Schule und Erziehung

„Im Fußballhimmel und auf Erden!“ - Was Fußball und Religion verbindet

Dalheim/Paderborn, 5.9.2014 Dieser Frage gingen Anfang September trotz Semesterferien zehn Studentinnen und Studenten der Universität Paderborn nach. Sie erlebten im Rahmen dieser Tagesveranstaltung hautnah die Parallelen zwischen Kirche und Religion auf der einen und Fußball und Sport auf der anderen Seite.

Das Angebot war eine Kooperationsveranstaltung des Mentorates für Lehramtsstudentinnen und Lehramtsstudenten des Faches Katholische Theologie und der Katholischen Hochschulgemeinde Paderborn.

Start und Ausgangspunkt des sportlich-religiösen Tages war dabei die aktuelle Studio-Ausstellung im Kloster Dalheim mit dem Titel „Im Fußballhimmel und auf Erden“. Hier konnten die angehenden Religionslehrerinnen und Religionslehrer unter fachkundiger Führung alten Sport-Mythen auf die Spur gehen. Sie erlebten alte und neue Fußball-Legenden und staunten über die Ähnlichkeiten von Ritualen, Reliquien sowie überirdischen Ereignissen – von der „Pilgerfahrt ins Stadion“ über den „heiligen Rasen“ bis hin zum „Wunder von Bern“.

Die Ausstellung in Dalheim brachte den Studentinnen und Studenten „göttliche“ Fanartikel, Devotionalien und Souvenirs aus mehr als 100 Jahren internationaler Fußballgeschichte und Fankultur näher. Besonderes Interesse erfuhren dabei vor allem das Originalautogramm der innerhalb der Medien genannten „Hand Gottes“ und der dazugehörige Diego Maradona-Altar, ein Stück des Original-Rasens des Berliner WM-Finales von 2006 sowie der dazugehörige legendäre Glückspullover von Bundestrainer Jogi Löw. Interessante Medienstationen nahmen die Beteiligten mit in die Fußballtempel der bundesdeutschen Republik, wo die Fans ihre Choräle anstimmen und ein Tor in letzter Minute die „Erlösung“ zum Aufstieg bringt.

Die Ausstellung zeigt in diesem Zusammenhang auch Bilder vom neuen Bundesligisten SC Paderborn 07, dessen Arena von nicht wenigen Fans als „Pilgerstätte der Moderne“ bezeichnet wird. Daher machten sich die Studentinnen und Studenten nach einem ausgiebigen Mittagsessen in Dalheim mit dem Fahrrad auf den Weg zur „Pilgerfahrt“ in die 25 Kilometer entfernte Benteler-Arena, wo sie am Nachmittag von Stadionsprecher Jürgen Lutter empfangen wurden.

Gruppenbild mit Jürgen Lutter auf der Trainerbank Lutter bot den Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen eindrucksvollen Blick hinter die Kulissen des SCP. Schwerpunkte der Führung waren dabei die Mannschaftskabine, die Presseräume und der VIP-Bereich des Vereins, in dem in Anschluss an die Führung ein interessanter Gedankenaustausch zu ausgewählten Fragen der Studentinnen und Studenten stattfand.

Welche Rolle spielt Glaube und Religion im Leben der neuen Bundesligaprofis? Sind die Spieler des SC Paderborn 07 die neuen „Heiligen“? Welches Image zeichnet den SCP aus und inwieweit unterscheidet sich der SCP von anderen Vereinen? Dies waren Fragen der Studierenden, auf die Lutter aus Sicht des Vereins eine ehrliche und authentische Antwort gab. So erfuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer viele Insiderinformationen über die Geschichte des Vereins, die ersten Wochen in der ersten Fußballbundesliga und über die vereinsinternen Vorhaben bei einem möglichen Klassenerhalt.

Ein Blick in die Mannschaftskabine Lutter machte aber gleichzeitig deutlich, dass die Spieler des SCP durch den überraschenden Aufstieg mit ihrer Einstellung zu den eigenen Fans auf dem Boden geblieben seien und sich nicht als neue „Heiligen“ der Stadt verstehen würden. Er betonte vor allem das familiäre Umfeld des Vereins, welches den Aufsteiger sicher von anderen bundesligaerprobten Vereinen deutlich abhebe, so Lutter.

 

 

 

Insidergespräch in der VIP-Lounge In einer Abschlussrunde resümierten die Studentinnen und Studenten die Gemeinsamkeiten, aber auch Gegensätze von Fußball und Religion. Kirche und Religion finden zunehmend konkreten Platz in den Sportarenen der ganzen Welt: Fußballjünger beten in eigenen Stadionkapellen, heiraten im Mittelkreis und lassen sich auf nahegelegenen Vereinsfriedhöfen beisetzen. Der Tag zeigte den zukünftigen Lehrerinnen und Lehrern, was Kick und Kult verbindet, aber auch was sie schließlich trennt. Zum Schluss blieb die Frage, ob die letzte Wahrheit wirklich auf dem Fußballplatz liegen kann?  

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