Schule und Erziehung

„Wenn Kinder trauern….“ – mit Kindern über Sterben, Tod und Trauer sprechen

Waren für die Fortbildung in Hamm verantwortlich (v.l.n.r.): Heike Frankenberg, Gemeindereferentin, Alexander Scholz, Referent und Christine Kerkmann, Leiterin der Kita St. Michael.Hamm, 13.3.2018 Die Eltern und Erzieherinnen der vier katholischen Kindertageseinrichtungen im Pastoralverbund Hamm- Mitte-Osten waren am 21. Februar zu einem besonderen Gesprächsabend eingeladen.

„Glauben Sie nicht, dass ich ein schwarzes Hemd trage, weil es heute um Trauer geht. Das ist nur, weil das Hemd hier bügelfrei ist.“ Alexander Scholz eröffnet den Vortrag zum Themenfeld „Wenn Kinder trauern…“ ungewohnt. An so einem Abend müsse man versuchen, das beklemmende Gefühl, das in der Luft liegt, ernst zu nehmen aber nicht ausschließlich ernst bleiben. Dabei werden in den kommenden zwei Stunden Fragen im Raum stehen, die es in sich haben: „Was sage ich, wenn mein Kind mich fragt, wo Opa jetzt ist?“ oder „Was bleibt in einem Grab übrig?“

Eingeladen hatten Christine Kerkmann, Leiterin der Kita St. Michael, Heike Frankenberg, Gemeindereferentin und Krankenhausseelsorgerin in Hamm und Alexander Scholz, Lehrer und Theologe mit dem Schwerpunkt Trauerbegleitung und Krisenintervention. Bereits in der Vorbereitung wurde klar, dass dieser Abend in ein Thema führen würde, das für Eltern und Erziehende eine besondere Herausforderung darstellt und immer wieder unsicher macht. Dabei sei es eine Tatsache, dass Kinder und Jugendliche an diesen Fragen interessiert seien und in Kindergärten und Schulen regelmäßig mit dem Thema Tod konfrontiert würde, so Alexander Scholz. „Das kann der Tod des Haustiers genau so sein, wie der Tod von Oma oder Opa.“ Damit seien Fragen verbunden, denen man als Eltern und Erzieher einfach nicht ausweichen dürfe. „Das Thema hat eine hohe Relevanz für betroffene Kinder und braucht den Raum des Besprechbaren,“ so Heike Frankenberg. Und so kommen an diesem Abend Fragen auf wie: „Soll ich mein Kind zu einer Beerdigung mitnehmen?“, „Soll ich vom Himmel erzählen?“ oder „Wie stellen sich Kindern den Tod wohl vor?“.

Alexander Scholz, selbst Vater von drei Kindern, versteht die Unsicherheit, die an solchen Abenden immer wieder auf den Tisch kommt : „So zentral der Aufgabenbereich für uns als Theologen in unserer Arbeit und in unserem Alltag ist, es bleibt ein Themenfeld, das ich als Vater mit meinen Kindern gern nicht behandeln müsste.“ Aber es sei nun mal eine Tatsache: Kinder trauern! „Und sie haben ein Anrecht darauf, dass wir als Erwachsene sie in diesem Prozess begleiten und ihnen und ihren Fragen nicht ausweichen.“ Christine Kerkmann sieht in diesen Abend eine besondere Chance zum Austausch: „Es geht ja nicht darum, vorgefertigte Checklisten mit guten Sätzen und Verhaltensweisen an die Hand zu geben, sondern sich mit seinen persönlichen Erfahrungen in bestimmten Situationen auszutauschen und sensibel zu werden für einen Fragenkomplex, den wir allzu oft ausblenden. Die Eltern sind die Experten für ihre eigenen Kinder und wissen meist, was stimmige Worte sind und was sie ihren Kindern zutrauen können.“

Heike Frankenberg ergänzt: „Man darf als Familie auch auf die eigenen Alltagsrituale vertrauen. Denn diese sind es, die in Zeiten der Trauer greifen und Halt geben können.“ Es wird an diesem Abend deutlich, dass Trauerzeiten das Familienleben gehörig ins Wanken bringen können. Dabei sei es durchaus möglich, mit Kindern einfühlsam und altersgerecht Sterben, Tod und Trauer zu thematisieren. Und so werden an diesem Abend Bücher vorgestellt und besprochen, die sich teils ernst, teils amüsant mit Fragen beschäftigen wie: „Was geht in einem Menschen vor, wenn er trauert? Warum fühlt sich Trauer so an, wie eine Achterbahn der Gefühle? oder: Was sind wohl die besten Beerdigungen der Welt?“

Trauer - das steht für die Vortragenden fest - ist wohl neben dem Verliebtsein das Gefühl, das uns am meisten aus dem Takt bringen kann. Und in diesen Zeiten können sowohl Eltern als auch Erzieherinnen und Erzieher viel Gutes tun, um die Kinder und Jugendlichen behutsam und ehrlich an diese Gefühlswelt heranführen. Kitas, Kirchengemeinden und Schulen, die sich für einen solchen Vortrags- und Gesprächsabend interessieren, wenden sich bitte an

Alexander Scholz
Schlossstr 3-5
59457 Werl
015153919274
Alexander.Scholz@erzbistum-paderborn.de

oder  

Heike Frankenberg
Gemeindereferentin /Krankenhausseelsorgerin
Pastoralverbund Hamm-Mitte-Osten
02381/4915406
frankenberg@katholisch-hamm.de

 

 

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