Schule und Erziehung

"Entscheidend ist die Persönlichkeit der Religionslehrerin und des Religionslehrers."

Weihbischof Dominicus Meier OSB (Mitte) begrüßt mit Dompropst Joachim Göbel (r.) die Teilnehmer des Missio-Verleihung sowie die Referenten der Schulabteilung auf der Freitreppe vor dem Dom. Paderborn, 15.6.2018 Weihbischof Dominicus Meier OSB hat an 38 Religionslehrerinnen und Religionslehrer in der Krypta des Hohen Doms die Missio canonica, die kirchliche Beauftragung zum Dienst der Verkündigung im katholischen Religionsunterricht, verliehen.

In seiner Predigt anläßlich der Verleihung der Missio canonica skizzierte Weihbischof Dominicus die schulische Realität. "Sie werden es nicht einfach haben als Botinnen und Boten des Glaubens und Vertrete­rinnen und Vertreter unserer Kirche. Denn sie wer­den heute in einen schulischen Alltag und in gesell­schaftliche Verflechtungen ge­sandt, in der die Rede von Gott hinterfragt und seine Person nicht mehr im Zentrum des Gesche­hens steht." Doch wie darauf reagieren? Weihbischof Dominicus formuliert eine klare Antwort. Es sei dringender denn je, die Sehnsucht nach dem Ge­heimnis in jedem jungen Menschen zu wecken, selbst auf der Suche danach zu bleiben und einen Spürsinn zu entwickeln, wo ich dem Geheimnis des Lebens be­gegnen kann. Ein Religionslehrer sollte sensibel sein für die religiöse Dimension der Wirk­lichkeit. Entscheidend aber ist die Persönlichkeit der Religionslehrerin und des Religionslehrers. "Religiosität und Glaube sind nicht nur ein zu vermittelnder Gegenstand für ein paar Unterrichtsstunden in der Woche, sondern ein Standpunkt, der von der Person des Unterrichten­den geprägt und belebt werden muss. Der religiös wache und gläubige Religionslehrer braucht selbst spirituelle Impulse, um vor der Verkümme­rung seines Glaubens und ei­ner Versandung des re­ligiösen Lebens bewahrt zu bleiben. Er braucht eine gute Beziehung und Freundschaft mit Jesus, um anderen ein Sinnangebot unter vielen zu eröffnen", so Weihbischof Dominicus.

Im Zentrum der Stadt Paderborn hat die Innenstadtpfarrei St. Liborius ein modernes Gemeindezentrum errichtet.© Veit Landwehr Der Heiligen Messe mit der Verleihung der Missio canonica vorausgegangen war ein Tagesprogramm, das bereits am Morgen mit einem gemeinsamen Auftakt im Forum St. Liborius begann. Dompropst Msgr. Joachim Göbel, Leiter der Hauptabteilung Schule und Erziehung, begrüßte die Teilnehmer erstmalig in den Räumen der Innenstadtpfarrei St. Liborius. Die Missio-Verleihungen der kommenden Jahre werden voraussichtlich hier stattfinden, da die Räumlichkeiten des Bildungshauses Liborianum nicht zur Verfügung stehen. Das Liborianum wird in den kommenden Jahren brandschutztechnisch saniert und modernisiert.

Das Programm des Vormittags war geprägt von der Auseinandersetzung mit dem "Zukunftsbild des Erzbistums Paderborn" und der Frage nach der spirituellen Dimension des (Religions-) Lehrerin- und Lehrerseins. In einer zweiten Einheit hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, mit Barbara Bierbaum-Borgmeier und Katrin Holthaus (Grundschule), Brigitte Zein-Schumacher und Alexander Schmidt (Sekundarstufe I), Dr. Stefan Klug (Gymnasium) sowie Dr. Siegfried Meier (Berufskolleg) die schulformspezifischen Referentinnen und Referenten der Religionspädagogik kennenzulernen.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen erkundeten die Teilnehmer den Hohen Dom zu Paderborn. Als fachkundige "Domführer" hatten sich Msgr. Göbel, dem als Dompropst die Bischofskirche in besonderer Weise anvertraut ist, Prälat Theodor Ahrens, emeritierter Domkapitular und ehemaliger Leiter der Schulabteilung, sowie StD i. R. Hermann-Josef Vogt, der schon vielfältig als erfahrener Referent für die Religionspädagogik zum Einsatz gekommen ist, zur Verfügung gestellt. Die Domführung legte ihren Schwerpunkt auf die Fragestellung, in welchen Ausdrucksformen frühere Generationen ihren Glauben in Baukonzeptionen und liturgischen Gegenständen zum Ausdruck gebracht haben. Zu diesem Programmpunkt sowie zur anschließenden Feier der Hl. Messe waren auch die Angehörigen eingeladen. 

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