Schule und Erziehung

Der Erziehungsverantwortung gerecht werden. Leiterinnen und Leiter der Schulen in Trägerschaft des Erzbistums Paderborn absolvieren Präventionsschulung

Bildeten sich fort in punkto Prävention: Die Leiterinnen und Leiter der 19 Schulen in Trägerschaft des Erzbistums Paderborn kamen an zwei Tagen im Exerzitien- und Bildungshaus Maria Immaculata in Paderborn zusammen, um sich mit dem Thema Prävention auseinander zu setzen. pdpPaderborn, 4.4.2014(pdp). Seit Oktober 2013 werden im Erzbistum Paderborn Präventionsschulungen für Mitarbeitende in kirchlichen Einrichtungen und Diensten durchgeführt. Für Karl-Heinz Stahl, Präventionsbeauftragter im Erzbistum Paderborn, sind die Organisation und Durchführung der Schulungen in den nächsten Jahren ein „Mammut-Projekt": „Die Präventionsschulungen sollen eine ‚Kultur der Achtsamkeit’ etablieren, in der das Thema ‚sexualisierte Gewalt’ offen und mit Wissen angegangen und so Sensibilität geschaffen wird", so Stahl.

Kinder und Jugendliche verbringen einen Großteil ihres Alltags in der Schule. Die Schule ist deshalb für sie nicht nur ein Lern-, vielmehr auch ein Lebensraum, an dem gegenseitiger Respekt, Vertrauen sowie das Aufeinander-Acht-Geben wichtige Rahmenbedingungen für ein gelingendes Miteinander sind. Pädagogen stehen hier in einer besonderen Erziehungsverantwortung. Um dieser auch in punkto Prävention gerecht zu werden, saßen die Leiterinnen und Leiter der Schulen in Trägerschaft des Erzbistums Paderborn für zwei Tage im Exerzitien- und Bildungshaus Maria Immaculata in Paderborn selber auf der „Schulbank". Als Fachleute referierten Dr. Martin Watzlawik, Junior-Professor für Erziehungswissenschaft an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster mit dem Schwerpunkt „Pädagogische Professionalität und sexualisierte Gewalt", und Diplom-Sozialpädagogin Petra Steeger von der Katholischen Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz Nordrhein-Westfalen e. V. (LAG) mit Sitz in Münster. Die in NRW liegenden (Erz-)Diözesen arbeiten unter dem gemeinsamen Motto „Hinsehen und Schützen" in Sachen Prävention eng zusammen.

Die Schulleiter behandelten im Rahmen der Intensivschulung unter anderem folgende Fragen: Was ist überhaupt sexualisierte Gewalt? Wo fängt sie an? Wo werden Grenzen verletzt? Wo verbergen sich „versteckte Signale" sexualisierter Gewalt? Was sind die Strategien von Täterinnen und Tätern? Warum verstummen Opfer? Welche Risikostrukturen und Gefahrenmomente existieren in der katholischen Kirche und welche Möglichkeiten der Prävention gibt es vor diesem speziellen institutionellen Hintergrund?

Bereits im Herbst 2013 wurde damit begonnen, rund 60 Referentinnen und Referenten durch Fachleute aus anderen NRW-Bistümern zu schulen, die als Multiplikatoren in die Fläche des Erzbistums Paderborn hinein wirken. Neben den Präventionsschulungen für die Schulleiter sowie für Lehrerinnen und Lehrer folgen unter anderem auch noch Schulungen für Mitarbeitende der Caritas und aus Kindertageseinrichtungen.

Hintergrund: Stufenmodell der Präventionsschulungen

Die Durchführung von Präventionsschulungen für kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Seelsorgeauftrag wird in § 9 der Präventionsordnung explizit festgeschrieben. Der Umfang der Schulungen richtet sich nach einem Stufenmodell, gestaffelt nach Art, Intensität und Dauer des Kontaktes zu Kindern und Jugendlichen: Haupt- oder Ehrenamtliche mit sporadischem Kontakt wie etwa Küster oder Hausmeister erhalten eine dreistündige Grundinformation. Mitarbeiter mit regelmäßigem Kontakt, zum Beispiel pädagogische Fachkräfte, Messdienerleiter oder Katecheten, absolvieren eine sechsstündige Basisschulung. Pfarrer, Gemeindereferenten, Schulleiter, Lehrerinnen und Lehrer und alle Haupt- und Ehrenamtlichen, die mit leitender Verantwortung regelmäßigen Kontakt zu Kindern und Jugendlichen haben, durchlaufen eine Intensivschulung, die zwölf Unterrichtsstunden umfasst. (pdp-n-03.04.2014)

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