Schule und Erziehung

"Sehnsucht und Suche nach Gott wecken": Erzbischof Hans-Josef Becker verleiht die Missio canonica

Gruppenbild vor dem Paradiesportal des Domes: Erzbischof Hans-Josef Becker mit den Kandidatinnen und Kandidaten der Missioverleihung.Paderborn, 23.11.2012 Im Rahmen einer Heiligen Messe in der Krypta des Hohen Domes hat Erzbischof Hans-Josef Becker die Missio Canonica an 44 junge Religionslehrerinnen und –lehrer verliehen. Mit der Missio beauftragt der Erzbischof die Religionspädagogen, Religionsunterricht zu erteilen und auf diese Weise den Glauben zu verkünden.

In seiner Predigt zog Erzbischof Becker eine Verbindung zwischen den Zukunftsplanungen  der Erzdiözese in der „Perspektive 2014“ und der Aufgabe des Religionsunterrichtes: „„Es geht nicht so sehr um die Aufrechterhaltung kirchlicher Strukturen, Organisationen und Einrichtungen – so wünschenswert das vielleicht auch wäre! Auch wenn diese Aussage schmerzlich ist, so ist sie doch wahr. Denn die Aufgabe ist größer: Es geht um nicht weniger als um das Weiterleben des Glaubens in unserer Ortskirche.“ Entscheidend sei für die jungen Religionslehrerinnen und –lehrer der Auftrag der Kirche, so Erzbischof Becker, die Sehnsucht und die Suche nach Gott zu wecken, wach zu halten und den Menschen vom Evangelium her beizustehen in ihren inneren und äußeren Nöten.

Erzbischof Hans-Josef Becker betont: „Sie vertreten Glauben und Kirche vor jungen Menschen, die oft nur einen flüchtigen oder gar keinen Kontakt mehr zu ihrer Gemeinde haben, die Kirche – wenn überhaupt – nur durch die Medien wahrnehmen – oder eben durch den Religionsunterricht. Christentum ist denkender, reflektierter Glaube. Er braucht gemeinsames Nachdenken, Nachlesen, Diskussion und auch kritisches Befragen. Er braucht aber zunächst und zuerst das Hören. Es muss einen Kontakt geben mit der Botschaft des Evangeliums. Diesen Kontakt stellen Sie her.“

Erzbischof Becker würdigt zum Abschluss seiner Predigt das Wirken der Religionspädagogen in Schule und Gesellschaft mit einem Zitat aus seinem Vortrag vor einigen Wochen beim Studientag der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda: „„Die große Zahl engagierter und fachlich qualifizierter Religionslehrerinnen und Religionslehrer gehört zweifellos zum Reichtum der Kirche in Deutschland, um den uns viele andere Bischofskonferenzen beneiden dürften.“ Und er fährt fort: „Diesen Satz haben die Bischöfe mit Beifall bedacht. Dieser Beifall galt nicht mir; er gilt Ihnen und Ihrer Arbeit!“

Bereits am Morgen hatten sich die Teilnehmer in Paderborn im Liborianum zu einem gemeinsamen Tagesprogramm getroffen. Nach der Begrüßung durch Domkapitular Joachim Göbel, Leiter der Hauptabteilung Schule und Erziehung, führte Direktor Gerhard Krombusch, Leiter des Instituts für Religionspädagogik und Medienarbeit, mit der Aufforderung von Leonardo da Vinci „Binde deinen Karren an einen Stern“ in den Tag ein. Der Vormittag widmete sich dann in Gruppenarbeiten der „spirituellen Dimension des (Religions-) Lehrerin- und Lehrerseins“ sowie anhand des Films „Der Kubist“ der Vergewisserung des Selbst- und Gottesbildes.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen erforschten die Teilnehmer „geistliche und sonstige Quellen und die Notwendigkeit, immer wieder aufzutanken.“ Den Paderborner Dom lernten sie im Rahmen einer Führung der besonderen Art als theologischen Bedeutungsträger und Ort des gelebten Glaubens kennen. Zum Gottesdienst in der Krypta und zum anschließenden Ausklang im Foyer des Erzbischöflichen Generalvikariates waren auch die Angehörigen der Missio-Kandidatinnen und
–Kandidaten eingeladen.

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Erzbistum Paderborn