Schule und Erziehung

Alle Wege führen nach Simmerath!

Spielerisch lernten sich die Schülerinnen und Schüler aus Brilon und Hesdin kennen und überbrückten rasch noch bestehende Sprachhindernisse.Simmerath/ Brilon, 7.12.2017 Insgesamt 50 Schülerinnen und Schülern aus Frankreich und aus Deutschland haben sich vom 23. – 25. November in der Jugendherberge Simmerath getroffen. Warum Simmerath? Dieser Ort am Rande des Rurstausees in der Eifel liegt etwa auf halbem Wege zwischen Hesdin und Brilon. Dennoch waren die 28 Marienschülerinnen und –schüler überrascht, dass der französische Bus aus Brilons Partnerstadt nur wenige Augenblicke vorher angekommen war. Nach dem Aussteigen aus dem Bus blieben die beiden Schülergruppen nur kurz unter sich – schon schnell gingen beide Seiten aufeinander zu und tauschten mutig erste Worte auf Französisch und Deutsch aus.

Schließlich sollen die Siebtklässler der Marienschule, die sich erst im Sommer entschieden haben, Französisch als Schwerpunktfach bis zur Klasse 10 zu lernen, schon früh praktische Erfahrungen mit der Sprache machen. Und welcher Anlass, eine Sprache zu lernen ist sinnvoller als dass man damit neue Freundschaften über die Landesgrenzen hinaus schließen kann.

Daher ist das Programm der drei Tage voll und ganz auf das gegenseitige Kennenlernen ausgerichtet. Sofort nach der Ankunft wurde die Gruppe von erfahrenen Erlebnispädagogen zu zahlreichen Spielen und Aktionen aufgefordert, die gegenseitige Absprachen und Teamgeist erfordern. So entwickelten die Schüler gemeinsam eine Strategie, in deutsch-französischen Paarungen durch ein geschlagenes Seil zu laufen. Erst wenn alle 50 Jugendlichen regelgemäß auf der anderen Seite angekommen waren, hatte die Gruppe die Aufgabe erfüllt.

Die so geknüpften, ersten Kontakte wurden dann in den deutsch-französisch gemischten Zimmern vertieft und schon schnell hörte man eine Mischung aus Deutsch, Französisch und Englisch.

Auch der Freitag wurde durch die Erlebnispädagogen mit viel Fingerspitzengefühl so gestaltet, dass die Jugendlichen immer mehr und immer selbstverständlicher zusammen arbeiteten.

Schließlich nutzte die Gruppe die Nähe zu Aachen, um das Treffen dort mit einem gemeinsamen Rundgang über den Weihnachtsmarkt zu beenden.

Dann hieß es Abschied nehmen, und die Busse fuhren in entgegengesetzte Richtungen. Doch je weiter sie sich voneinander entfernten, desto intensiver wurden schon Nachrichten zwischen den Handys hin und her geschickt.

Seit vielen Jahren schon findet alljährlich im Herbst dieser „Mini-Austausch“ zwischen dem Collège Notre Dame und der Marienschule statt. Er ist zum festen Bestandteil der deutsch-französischen Treffen zwischen beiden Schulen geworden. Die Marienschülerinnen und-schüler haben so die Gelegenheit, auf „neutralem“ Boden erste Kontakte zu französischen Jugendlichen zu schließen. Oftmals werden diese Kontakte dann via sozialer Netzwerke lange gepflegt. Schließlich bietet dann der „große“ Austausch in den Klassen 8 und 9 die Möglichkeit, sich wiederzusehen. Im Rahmen dieses Austauschs waren 14 Jugendliche der Marienschule erst vor den Herbstferien für 8 Tage in Hesdin und haben neben dem Familienleben vor allem die vielfältigen Sport- und Freizeitmöglichkeiten in und um Brilons Partnerstadt im Norden Frankreichs kennengelernt. Im April findet schließlich der Gegenbesuch aus Frankreich statt.

Allen beteiligten Lehrern in Frankreich wie in Deutschland liegt dabei immer am Herzen, dass den Jugendlichen klar wird, dass deutsch-französische Begegnungen zwar alle Jahre wieder stattfinden, aber dennoch etwas ganz Besonderes sind – für jeden Teilnehmer persönlich, aber auch im Hinblick auf in ganz Europa zunehmende nationalistische Tendenzen.

 

Sie sind hier: Katholische Schulen
Erzbistum Paderborn