Schule und Erziehung

Ökumenisches Lernen

Roland Gottwald, Schulrat i.K., Erzbischöfliches Generalvikariat Paderborn.pdpDortmund, 21. Juni 2019 (pdp). Als ein „gelungenes Beispiel ökumenischer Zusammenarbeit“ bezeichnete Roland Gottwald, Schulrat in der Schulabteilung des Erzbischöflichen Generalvikariats Paderborn, die Vereinbarungen zum sogenannten konfessionell-kooperativen Religionsunterricht. Dieser Unterricht, in dem evangelische und katholische Schülerinnen und Schüler gemeinsam lernen, ist auf Antrag der Schulen seit 2018 in Nordrhein-Westfalen möglich. Das war am Freitag Thema einer Diskussion in der Werkstatt „Ökumenisch Kirche sein“ auf dem Evangelischen Kirchentag in Dortmund.

„Gemeinsamkeiten stärken – Unterschieden gerecht werden“, sei das Ziel der Vereinbarungen zum konfessionell-kooperativen Religionsunterricht, erläuterte Präses Dr. h.c. Annette Kurschus von der Evangelischen Kirche von Westfalen im Katholischen Centrum in Dortmund. Dort findet während der Zeit des Kirchentages die Ökumenische Werkstatt der Bistümer Essen, Münster, Paderborn und der Evangelischen Kirche von Westfalen statt.

Präses Dr. h.c. Annette Kurschus, Evangelische Kirche von Westfalen.pdp„Das klassische Modell des getrennten Religionsunterrichts gerät an seine Grenzen, da die religiöse Bindung der Schülerinnen und Schüler abnimmt“, meinte Präses Kurschus Mit dem konfessionell-kooperativen Religionsunterricht sei ein tragfähiges Modell für die Zukunft entwickelt worden. Dabei werden evangelische und katholische Schülerinnen und Schüler zwar gemeinsam unterrichtet, jedoch weder in der Form einer neutralen Religionskunde noch in einem Unterricht, der die konfessionellen Unterschiede ausspart. Vorgesehen ist vielmehr, dass neben dem konfessionell Verbindenden auch typisch evangelische Inhalte, wie die Reformation und typisch katholische Inhalte, wie beispielsweise die Heiligenverehrung oder die Sakramente, vorkommen. Bei diesen Inhalten soll es dann einen Wechsel der Fachlehrer geben.

Roland Gottwald berichtete, dass besonders im Gebiet des Erzbistums Paderborn, verglichen mit anderen Regionen in NRW, schon viele Schulen Anträge auf einen konfessionell-kooperativen Religionsunterricht gestellt hätten.

Rainer Timmer, Leiter des Pädagogischen Instituts der Evangelischen Kirche von Westfalen.pdp / Bodin (3)Über dieses Unterrichtsmodell würden die Schülerinnen und Schüler ein besseres Verständnis für die eigene Konfession entwickeln, erläuterte Rainer Timmer, Leiter des Pädagogischen Instituts der Evangelischen Kirche von Westfalen. Im Sinne einer umfassenden Bildung gehe es darum, jungen Menschen eine lebendige Religion zu vermitteln und nicht totes Wissen über Religion.

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