Schule und Erziehung

Zum Tod von Prälat Gerhard Horstkemper, „Gründer“ unserer Schulabteilung

Prälat Gerhard Horstkemper war von 1965 bis 1981 für den Bereich „Schule“ im Erzbischöflichen Generalvikariat verantwortlich.Paderborn, 25.9.2013 Nach langer Krankheit verstarb am Sonntag, 22. September 2013, Prälat Gerhard Horstkemper im Alter von 85 Jahren. Der in Rietberg geborene Seelsorger wirkte vielfältig auf verschiedenen Ebenen des Erzbistums Paderborn. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Hauptabteilung Schule und Erziehung im Erzbischöflichen Generalvikariat ist es ein Anliegen, mit Dank und Anerkennung daran zu erinnern, dass Prälat Horstkemper der „Gründungsvater“ der Schulabteilung war. Unter seiner Leitung entwickelte sich aus einem sehr überschaubaren „Schulreferat“ eine „Hauptabteilung“ mit den im Großen und Ganzen noch heute tragfähigen Strukturen.

Am Anfang stand die Berufung des geistlichen Oberstudienrates Horstkemper zum „Diözesankatecheten“. Kardinal Jaeger beauftragte ihn am 1. April 1965 mit dem Auf-und Ausbau der Lehrerfortbildung im Erzbistum Paderborn. Nach kurzer Zeit übernahm der Katechet die Leitung des Schulreferats vom damaligen Dompropst Brockmann. Horstkemper, der alsbald zum Wirklichen Geistlichen Rat und zum Monsignore ernannt worden war, widmete sich zusammen mit der Diplompsychologin Maria Lukas dem Aufbau der Elternbildungsarbeit im Erzbistum Paderborn, eine im Vergleich der Deutschen Diözesen bis heute einmalige Einrichtung zur Unterstützung von Eltern in ihren vielfältigen erzieherischen Aufgaben – vor allem im Zusammenhang mit dem Leben und Lernen der Kinder und Jugendlichen in Familie, Kindergarten und Schule (heute: Referat Elternpastoral,-bildung). Dr. Johannes Joachim Degenhardt, ab 1974 Erzbischof von Paderborn, unterstützte den Schulprälaten als Studentenpfarrer und Beauftragten für kirchliche Lehrerfortbildung. Für die unterrichtspraktische Zurüstung der jungen Vikare, die mehrheitlich mit einem gewissen Stundendeputat im Religionsunterricht der Berufsschule und des Gymnasiums eingesetzt waren, taten mit je einer halben Stelle die geistlichen Schulexperten Ludwig Hoffmann und Bruno Kresing (ab 1974 Generalvikar) im erzbischöflichen „Schulamt“ unter der Leitung Horstkempers ihren Dienst.

Mit den Jahren wuchs die Notwendigkeit der Ausdifferenzierung des erzbischöflichen Schulamtes – zunächst weil die konfessionelle Lehrerausbildung an den „Pädagogischen Akademien“ aufgeben wurde – und dann durch die Notwendigkeit, katholische Schulen freier Träger (z.B. Orden) in die Trägerschaft des Erzbistums zu übernehmen.

Prälat Horstkemper brauchte Verstärkung! 1969 lud er die Lehrer Rudolf Becker und Antonius Nolte ein, vom Staats- in den Kirchendienst zu wechseln. Rektor Becker, der später selbst Hauptabteilungsleiter werden sollte, kümmerte sich fortan um die religionspädagogischen Aufgaben der Hauptabteilung. Horstkempers Stellvertreter wurde Schulrat Nolte, der sich den schulpolitischen Fragestellungen zuwandte, ein Referat „Schulseelsorge“ aufbaute und später die schulpraktische Ausbildung der angehenden Gemeindereferenten verantwortete.

Mit den aus der Volksschullehrerbildung kommenden neuen Mitarbeitern zusammen initiierte Horstkemper 1971 die Gründung des „Instituts für Religionsunterricht und Katechese im Erzbistum Paderborn“ (heute: IRUM) – zunächst am Standort Schwerte und dann auch mit einer Abteilung in der Bischofsstadt.

Nachdem die Prälaten Hoffmann und Kresing in andere Ämter berufen worden waren, holte der Schulchef des Bistums den geistlichen Studienrat Konrad Schmidt und wenige Jahre später den Autor dieses Nachrufs als „religionspädagogischen Assistenten“ in die Abteilung.

Inzwischen hatte sich das Schulamt in Folge einer nicht zuletzt durch die gemeinsame Synode der Deutschen Bistümer (1972-1975) angeregten Strukturreform kirchlicher Verwaltungen zur „Hauptabteilung Schule und Erziehung“ entwickelt. In dieser Zeit wächst der „HA Schule und Erziehung“ eine neue Aufgabe zu: 1976 ist Gerhard Horstkemper federführend bei der Übernahme der ersten Schule („Edith Stein Berufskolleg“) in die Trägerschaft des Erzbistums tätig. Es folgten weitere Übernahmen von (Ordens-)Schulen und die Notwendigkeit, eine Schulverwaltung in der Hauptabteilung aufzubauen.

Im Frühjahr 1981 verlässt Prälat Horstkemper die Schulabteilung, um das Amt des Leiters der Personalabteilung zu übernehmen.

Die allermeisten, die heute in der Hauptabteilung Schule und Erziehung arbeiten, haben den „Schul-Horstkemper“ nicht mehr als Chef erlebt. Und trotzdem: Wir alle sind ihm dankbar für die Initiativen und Anstrengungen der ersten Jahre. Er bleibt in unserer wertschätzenden Erinnerung – gottbefohlen.

Gerhard Krombusch

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