Schule und Erziehung

Unverzichtbare Mosaiksteine im Lehrerbild

Mit Dompropst Joachim Göbel und den Referentinnen und Referenten stellten sich die Teilnehmer zum traditionellen Gruppenfoto auf. Paderborn, 6.6.2016 Im Auftrag von Erzbischof Hans-Josef Becker konnte Dompropst Joachim Göbel 37 jungen Religionslehrerinnen und Religionslehrern im Erzbistum Paderborn in der Krypta des Hohen Doms die Missio-canonica, die kirchliche Beauftragung zum Dienst der Verkündigung im katholischen Religionsunterricht, überreichen.

Die Würzburger Synode hatte 1975 die Notwendigkeit einer solchen Beauftragung mit „der Kompetenz der Kirche für den Inhalt des Religionsunterrichts" begründet. Gleichzeitig nehme der Bischof damit „im Namen der Kirche den angebotenen beruflichen Dienst des Religionslehrers an". Und schließlich gehe es bei der Beauftragung auch um die Bekundung der Solidarität der Kirche mit der Religionslehrerin bzw. dem Religionslehrer – und umgekehrt.

Welches Bild von dieser Kirche bringen die jungen Lehrerinnen und Lehrer mit, wenn sie nun verantwortlich Woche für Woche von der Grundschule bis zum Berufskolleg „Katholische Religionslehre“ unterrichten? Was ist ihnen wichtig, wenn sie im Unterricht über die Kirche sprechen?

Vor dem Hintergrund solcher Fragen beschäftigte sich die Gruppe zunächst mit ausgewählten Thesen des „Zukunftsbildes“ für das Erzbistum Paderborn. In einem persönlich gestalteten Zukunftskreuz drückten die Teilnehmenden des Missio-Tages dann aus, was ihnen als kirchlich Gesendete wichtig ist für den Dienst an den Schülerinnen und Schülern.

Für einen solchen Dienst gibt es Quellen, aus denen Religionslehrerinnen und Religionslehrer Kraft schöpfen können. Beispielhaft konnten Erfahrungen mit be-weglichen Gebeten, mit Christus-Bildern und mit Möglichkeiten, das „weiße Feuer“ der Bibel zum Lodern zu bringen, gemacht werden.

So vorbereitet genossen die Pädagoginnen und Pädagogen oft zusammen mit angereisten Verwandten eine Zeit des Entdeckens von Glaubensgeschichten im Hohen Dom.

Am Ende des Tages versammeln sich die neuen Religionslehrkräfte in der Herzkammer des Erzbistums, am Altar über dem Grab des Heiligen Liborius.

Dompropst Göbel, selber erfahrener Religionslehrer, greift in seiner Predigt das durch die Tageslesungen vorgegebene Bild des „guten Hirten“ auf. Die Anregungen, die er den jungen Kolleginnen und Kollegen aus den Texten heraus mitgibt, sind konkrete Mosaiksteine des Lehrerberufes: „´Auf gute Weide will ich sie führen`: Überlegen und entscheiden Sie gut und klug mit Blick auf die Ihnen anvertrauten Schäfchen, welches Futter – sprich Lernstoff – das gerade beste und richtige ist. Im Religionsunterricht ist das besonders entscheidend. Auf die Kinderfrage z.B. ´Wo wohnt denn Gott? ` sollte man einem Fünftklässler eine Antwort geben können, die sich auch für den Sechzehnjährigen noch als tragfähig erweist. ´Ich werde sie ruhen lassen`: Gerade der Religionsunterricht braucht die Kontemplation, die Betrachtung. Bildung geschieht nur dann, wenn gute und wertvolle Bilder – also hohe Kunst in Wort und Farbe – sich einbilden können in die Herzen von Menschen. ´Die Verletzten verbinden`: Der Hirte ist auch Arzt. Haben Sie Mut zur Nähe und trauen Sie sich zu trösten. Wir wissen, dass Schülerinnen und Schüler das gerade von Ihnen als Religionslehrerinnen und Religionslehrern erwarten.“

Hier die Predigt als vollständiger Text.

Die Schulabteilung des Erzbistums bleibt mit den Lehrerinnen und Lehrern in Kontakt – durch Fortbildungsangebote des Instituts für Religionspädagogik und Medienarbeit (IRuM), durch die Angebote der Lehrer- und Schülerpastoral oder auch durch Beratung in schulrechtlichen Fragen.

 

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