Schule und Erziehung

Das Evangelium als Ursprung jedweden Lebens für die Kirche. Besinnungstag der Referentinnen und Referenten der Schulabteilung

Hadwig Müller (2.v.r.) im Gespräch mit Benedikt Bohn und Adelheid Büker-Oel (Abteilung Schulpastoral) sowie Dompropst Joachim Göbel. Leiter der Schulabteilung. Paderborn, 11.9.2014 Wie die schöpferische Kraft des Evangelium frei gegeben werden kann, das reflektierte die Referentin des Tages, Hadwig Ana Müller vom Missionswissenschaftlichen Instituts Missio e.V. (Aachen), mit den Referentinnen und Referenten der Hauptabteilung Schule und Erziehung. Bei der Vorstellung von Pastoralkonzepten bezog sie sich besonders auf Ansätze aus französischen Bistümern. Im Mittelpunkt der gemeinsamen Überlegungen stand eine „Seelsorge mit Lust“, in der mit Freiheit beschenkte Menschen ihre Freiheit entfalten dürfen. Diese Seelsorge müsse sich, so Hadwig Müller, grundlegend an der Pastoral Jesu orientieren, die in den Evangelien geprägt sei von Begegnungen mit vielen namenlosen Menschen, die ein Mehr an Leben von ihm erbitten und deren Glauben er bestaunt.

Die Teilnehmer schlugen im Rahmen des Besinnungstags den Bogen zum Zweiten Vatikanischen Konzil mit seiner Rückbesinnung auf das Evangelium und seinem Prinzip als Pastoralkonzil. So nennt das Konzilsdokument Lumen gentium das Evangelium als Ursprung jedweden Lebens für die Kirche. Die Pastoralität des Konzils nimmt eine grundlegende Umkehrung vor: Der Adressat wird zum Subjekt. So kann es nach dem in Deutschland geborenen und in Frankreich lehrenden Jesuiten Christoph Theobald keine Verkündigung des Evangeliums Gottes ohne Einbeziehung des Adressaten geben. Das, um was es in der Verkündigung geht, ist im Adressaten schon am Werk, sodass er bzw. sie es in Freiheit annehmen kann. Für ihn ist die Pastoral „die Kunst, durch die eigene Anwesenheit den anderen in seiner Einmaligkeit zum Vorschein zu bringen.“

Grundlage für dieses Pastoralverständnis ist die Erkenntnis der gemeinsamen Bibellektüre mit der Entdeckung einer Typologie von drei Gruppen in den Evangelien: die Jünger, die Apostel und die namenlosen Vielen. Ausgerechnet der Glaube dieser dritten Gruppe erregt das Staunen Jesu. Die in den Evangelien erzählten Begegnungen und Gespräche sowie der Austausch darüber beim gemeinsamen Lesen der Texte zeigt die Kirche als Sprach- und Interpretationsgemeinschaft.

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Erzbistum Paderborn