Schule und Erziehung

Kirche und Schule - eine schwindende Chance?

Religionslehrkräfte und pastorale Mitarbeiter/innen aus dem Dekanat Rietberg-Wiedenbrück Im FORUM des Ratsgymnasiums in Rheda-Wiedenbrück trafen sich am Donnerstag, 01. Okt. Kath. Religionslehrerinnen und -lehrer aller Schulformen mit Vertretern und pastoralen Mitarbeitern/innen des Dekanates Rietberg-Wiedenbrück um über Kooperationsmöglichkeiten von Kirche und Schule nachzudenken. Die überwiegende Mehrzahl der Teilnehmer sieht dringenden Handlungsbedarf, um die Zusammenarbeit von Kirche und Schule neu zu konzipieren.

Prof. Dr. Norbert Mette (Universität Dortmund) hielt zunächst ein Impulsreferat, in dem er darauf hinwies, dass jegliche Kooperation zwischen Kirche und Schule dem Wohle der Kinder und Jugendlichen dienen müsse. Gerade im Hinblick auf die jüngsten Gewalttaten an Schulen wies Prof. Dr. Mette auf die Bedeutung von ökumenischen Gottesdiensten hin, um wenigsten mit Hilfe eines Ritus der Betroffenheit über eine solche schreckliche, nicht fassbare und sprachlos machende Unterbrechung der Normalität untereinander und vor Gott Ausdruck zu verleihen. Die Ausgangssituation für eine Kooperation - so Prof. Dr. Mette – besteht  in der Regel darin, dass beide Seiten nur wenig miteinander zu tun haben. Dies ist eine Folge der gesellschaftlichen Differenzierung, die auch Bildung/Schule und Religion/Kirche zu autonomen Teilsystemen mit je spezifischen Funktionen hat werden lassen. Der schulische Religionsunterricht ist für einen Großteil der Kinder und Jugendlichen der einzige Ort, an dem sie noch mit Religion/Glaube/Kirche in Berührung kommen. Den Religionslehrern und -lehrerinnen  kommt daher eine besondere Bedeutung zu, die leider nur allzu selten seitens d er Kirche entsprechend gewürdigt wird. Auch die Durchführung von Schulgottesdiensten wird immer schwieriger, da die Schülerschaft zunehmend multireligiös zusammengesetzt ist und eine nur von christlicher Seite her vorgenommene Gestaltung solcher Feiern als nicht mehr angemessen empfunden wird.

Prof. Dr. Mette sieht den gemeinsamen Auftrag von Schule und Kirche d Prof. Dr. Mette arin, der heranwachsenden Generation dabei behilflich zu sein, Fähigkeiten zu entwickeln, gemeinsam mit anderen die Verantwortung für eine für alle Menschen lebbare Zukunft zu übernehmen. Kurzformelartig gesagt geht es um die Gestaltung einer Schulkultur mitsamt den schul- und gesellschaftspolitischen Konsequenzen, die sich daraus ergeben. Im Anschluss an die Ausführungen von Prof. Dr. Mette entwickelten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in regional zusammengesetzten Gruppen erste Ideen für Kooperationsmöglichkeiten, die von einem zu gründenden Netzwerk Kirche und Schule aufgegriffen und weiterentwickelt werden sollen.

Prof. Dr. Mette ist Prof. für kath. Theologie und Didaktik mit dem Schwerpunkt Religionspädagogik / praktische Theologie an der Universität Dortmund.

 

 

 

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