Schule und Erziehung

„Menschenfischer – Menschengärtner“: Weihbischof Manfred Grothe verleiht die Missio Canonica

Weihbischof Manfred Grothe (1. Reihe, Mitte) begrüßt die jungen Religionspädagogen auf den Stufen vor dem Dom.Paderborn, 16.3.2012 Weihbischof Manfred Grothe hat in der Krypta des Hohen Domes im Rahmen einer Heiligen Messe die Missio Canonica an 47 junge Religionslehrerinnen und –lehrer verliehen. Die Missio ist die kirchenrechtlich vorgeschriebene Voraussetzung, um an Schulen das Fach „Katholische Religionslehre“ unterrichten zu dürfen.

In seiner Predigt erinnerte Weihbischof Grothe an die Berufung der ersten Apostel durch Jesus am See Genezareth. Mit dem Begriff „Menschenfischer“ knüpft Jesus an das berufliche Umfeld der Berufenen als Fischer an und ruft sie mit einem für sie passenden Vergleich in seine Nachfolge. Für Weihbischof Grothe ist der Bezug zur Verleihung der Missio Canonica, zum Jetzt und Hier, deutlich: „Das ist nicht nur die Bestätigung einer weiteren Qualifikation für Ihren beruflichen Lebensweg. Es ist ein konkreter Auftrag, der hier ausgesprochen wird wie damals am See von Galiläa bei Simon und Andreas, Jakobus und Johannes.“

Weihbischof Manfred Grothe überreicht Janina Farke die Missio-Urkunde.Weihbischof Grothe ergänzte diesen neutestamentlichen Begriff des Menschenfischers um den des „Menschengärtners“. So wie der Gärtner seine Pflanzen liebt, sie pflegt, zum Erblühen bringt und im Bedarfsfall auch stutzt, um das Wohl der Pflanze zu erreichen, so ist der „Menschengärtner“ berufen und gesandt, „den Einzelnen in den Mittelpunkt zu stellen. Einem jeden nachzugehen, Beziehungen zu pflegen, das Wachstum des Gegenübers, physisch im Einsatz gegen Leid und Not, psychisch in der Sorge um das seelische Wohl, im Auge zu behalten. Einem jedem Menschen im Zuhören und Gespräch die Möglichkeit zu geben, seine Erlebnisse auf dem Hintergrund der frohen Botschaft zu deuten und zu fruchtbaren Erfahrungen werden zu lassen; das Unkraut des Lebens, Schuld, Unheil wegräumen zu helfen, um an die guten Früchte des Menschen zu gelangen.“

Bereits am Morgen hatten sich die Teilnehmer, die an Schulen aus allen Regionen des Erzbistums Paderborn unterrichten, in Paderborn im Liborianum zu einem gemeinsamen Tagesprogramm getroffen, um sich auf die Verleihung der Missio vorzubereiten. Nach der Begrüßung durch Domkapitular Joachim Göbel führte Direktor Gerhard Krombusch, Leiter des Instituts für Religionspädagogik und Medienarbeit, mit Hilfe der Zeichnung von Paul Thek „Portable Ocean“ und mit der Aufforderung von Leonardo da Vinci „Binde deinen Karren an einen Stern“ in den Tag ein.

Der Vormittag widmete sich dann in Gruppenarbeiten der „spirituellen Dimension des (Religions-) Lehrerin- und Lehrerseins“ sowie anhand des Films „Der Kubist“ der Vergewisserung des Selbst- und Gottesbildes.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen erforschten die Teilnehmer „geistliche und sonstige Quellen und die Notwendigkeit, immer wieder aufzutanken.“ Den Paderborner Dom lernten sie im Rahmen einer Führung der besonderen Art als theologischen Bedeutungsträger und Ort des gelebten Glaubens kennen. Zum Nachmittagsprogramm und zum Gottesdienst in der Krypta waren auch die Angehörigen der Missio-Kandidatinnen und –Kandidaten eingeladen.

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Erzbistum Paderborn