Schule und Erziehung

"Was dem Leben Sinn gibt" - Religiöse Schulwochen für Berufskollegs in Hüsten

Ein Team aus Hauptamtlichen und Theologiestudenten gestaltete die Religiöse Schulwoche in Hüsten. Hüsten, 13.5.2016 Insgesamt 250 Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs am Berliner Platz in Hüsten aus den Unterstufen der Höheren Berufsfachschule Wirtschaft, des Wirtschaftsgymnasiums und der Höheren Berufsfachschule Medien erlebten im April eine besondere Schulwoche. Religionslehrerin Christina Heinsius hatte in ihrer Rolle als Schulseelsorgerin die „Religiöse Schulwoche“ ans Berufskolleg eingeladen. Das Theologenteam Melina Lohmann und Hans-Bodo Markus, beide katholisch, war für eine Woche mit neun evangelischen und katholischen Theologiestudierenden zu Gast an der Schule. Religionslehrer Theo Sprenger unterstützte seine Kollegin und das Team.

„Über Themen reden, die uns angehen“

Mit ihren Bemühungen erreichten sie die Schülerinnen und Schüler. Das machten diese im Abschlussgottesdienst am 29. April in der St. Petri-Kirche am Hüstener Markt deutlich. Schulstunden waren durch kleine Gesprächsgruppen ersetzt worden. Manche kannten sich. Andere begegneten sich zum ersten Mal. Nach dieser Woche hatten alle sich kennengelernt, neue Blicke auf einander geworfen und gemerkt, dass man selbst sich oft anderes wahrnimmt als andere.

Zum Abschluss feierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam einen Gottesdienst. Über Zukunft, Freundschaft, über Sucht und Abtreibung, über die Sehnsucht nach Frieden haben die Gruppen gesprochen. „Immer hat es Spaß gemacht. Die Teamleiter sind auf uns eingegangen. Wir durften unsere Gesprächsthemen selbst auswählen.“ Das hat den Jugendlichen und jungen Erwachsenen besonders gut gefallen. Und dass die Themen sie richtig angingen. Einer erzählte: „Wir haben über Abtreibung gesprochen. Dabei wurde deutlich: Die Jungen wollen, dass die Mädchen entscheiden. Über solche Themen sollten wir auch im Religionsunterricht sprechen.“

Lob für die gute Organisation

Im Gottesdienst, zu dem Pfarrer Tobias Hasselmeier sie begrüßte, bauten Stellvertreter der Gesprächsgruppen Symbole für ihre Themen vor dem Altar auf: Eine Uhr stand für die Zukunft “denn wir haben nur begrenzte Zeit“, eine Zigarettenschachtel für das Thema Sucht „Und wir wollen das Rauchen nicht unterstützen“, eine Kette mit vielfarbigen Steinen „dafür, dass wir so verschieden sind“, Hände, die sich halten „für den Zusammenhalt in unserer Gesprächsgruppe.“ Eine Schülerin blickte im Gebet auf Fröhliches und Schwieriges in der Woche zurück und bat: „Gott, du nimmst uns so, wie wir sind. Lass uns das im Alltag erleben.“ In der Religiösen Schulwoche haben sie es erlebt. Hans-Bodo Markus forderte sie in der Predigt auf: „Lebt eure Träume, sorgt für euch selbst und die, die euch nahe sind, und nutzt eure Gaben dafür, dass unsere Welt ein klein wenig besser wird.“ Die Schüler und Schülerinnen wünschen sich eine Wiederholung der Veranstaltung.

Gegenstände des alltäglichen Lebens standen symbolisch für Ziele und Haltungen. Melina Lohmann bedankte sich bei der Schulgemeinde: „Es war eine besondere Woche für uns. Jeden Tag sind wir gern gekommen und haben am Nachmittag Neues geplant für den nächsten Tag.“ Beeindruckt war sie auch von Felix, Max und Florian, die am E-Piano, mit Geige und E-Gitarre solistisch und zusammen romantische Musikstücke und moderne Kirchenlieder vortrugen. Die Gemeinde dankte ihnen mit Applaus. Im Bilanzgespräch bezeichneten die Schüler die religiöse Schulwoche als gute Abwechslung vom Schulalltag und lobten besonders die gute Organisation. „Anders hätte es in unserer großen Schule nicht geklappt.“

Offenes Gesprächsangebot

Die Religiöse Schulwochenarbeit wird getragen vom Dienst an den Schulen/Pädagogisches Institut der EKvW Schwerte und der Abteilung Schülerpastoral/Erzbischöfliches Generalvikariat Paderborn. Sie versteht sich als offenes Gesprächsangebot der Schulseelsorge an die Schülerinnen und Schüler. Daher gibt es keine vorher festgelegten Themen und keine Vorträge. Im Mittelpunkt stehen Fragen, welche die Schülerinnen und Schüler auf dem Hintergrund ihrer eigenen Lebenserfahrungen und Lebenserwartungen für wichtig halten – und damit die Frage, was dem Leben Sinn gibt.

Text und Bilder: Kathrin Koppe-Bäumer

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