Schule und Erziehung

„Lassen Sie sich Ihre Träume nicht rauben“ Domkapitular Joachim Göbel verleiht die Missio canonica

Auf den Stufen des Domplatzes stellen sich die Teilnehmer der Missio-Verleihung mit den Referenten der Veranstaltung zu einem Gruppenbild auf. Paderborn, 4.3.2013 Im Auftrag von Erzbischof Hans-Josef Becker hat Domkapitular Joachim Göbel, Leiter der Hauptabteilung Schule und Erziehung, die Missio canonica an 51 junge Religionslehrerinnen und –lehrer verliehen. Im Rahmen einer Heiligen Messe in der Krypta des Hohen Domes überreichte er ihnen persönlich die Urkunde, mit der sie beauftragt werden, den Religionsunterricht in der Schule mit persönlichem Bekenntnis in Übereinstimmung mit den Lehren der Kirche zu gestalten und auf diese Weise den Glauben zu verkünden.


„Tief ist der Brunnen der Vergangenheit. Sollte man ihn nicht unergründlich nennen?“ Mit diesem Zitat aus dem Romananfang „Joseph und seine Brüder“ leitete Monsignore Göbel seine Predigt ein und stellte so literarisch einen Bezug zur Lesung des Tages her. In den Mittelpunkt seiner Überlegungen stellte er die Brüder des Joseph. Sie seien nicht nur neidisch gewesen auf die Bevorzugung des Bruders durch ihren Vater Jakob, sondern waren mit ihm als Träumer nicht klar gekommen, so Domkapitular Göbel. „Wir werden sehen, was aus seinen Träumen wird.“ Mit diesen Worten verkauften sie ihn als Sklaven an eine vorüberziehende Karawane. Traumräuber gebe es in der Schule genug, so Joachim Göbel. Kinder seien nicht immer nett, Kollegen nicht immer freundlich, Unterricht nicht immer erfolgreich, Klassen gelegentlich resistent gegenüber pädagogischem Wirken. Diesen realitätsnahen Erfahrungen stellte er die Botschaft des Evangeliums entgegen: „Gott hat mit jedem Menschen einen Traum. Haben Sie Mut, diesen Traum zu träumen. Helfen Sie mit, die Traumräuber leiser werden zu lassen im Leben Ihrer Schülerinnen und Schüler.“

Dr. Siegfried Meier (2.v.l.) erarbeitet mit den Teilnehmern das theologische Programm des Fürstenberg-Grabmals. Bereits am Morgen hatten sich die Teilnehmer in Paderborn im Liborianum zu einem gemeinsamen Tagesprogramm getroffen. Nach der Begrüßung durch Direktor Gerhard Krombusch, Leiter des Instituts für Religionspädagogik und Medienarbeit, widmeten sie sich am Vormittag der Suche nach der „spirituellen Dimension des (Religions-) Lehrerin- und Lehrerseins“.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen erforschten die Teilnehmer an ausgewählten Orten den Paderborner Dom als theologischen Bedeutungsträger und Ort des gelebten Glaubens. So lernten sie das Paradiesportal als Vor-Raum des Himmels kennen, den sie als Pilger in der Gemeinschaft der Heiligen ankommen lässt. Das Schreiten durch den Mittelgang des Hauptschiffes erlebten die Teilnehmer als Lebensweg im Glauben, der -das Ziel vor Augen -sich stützt auf das Zeugnis der Apostel, die als Statue die Säulen des Hauptschiffes zieren. Das monumentale Grabmal des Dietrich von Fürstenberg schließlich kündet von der Zuversicht auf Auferstehung am Jüngsten Tag und mahnt den Betrachter, sich seiner Sterblichkeit zu erinnern (Memento mori) und gleichzeitig den Tag zu nutzen (Carpe diem).

Zum Gottesdienst in der Krypta und zum anschließenden Ausklang im Foyer des Erzbischöflichen Generalvikariates waren auch die Angehörigen der Missio-Kandidatinnen und –Kandidaten eingeladen.

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Erzbistum Paderborn