Stufen vor dem Paradiesportal begrüßte Erzbischof Hans-Josef Becker die Kandidatinnen und Kandidaten der Missio-Verleihung sowie die Referentinnen und Referenten der Veranstaltung. Paderborn, 8.7.2013 In der Krypta des Hohen Domes hat Erzbischof Hans-Josef Becker die Missio canonica an 35 junge Religionslehrerinnen und –lehrer verliehen. Im Rahmen einer Heiligen Messe überreichte er ihnen persönlich die Urkunde, mit der sie beauftragt werden, den Religionsunterricht in der Schule mit persönlichem Bekenntnis in Übereinstimmung mit den Lehren der Kirche zu gestalten und auf diese Weise den Glauben zu verkünden.

In seiner Predigt nahm Erzbischof Becker das Tagesevangelium von der Berufung des Zöllners Matthäus durch Jesus zum Anlass, das Grundlegende dieser Verleihung in den Blick zu nehmen: „Ein solcher Ruf ist auch an Sie, liebe Lehrerinnen und Lehrer, ergangen. Vielleicht nicht in solcher Plötzlichkeit wie im Evangeliumerzählt. Aber doch als eine Berufung, die sich nach und nach in Ihnen durchgesetzt, verfestigt hat. Es geht um den Ruf Gottes an Sie, in der Nachfolge Jesu Lehrerin und Lehrer zu sein, junge Menschen im Religionsunterricht bei der Auseinandersetzung mit dem Glauben zu begleiten.“

Erzbischof Becker hob dabei die besonderen Herausforderungen des Religionsunterrichtes hervor. Hier gehe es nie nur um die Vermittlung von Inhalten, die man am Ende abprüfe und mit einer Note versehen könne. „Themen und Inhalte dieses Faches sind immer auch solche, die über die Vermittlung von „Sachen“ hinaus uns Menschen anfragen und herausfordern – sowohl die Schülerinnen und Schüler als auch Lehrerinnen und Lehrer.“ Dieser existentielle Hintergrund kann in der Oberstufe bei der Arbeit über Gottesbeweise intellektuell herausfordern genauso wie in der Grundschule bei der Erarbeitung der Schöpfungsgeschichte. Werden solche Fragen gestellt und werden sie ehrlich beantwortet, dann geschieht im menschlichen und biblischen Sinn Begegnung. Begegnung setzt voraus, dass man auf Augenhöhe miteinander spricht, sich akzeptiert und wertschätzt. Diese Begegnung ermöglicht es erst, über die Wissensvermittlung hinaus auch Impulse für den Glauben zu geben, ein Nachdenken darüber in Gang zu setzen, ob dieser Gott nicht auch jeden der Anwesenden persönlich meinen könnte. So nehmen nach der Auffassung von Erzbischof Becker die Lehrerinnen und –lehrer im Religionsunterricht eine „kulturdiakonische“ Aufgabe wahr: „Nehmen Sie diesen Auftrag zum Dienst an denen wahr, die zwar materiell und äußerlich oftmals Vieles besitzen, denen aber der Besitz von Sinn, von Glaubens- und Lebenssinn oft versagt wird. Ich zähle auf Sie und vertraue Ihnen, denn viele der Menschen, die Sie erreichen im Auftrag der Kirche, haben außer Ihnen keine Berührungspunkte mehr mit dem Glauben, dem Evangelium, der Kirche.“

Bereits am Morgen hatten sich die Teilnehmer in Paderborn im Liborianum zu einem gemeinsamen Tagesprogramm getroffen. Nach der Begrüßung durch Direktor Gerhard Krombusch, Leiter des Instituts für Religionspädagogik und Medienarbeit, widmeten sie sich am Vormittag der Suche nach der „spirituellen Dimension des (Religions-) Lehrerin- und Lehrerseins“ und erforschten an ausgewählten Orten den Paderborner Dom als theologischen Bedeutungsträger und Ort des gelebten Glaubens. Medienimpulse ermöglichten ihnen eine Vergewisserung des Selbst- und Gottesbildes.

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Erzbistum Paderborn